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Freundin beendet Beziehung & hat schon Ersatz

Waltmeister

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Moin.
Meine nun Ex-Freundin hat vor 14 Tagen nach über 7 Jahren die Beziehung beendet. Seit einigen Tagen kann ich sehr schwer schlafen und ich muss meine Situation hier einmal schildern, da ich nicht aus dem Grübeln rauskomme.

Kurz zu mir: Ich bin 38, hatte in meinem Leben eine Hand voll Beziehungen, die aber nie länger als 3 Jahre gingen. Ich bin mittlerweile im Berufsleben (habe spät studiert) als Sozialpädagoge und arbeite in einer leitenden Funktion mit einer Menge Verantwortung und Mitarbeitenden für die ich zuständig bin.

Meine letzte Freundin (vor meiner jetzigen Beziehung) hat mich ziemlich fies hintergangen und belogen. Als ich dahinter kam, habe ich es beendet und 1,5 ziemlich arbeitsintensive (Therapie und co.) Jahre verbracht. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade 30 und ziemlich neben der Spur. Allerdings habe ich in dieser Zeit sehr viel über mich und meine Definition von Liebe gelernt und bin in dieser Zeit eigentlich erst ich geworden und habe einen klaren Willen und eine Identität gebildet. Und ab dem Zeitpunkt war mein Leben richtig richtig gut. Mein Elternhaus hat ebenfalls einen sozialpädagogischen bzw. therapeutischen Hintergrund und ich habe mich beinahe durchgehend sehr viel mit mir auseinandersetzen müssen.

Vor 7,5 Jahren habe ich dann meine jetzige Partnerin kennengelernt. Ich war noch im Studium, sie ebenfalls. Sie ist 4 Jahre jünger als ich und hatte gerade ihr Medizinstudium begonnen. Ihre Heimat liegt 380 Km entfernt und sie ist fürs Studium umgezogen. Wir haben uns getroffen und uns viel über Werte, Normen und Zukunftspläne unterhalten. Wir haben eine ziemlich intensive Nähe und Verbindung aufgebaut, was ich in dieser Form bisher nicht kannte. Es war unheimlich echt, authentisch, wahrhaftig und unumstößlich (für beide). Uns war klar, wir werden all die Schritte des Lebens (Haus, Kinder, Hochzeit) gemeinsam erleben und irgendwann alt werden. Die ersten Monate war sie sehr anhänglich und ich habe mit ihr gesprochen, dass das nicht geht. Ich habe ihr gesagt, dass es wichtig ist, dass sie ein eigenständiger Mensch bleibt und auch Ihre Sachen macht. Ich glaube, dass jeder seine eigene Säule bildet und man zusammen ein Dach schafft, was dann das Gemeinsame on Top ist. Viele Gespräche folgten. Wir haben einen guten Weg gefunden und eine richtig gute Zeit gehabt. Sie hatte ihre Wohnung und ihre Sachen, ich meine. Da Sie chronisch pleite war (elternabhängiges Bafög und kaum Unterstützung von zu Hause) war ich ein gefragter Mann. Ich habe sie (hatte selber nicht viel Geld) so gut ich konnte unterstützt und auch emotional versucht aufzufangen. Sie war im Rahmen ihres Studiums oft überfordert.

