Zitat von leilani1801:Kein Problem, ich bin einfach unglaublich unglücklich und frustriert.
Ach @leilani1801
Das tut mir wirklich Leid.
Zitat von leilani1801:Therapien haben ja auch nur bedingt geholfen und wozu sollte ich nun die 7. Therapie beginnen? Das ist alles ein unglaublicher Zeit und Geldaufwand mit begrenztem Nutzen.
Das hört sich vor allem extrem frustrierend an. Weißt du, ich kann da nur bedingt mitreden.
Also ja, Therapie kann ich mitreden. Geldaufwand (Selbstzahler) kann ich auch mitreden. Bei sieben Therapien kann ich nicht mitreden. Bei 7 Jahren schon

.
Ich weiß nicht, wie sich das anfühlt, die 7. Therapie zu beginnen oder in ihr zu sein. Ich hatte vermutlich großes Glück, aber vielleicht auch nen eigenen Anteil, ich bin halt bei meiner ersten Therapie und Therapeutin geblieben.
Wollte ich immer mal wieder aufhören? Na klar. Aber meistens ist dann irgendein Sch.eiß passiert und die Frage rückte wieder in den Hintergrund.
Was mir auffällt und das geht ein bißchen in @TinTin1980 s Richtung, natürlich habe ich ganz am Anfang gedacht, so ich geh da jetzt hin und die repariert mich dann halt. Es gibt sicher solche Fälle oder -vielleicht- gibt es solche Fälle, inzwischen mach ich mir da keine Gedanken mehr drüber, jedenfalls nicht so.
Und natürlich weiß ich nicht, wie das ist mit einer Zwangsstörung. Keine Ahnung, ob ich eine habe oder nicht. Vermutlich habe ich keine. Deswegen mag ich keine Betroffenheit vorgeben, wo keine ist.
Was mir aber aufgefallen ist, ist Dein Augenmerk auf die Frage von Heilung. So als würde es einen Endpunkt geben.
Und erst, wenn man diesen erreicht hat, ist alles besser. Deswegen, wenn man den nie erreichen kann, ist das ein Problem.
Weißt du, ich kann die Wut, Frustration und den Kampf der damit einhergeht wirklich gut verstehen, aber hat den nicht jeder, der einfach aus dem nichts heraus mit einer chronischen Krankheit diagnostiziert wird? Und die wenigstens Menschen können ja etwas dafür. Und selbst wenn, bringen Selbstvorwürfe rein gar nichts, hindern einen nur daran, etwas draus zu machen.
Ich glaube, daß alle Menschen mit einem Päckchen zu kämpfen haben. Beste Voraussetzungen hin oder her. Die meisten von uns kämpfen mit irgendetwas.
Da ist der Alki-Vater oder die kranke Mama und wenn es das nicht ist, dann die Erkenntnis, daß die absolute Beschütztheit der echt glücklichen Kindheit nie wieder kommt.
Die Epilepsie Diagnose (siehe @Bewusstsein ) oder Morbus Crohn oder von eben physisch zu psychisch die Borderline Diagnose oder PTBS.
Irgendetwas is halt immer.
Zitat von leilani1801:Da frage ich mich oft, wieso ich so einen Mist verdient habe und die unglaubliche Einsamkeit die damit einhergeht.
Ich glaube das kennen ganz viele. Persönlich spreche ich da eher von dem Gefühl der Isolation, denn Einsamkeit. Wir glauben einfach nur immer, das andere es leichter hätten. Ich glaube nicht, dass das stimmt.
Wir alle haben Shizos (nennt ne Freundin von mir so), Kopfkino, unser Gepäck, unsere Geschichte. Nur weil man selbst dazu verführt ist, zu glauben, der andere hätte ein weniger schweres Gepäck zu tragen, heißt das doch nicht, das dessen Leidensdruck nicht der gleiche ist.
Ist es als Single-Frau so viel besser oder schlechter diejenige zu beneiden, die zwar voller Sturm und Drang geheiratet hat, aber keine Kinder bekommen kann?
Ist es wirklich so viel besser keine Zwangsstörung zu haben und dennoch sein Leben so gar nicht auf die Reihe zu bekommen?
Ist es so viel besser den eigenen Traum von der heilen Familie zu begraben, wenn derweil heile Familien ihre Kinder begraben müssen?
Jeder Tag ist irgendwo auf dieser Welt für wenigstens eine Person der schlechteste Tag ihres/seines Lebens und für wenigstens eine andere Person der beste Tag. Jeder einzelne Tag ist so.
Natürlich spüren wir das nicht immer. Natürlich macht das Wissen darum, daß schlimmer eben immer geht, den persönlichen Schmerz nicht weniger. Und hilft schon gar nicht bei der eigenen Frustration.