Nach ca. 3,5 Jahren zogen wir zusammen. Ich war mit dem Studium durch und startete in den Job. Nach etwas über 1 Jahr wurde ich direkt befördert und hatte eine ziemlich schwierige Zeit. Ich war kurz vor dem Burnout weil ich gnadenlos und bewusst verheizt (auf die Probe gestellt) wurde. Ich bin Weltmeister im Aushalten und Aufgeben ist keine Option. Also habe ich es durchgezogen. Das Problem war auch, dass ich den Löwenanteil des gemeinsamen Unterhaltes gewuppt habe. Es ging also nicht mehr nur um mich. Ich merkte, dass meine Freundin das belastet hat und sie mit meiner Überforderung nicht gut umgehen konnte. Es gab einige Streitereien und ich merkte, dass wir aneinander vorbei kommunizierten. Ich wollte jemanden, der mir eine Stütze ist und mir Halt gibt. Besonders emotional. Sie wollte, dass ich mehr im Haushalt mache, da sie sich allein damit fühlte.
Nach nicht mal einem Jahr wurde ich erneut befördert und die Überforderung begann von neuem. Meine Freundin sagte schon, dass sie nichts mehr von der Arbeit wissen will und hat sich sehr stark distanziert. Da sie jedoch mittlerweile promovierte, habe ich sie über ein Jahr komplett, und davor schon 2 Jahre fast komplett, mitfinanziert. Alles aufzulisten würde zu weit gehen, aber wir reden von einem satten 5-stelligen Betrag. Zudem versuchte ich auch ihr ein guter Partner zu sein. Trotz der schwierigen Zeit auf meiner Arbeit habe ich mir jeden Tag die Zeit genommen sie nach ihrem Tag zu fragen und aktiv zuzuhören und sie versucht zu bestärken. Sie brauchte das sehr und hat mich zu meiner Belastung ziemlich leer gesaugt. Ich habe immer versucht ihr den Halt zu geben, der meiner Meinung nach in einer Beziehung wichtig ist.
Der Alltag kehrte mehr und mehr ein und ich war ziemlich am Ende meiner Kräfte. Ich war einfach nur noch froh, wenn nichts am Wochenende auf dem Zettel stand, ich mein Schlafdefizit aus der Woche aufholen konnte und ich es schaffte genügend Kraft für die nächste Woche zu sammeln. Groß Party machen und Freunde treffen war mir teilweise schon zu viel. Mir fehlte der Halt und die Unterstützung. Wir führten viele Gespräche und ich machte meine Bedürfnisse sichtbar. Sie konnte keine Nähe mehr zulassen. Nicht mal mehr Händchen halten war möglich. Ich fragte wo das Besondere was wir uns erschaffen haben hin ist? Sie sagte nur, sie kann das momentan nicht. Wir gingen zur Paartherapie. Dort wurde nach ca. 45 Minuten klar, dass sie dort erstmal alleine hingehen muss, da ihre Baustellen viel zu groß waren. Alle paar Monate führte ich mit ihr das selbe Gespräch. Und es kam nichts mehr von Ihr. Wir wurden praktisch Mitbewohner:innen. Ich war sehr unglücklich über die Umstände, wollte ihr aber auch nicht die Pistole auf die Brust setzen, da ich befürchtete, dass sie aufgrund der Abhängigkeit zu mir, nicht ehrlich und frei antworten würde. Also wartete ich, bis sie selber anfing zu arbeiten. Ihr verdientes Geld der ersten Monate nahm sie, um ihre Studienschulden zu bezahlen, was mich sehr schockierte. Zudem ist in den letzten Jahren so viel passiert, wo sie mich mit alleine mitgelassen hat, es ist zu viel um es aufzuschreiben. Ich hatte viele traurige Nächte, wollte aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass wir das Besondere und Echte was wir hatten nicht wiederholen können.

Also gab es vor 6 Wochen ein erneutes Gespräch, in dem ich sie gebeten habe, mal hinzufühlen was sie möchte, da es so nicht weitergehen kann. Sie ließ alles schleifen. Machte zu Hause nichts mehr. Ich habe durch meine Tätigkeit im Homeoffice den gesamten Haushalt übernommen, gekocht, eingekauft, fast alles habe ich gemacht. Sie hat total dicht gemacht. Selbst wenn ich sie angesprochen habe war sie bereits genervt und es war ihr zu viel. Über 1 Jahr habe ich sie nur noch im Schlafanzug gesehen (wenn sie nicht auf der Arbeit oder im Bett war).
Vor 2 Wochen dann sagte sie mir, dass sie keine Kraft hat ihre Gefühle zuzulassen und die Trennung will. Sie glaubt sie habe sich entliebt und sie hat sich ihr Leben so nicht vorgestellt. Sie will Dinge unternehmen und wäre ihr nicht planbar genug. Außerdem machte sich mich dafür verantwortlich, dass wir keinen S. mehr haben. Ich war ziemlich durch, aber konnte es gut annehmen, da ich ebenfalls nicht mehr glücklich war. Es musste was passieren, wie auch immer das aussieht. So konnte es für keinen von uns weitergehen. Trotzdem war diese Antwort nicht meine Wunschantwort. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass sie (auch durch die Therapie) wieder zu sich und damit auch zu uns findet.

Ich räumte in unserer Wohnung das Feld und schlafe seit dem in einem "Beistellbett" in unserer (Kammer des Grauens) Rumpelkammer (ca. 8 qm). Schlaf- und Wohnzimmer (inkl. Ausstattung die ich bezahlt habe) ist vorläufig ihrs. Allerdings ist sie kaum hier. Nach der Arbeit duscht sie sich, brezelt sich auf und fährt weg. Sie kommt dann meist erst nachts wieder.
Vor 3 Tagen dann sagte sie mir, dass sie eine Wohnung hat und in 3 Wochen umziehen wird. Wir hatten noch ein Gespräch in dem Sie mir Dinge an den Kopf geworfen hat, die ich zum 1. Mal gehört habe. Ich war ziemlich verdattert und habe ihr versucht klarzumachen, dass das was ihr fehlt nur die Symptome sind und das Problem darin besteht, dass sie dicht gemacht hat. Ich merkte, dass ich damit nicht weit kam. Sie war nicht mit dem Herz dabei und hat ihren Zugang weiterhin blockiert. Sie fragte dann noch nach ihrem Teil der Mietsicherheit, worauf ich einfach nur noch fassunglos war und ihr sagte, dass sie nicht einen Euro mehr von mir bekommt.
Natürlich gab es Tränen meinerseits aber ich konnte bis hierhin noch alles gut verkraften.

Heute jedoch habe ich erfahren, dass sie bereits mit einem anderen *beep*. Dieser Mensch ist ein gemeinsamer Freund, der einen riesen Sack voller Probleme hat und oft suizidale Gedanken mit sich führt. Schwer Depressiv. Ich habe ihm in den letzten Monaten so gut ich konnte versucht aufzubauen und zu stärken. Und es hat geholfen. Na gut, nun bumst er also meine "EX", die zwar die Trennung ausgesprochen hat, diese aber noch nicht vollzogen ist. Das hat mir heute den Boden unter den Füßen weggezogen und ich weiß kaum wohin mit mir. Ihre Unterwäsche nach Ihren Besuchen bei ihm wäscht sie weiterhin in meiner Waschmaschine und ich frage mich, was passiert wäre, wenn ich weiterhin im gemeinsamen Bett geschlafen hätte. Wahrscheinlich hätte sie sich weiterhin einfach danebengelegt. Ich bin wirklich erschüttert von diesem Verhalten und weiß nicht wie ich damit nun umgehen soll. Auf der Arbeit bin ich momentan gar nicht zu gebrauchen. Ich kann mich nicht konzentrieren und mache viele Fehler. Zum Glück habe ich ab nächster Woche 2 Wochen Urlaub. Ich habe tolle Freunde, die mich gut unterstützen (ihr *beep" natürlich nicht) und ich werde sicherlich ein paar Tage Couchsurfing betreiben. Aber all das hilft mir gerade nicht aus der Emotion zu kommen und mein Chaos zu sortieren. Ich hätte nicht gedacht, dass mich sowas nochmal so aus der Fassung bringt und bin gerade total froh darüber, dass wir keine gemeinsamen Kinder oder Besitz haben.