Keiner von uns geht hin und sagt shanti-shanti, mah, da draußen verhungern Kinder.
Weil es eben auch nicht helfen würde, den Kindern eben schon gar nicht.
Aber was ist denn so schlimm daran, hinzunehmen, daß Dinge eben so und so sind. Vor allem, wenn man sie nicht ändern kann.
Ich kann nicht ändern, wie ich aufgewachsen bin. du kannst nicht ändern, daß Du ne Zwangsstörung hast. Und ja (!) das hat eben Folgen.
Es ist wie mit einem sehr komplizierten Beinbruch. Unfälle passieren. Ich kann mich bemühen, die Funktion wiederherzustellen. Ich kann versuchen mein Bestes zu geben. Das macht weder, daß ich mich klar kriege, in meiner Annahme, was das beste ist, noch macht es das Bein ungebrochen.
Es bleibt ein Bein, das mehrfach gebrochen wurde.
Das ist so. Das hat Folgen.
Weißt Du, was ich meine?
Ich habe keine Zwangsstörung, trotzdessen scheinst Du einer Beziehung viel näher als ich. Ist das besser? ist das schlechter? Und vor allem für wen?
Und natürlich frustriert das. Weißt Du warum? weil das Leben einen frustriert und weil wir selbst uns frustrieren. Nicht immer, aber immer mal wieder.
So und jetzt zum Ausgangspunkt kommend: ich les dich schon seit einer ganzen Weile.
Zitat von leilani1801:Kein Problem, ich bin einfach unglaublich unglücklich und frustriert.
noch mal zitiert.
Und wiederholt, das tut mir sehr leid. So ist manchmal das Leben, aber so muß es eigentlich nicht andauernd sein.
Ich habe den Eindruck (sic!), daß Du gegen Dich arbeitest. Sei es, weil Du die Vorstellung hast, daß Du immer das bestimmte Problem mit einem Partner bekommst, deswegen Dich am womöglich Falschen abarbeitest.
Sei es, weil der Partner den Du jetzt hast schon der richtige ist, aber Du immer wieder gegen Dein eigenes Kopfkino arbeitest.
Das kann ich nicht beurteilen. Ich finde, was Du beschreibst sehr seltsam. Nicht weil Du ne Zwangsstörung hast, sondern, weil Du etwas suchst, was Du da nicht bekommen wirst. Mir scheint, daß Du glaubst, daß Du Dein vermeintliches Manko ausgleichen solltest (mußt) und deshalb der Meinung bist, Abstriche beim gegenüber in Kauf nehmen zu müssen.
Das sehe ich anders und nur das. Ich glaube, daß der Anfang richtig ist, also anzuerkennen, daß man ein eigenes Päckchen trägt. Ich glaube aber nicht, daß dies zur Folge haben sollte, daß man selbst in einer Situation landet, die einen noch weniger glücklich macht.
Ich würde Dir gerne versprechen, daß Du nur auf den richtigen treffen müsstest und dann ist auch die Zwangsstörung kein Problem. Das würde ich wirklich gern.
Leben ist anders.
Aber ich würde Dir gern sagen, daß Akzeptanz der eigen Begrenzungen, aufrechte Akzeptanz der eigenen Biographie und der eigenen Diagnose, dies deutlich erträglicher macht und Dich anderseits dazu befähigt, ein Leben zu führen, in dem Du vielleicht nicht total glücklich bist, aber definitiv nicht so dermaßen unglücklich oder permanent frustriert.
@leilani1801 da draußen gibt es so viel mehr als die Wahl zwischen gefangen in irgendeiner Beziehung (was besser ist als Gott bewahre single zu sein) oder zutiefst (ist ja deine Befürchtung ) einsam und unglücklich single zu sein. Da draußen gibt es so viele Lebensentwürfe die weder das eine noch das andere sind, so viele Lebensentwürfe, die du selbst gestalten kannst, Du könntest vielleicht dadurch gewinnen, wenn Du aufhörst zu glauben, es gäbe schwarz oder weiß.
Trifft auf Deine jetzige Beziehung zu, trifft auch auf Deinen Alptraum, für immer single, zu. Weil es ist schon wie mit Deiner vermeintlichen Zwangserkrankung, nennen wir sie Allergie oder chronische Nebenhöhlenentzündung, es ist keine Frage des, wann geht das weg, es ist einfach nur eine Frage von, was mache ich damit und wie wie will ich das mein (!) Leben damit ausschaut.
Wäre es möglich, daß Du Dir selbst versuchst zu beweisen, daß Zwangsstörung hin oder her, ich schaffe trotzdem den allgemein gültigen Lebensentwurf?
Gegenfrage: wozu?
Alles Liebe und trau Dir selbst.