Dies ist nur ein Bruchteil der ganzen Geschichte und ich sehe auch klar meine Anteile in all dem. Aber ich hätte erwartet, dass sie mit sowas wenigstens noch wartet, bis sie umgezogen ist und ich sowas nicht mehr mitkriege. Ausserdem schockiert mich ihr Verhalten und ich finde es maximal rücksichtslos und bin komplett erschüttert über die Tatsache, welche Bewältigungsstrategien sie gerade fährt. In meinen Augen einfach nur dumm und schwach. Spätestens wenn sie nicht mehr vor sich selbst weglaufen kann und es nicht mehr schafft ihre Gefühle wegzusperren, bin ich mir sicher dass ihr das auf die Füße fällt. Und ich bin mir auch sicher, dass es dann für uns zu spät sein wird.

Vielen Dank an alle Lesende, die es soweit geschafft haben. Ich freue mich über Beiträge und danke euch für euren langen Atem.

25.03.2021 05:17 • x 5 #1


leilani

leilani


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Zitat von Waltmeister:
Ich bin Weltmeister im Aushalten und Aufgeben ist keine Option.


Und damit ein 1A Burn-Out Kandidat.

Im sozialen Bereich wirst du dauerhaft nur überleben, wenn du peinlich genau auf deine Kräfte achtest und zwar von Anfang an. Wenn du tatsächlich irgendwann ausgebrannt bist, dann bleibt oftmals nur noch die Alternative sich ein neues Berufsfeld zu suchen.

Ich würde prinzipiell eine Arbeitsstelle aufgeben, wenn ich bereits zu Beginn überfordert werde. Das hat nix mit Schwäche zu tun, sondern ist Selbstfürsorge. Dann lieber weniger verdienen, aber noch Kraft für ein schönes Privatleben haben.

Ähnlich sehe ich das bei Liebesbeziehungen. Klar unterstützt man sich gegenseitig, dennoch muss es unterm Strich halbwegs ausgeglichen sein. Sprich wenn der eine die Hauptlast finanziell trägt, muss der andere in irgendeiner Form für Ausgleich sorgen, sonst ist es Ausbeutung.

Für die eigenen Bedürfnisse einzustehen nimmt einem aber leider keiner ab, die muss man selbst durchsetzen. Dadurch eckt man natürlich gerne an, vor allem wenn man persönlichkeitsmäßig ein Geber-Typ ist. Wie du aber gerade selbst merkst wird das einem oft nicht gedankt, was ich mE auch ok finde, wenn man selbst keine Grenzen gesetzt hat, abgesehen von der ein oder anderen Nörgelei am Rande.

25.03.2021 05:49 • x 6 #2



Freundin beendet Beziehung & hat schon Ersatz

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Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Walt, da meine Partnerin auch in dem Bereich unterwegs ist, weiss ich auch das es "sozial" bei Euch wahrlich nicht zu geht. Du musst hier Grenzen setzen, ansonsten wirst Du verschlissen. Ggf. mal zu einem anderen Träger wechseln wäre eine Idee.
Zu Deiner Ex: Sorry, aber Du hast Dich einfach für dumm verkaufen lassen. Du hast ihr das Studium zum großen Teil finanziert und sie aufgebaut. Wahrschrinlich hat sie vor den Eltern die große Medzinerin gespielt und dort Lob abgesahnt. Du wurdest benutzt und jetzt wirst Du entsorgt, da genug Kohle reinkommt durch den Mangelberuf.
Zu Dir: Du ziehst bitte umgehend aus der Kammer aus. Es ist Deine Wohnung. Schmeiss sie raus, bzw. schick sie auf die Couch. Du bist vollkommen betaisiert und lässt Dich unterbuttern. So geht es nicht, mein Lieber. Steh auf und steh für deine Werte ein.

25.03.2021 06:13 • x 13 #3


leilani

leilani


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Zitat von Gorch_Fock:
Du hast ihr das Studium zum großen Teil finanziert und sie aufgebaut.


So ne Einstellung finde ich allerdings auch was einseitig.

Solange die Gefühle noch groß sind und alles passt wird gerne gegeben. Läuft es schief bekommt man unter die Nase gehalten wie undankbar man doch ist.

Völlig verkehrte Einstellung. Gibt man freiwillig ohne gefragt zu werden finde ich die Einforderung von Dankbarkeit anmaßend.

Setzt man keine Grenzen ist man leider selbst Schuld.

Diese Opferhaltung finde ich echt nur schwer auszuhalten.

25.03.2021 06:19 • x 3 #4


Mienchen

Mienchen


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Zitat von leilani:
So ne Einstellung finde ich allerdings auch was einseitig. Solange die Gefühle noch groß sind und alles passt wird gerne gegeben. Läuft es schief bekommt man unter die Nase gehalten wie undankbar man doch ist. Völlig verkehrte Einstellung. Gibt man freiwillig ohne gefragt zu werden ...

Ich glaube nicht, daß er ihr das unter die Nase hält, um ihr zu zeigen wie undankbar sie ist.

Das es für ihn der berühmte Schlag in die Fresse ist, das kann ich sehr wohl nachvollziehen und sowas hat kein Mensch verdient.

In der Opferrolle sehe ich ihn nicht, er hat ja nicht nur geschluckt und nichts gesagt, er hat doch das Gespräch gesucht?! Und das er gekämpft hat und nicht gleich Grenzen in Form von Trennung gesetzt hat, das spricht auch sehr für ihn meine ich.

Lieber TE, auf irgendeine Art kommst Du mir vor, als wenn du ein Stück weit dieses Helfersyndrom hast. Das hab ich auch. Man gibt und möchte den, den man liebt glücklich machen und sieht manchmal nicht, daß man selber immer mehr verwelkt. Und wenn der andere blüht, dann ist man selber vertrocknet.

Ich glaube, in der gleichen Rolle wird sie bald sein.

Versuche in deinem Urlaub runter zu kommen, genieß den beginnenden Frühling und unternehme was mit Freunden, so weit dies möglich ist.

Ich drück dich aus der Ferne, das heilt wieder. Irgendwann

25.03.2021 07:31 • x 5 #5


leilani

leilani


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@Mienchen

Ist mir auch aufgefallen, dass mein Post etwas zu hart war, sorry.

25.03.2021 11:43 • x 1 #6


Tee-Freundin

Tee-Freundin


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Schmerzhaft.
Üble Geschichte zw. euch.

Du hast jetzt Seiten von ihr und deinem Ex-Kumpel gesehen, die Du nie sehen wolltest und nie vermutet hättest.
Sie sind jedoch beide so.
Akzeptiere das und ziehe die Konsequenzen.

Sie kommt mir egoistisch und auf ihren Vorteil bedacht vor. Den Du ihr leider gerne viel zu lange gewährt hast. In der Art eines Versorgers, um nicht zu sagen Sugar-Daddys.
Du hast zu viele Kröten geschluckt.
Warum Du das so lange mitgemacht hast ist eine Sache, die Du für Dich ergründen musst.
Als erstes zieht sie in die Rumpelkammer oder gleich zu ihrem Neuen.
Stelle sie vor vollendete Tatsachen.
Darfst Du!
Komm' aus der Passivität raus.
Selbstwirksamkeit fühlt sich besser an und Du holst Dir so auch Kontrolle über dein Leben zurück.
Stärkt Dich auch innerlich.
Dann schläfst Du vielleicht auch prompt besser. Es gibt schlaffördernde und beruhigend wirkende Nahrungsmittel, Gerüche und Geräusche, vielleicht ist was für Dich dabei.
Sei ab sofort gar nicht mehr nett zu ihr und fordere von ihr was ein.
Z. B. kaufst Du nur noch für Dich ein, überlegst Dir, was sie weiter mitbenutzen darf und sie trägt jetzt gefälligst auch zu Miete, Stromkosten etc. bei.
Falls ihr noch was gemeinsames habt wie Versicherungen, Auto, Konto... bitte zeitnah ändern.
Können auch Freunde / Eltern für Dich übernehmen.

Sie hat sich für einen Weg entschieden, dann darf sie jetzt auch alle Konsequenzen tragen die dazu gehören.
Wird ja ein spaßiges Leben mit der Traumtype, die sie sich angelacht hat.
Zitat von Waltmeister:
Spätestens wenn sie nicht mehr vor sich selbst weglaufen kann und es nicht mehr schafft ihre Gefühle wegzusperren, bin ich mir sicher dass ihr das auf die Füße fällt.

Nennt sich Karma, darf sie dann ohne Dich durch.
Stelle Dich und deine Bedürfnisse in den absoluten Mittelpunkt. Sie muss für sich schauen wo sie bleibt.

Wenn Dich deine Arbeit unterm Strich nicht glücklich macht(?), dann überlege Dir, ob sie es Wert ist, sich dafür tot zu schuften.

Wenn es Dir gerade schlecht geht, gleich aus welchem Grund, dann kannst Du dich krankschreiben lassen.
Mir wurde eine Krankschreibung wegen seelischem Schmerz angeboten.
Dass das geht wusste ich bis dato noch nicht mal. Da mein Arzt meinte, dass es keinen was anginge änderte er es um.
Direkt nach der Trennung stand ich auch total neben mir.
Hätte ständig weinen können und war mit dem Kopf woanders.
Richtung: "Denk' dran nach Autos zu gucken, wenn Du die Straße überquerst."
Statt blind rüberzugehen.
Arbeitsfähigkeit?
Fehlanzeige
Ich war eine Woche krank geschrieben.
Es war für mich die richtige Entscheidung.
Dein Urlaub dient der Erholung.
Derzeit bist Du aber krank, so, wie Du deinen Zustand beschreibst.
Dein Körper sagt Dir, was Sache ist. Nimm' ihn bitte Ernst.
Du kannst Dich auch im Urlaub krankschreiben lassen und der Urlaubsanspruch bleibt erhalten.

Es gibt auch andere Jobs von denen man gut leben kann.
Klar, Arbeitgeber wollen immer den nie kranken Mitarbeiter, der jederzeit gerne unbezahlte Überstunden macht, Tag und Nacht verfügbar ist, sich nie beschwert und zu allem ja und amen sagt.
Zitat von Waltmeister:
Ich bin Weltmeister im Aushalten und Aufgeben ist keine Option.

Es geht nicht immer um's Aushalten.
Es geht auch darum wofür Du etwas aushälst und ob es die Gegenleistung auch Wert ist.
Oder ob Du dir für nichts und wieder nichts den Ar... aufreißt.
Schütze Dich selbst.
Lerne nein sagen.
Achte mehr auf Dich und deine Bedürfnisse, dass ist deine Verantwortung. Du hast nur die eine Gesundheit, Schäden an ihr kann Dir keiner bezahlen.

In deiner Beziehung ist die Augenhöhe verloren gegangen. Du hast Dir zu viel bieten lassen und zu wenig verlangt.
Ändere es.
Je kürzer Du sie siehst, umso besser.
Stelle sicher, dass sie NICHTS von deinen Sachen beim Auszug mitnimmt. Kann auch wer anders für Dich überwachen.
Tu' Dir kein Couchsurfing an.
Tritt mehr für deine Interessen ein, verlange Respekt.
Zitat von Waltmeister:
ich bin mir auch sicher, dass es dann für uns zu spät sein wird.

Bitte, zeige Selbstachtung und Stolz:
Sie hat NICHTS mehr in deinem Leben verloren.
Dieses Recht hat sie verwirkt.

Du kannst Dich wieder aufrappeln.
Du schaffst das. Lass' Dich so viel wie möglich unterstützen.
Wenn sie dein Leben verlässt - dann nimmst sie auch alle ihre Probleme mit. Hat auch was positives.

Fühl' Dich fest gedrückt. :trost
Es kommen auch wieder bessere Zeiten.
Tee - Freundin

25.03.2021 17:02 • x 7 #7


Matroschka

Matroschka


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Hallo ,

An Deiner Stelle , würde ich sie direkt vor die Tür setzen , immerhin hat sie ja einen Schlafplatz und ihre Sachen kann sie nach und nach holen . Auch , falls sie im Mietvertrag steht , sei unbesorgt , es ist Oster - Urlaubszeit bis sie einen Anwalt hat - der kostet - ist der Drops eh gelutscht .

Dann hättest Du dein Bett zumindest zurück und damit ggf wieder besseren Schlaf .

Ich dachte mir so beim Lesen , dass es weniger um das emotionale geht , denn ich glaube dass hat sich schon lange abgenutzt , als vielmehr um die menschliche Enttäuschung . Emotional hat sie dich auflassen lassen , mitunter auch , weil du die Fürsorgliche Rolle übernommen hast und sie sich letztendlich bis zum Schluss darauf verlassen konnte .

Ich finde den Tipp mit der Krankschreibung gar nicht schlecht , habe ich auch erhalten , bei seelischer Überlastung , nur umschrieben . Statt ewig zu grübeln , wäre es sinnvoll einen Ausgleich zu finden , neue Bettwäsche , Handtücher , vielleicht stellst Du Wohnung um , neue Farbe an der Wand ,sich jeden Tag was gutes kochen , Sport ?

Mir hilft es super , alte " Freiheits - Single " Gefühle zu reaktivieren , wie es halt war , bevor es so eng wurde und man das Leben teilte . Alte Interessen aufleben lassen , sich wieder richtig breit zu machen im Bett auf der Couch , Spaghetti nur mit Ketchup und das Dessert bleibt im Kühlschrank und ist ganz für mich alleine ! Ich liebe solche Sachen , keine Rechtfertigungen ab zu geben , gehen wohin du willst , solange du willst , kaufen was Du für Dich ganz alleine willst und Zukunftspläne/ Träume in Angriff nehmen und realisieren?!?!

Du musst wirklich nicht immer stark sein , irgendwann kommen halt die Tränen und das ist auch ganz gesund ! Die Enttäuschung ist halt groß , aber nach deinem Urlaub ist deine Arbeit wieder da und vielleicht findest Du sogar schneller dadurch zurück zur alten Motivation und konzentriertheit , anstatt einen Energiesauger zu Hause zu haben !

Du schaffst das !

25.03.2021 18:21 • x 5 #8


Waltmeister


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Wow Leute. Was für tolle und umfangreiche Antworten. Vielen Dank, dass ihr euch da so viel Zeit nehmt. Ich würde gerne so viel aufgreifen und dem gerecht werden, und vielleicht tue ich das noch, aber mir fehlte einfach die Zeit.

Einen kleinen aktuellen Abriss gebe ich dennoch.
Gestern war ich bei 'nem Kumpel und habe 4 B. getrunken. Nach 3 Nächten ohne Schlaf und 2 Bananen, war ich im Nu betrunken und habe 8 Stunden geschlafen wie ein Baby. Heute bin ich etwas besser beieinander, aber ich merke, dass es mich zwischendurch immer wieder übermannt.
Sie teilte mir heute mit, dass ihr Auszug bereits in ein paar Tagen stattfindet. Zudem hat sie gesagt, dass sie auf gemeinsam angeschafte Güter verzichtet. Sie wirkte sehr aufgeräumt und emotional sortiert und klar. Für mich war in dem Moment klar, dass sie damit (vorerst) durch ist. Wir redeten etwas und sie sagte so Dinge wie: "Du wirst eine neue Frau finden, die zu dir passt, so wie ich einen neuen Mann finden werde, aber wir zusammen sind es nicht". Das zeigte mir deutlich die Marschrichtung und mir ist nun klar, dass ich mich jetzt auch lösen muss. Das war eine starke Realitätsklatsche für mich. Sie sagte mir auch, dass "unser gemeinsamer Freund" ihr gerade viel hilft und ihr Halt gibt, aber dort nichts laufen würde. Sie sagte aber auch, dass er ihr bereits gesagt hat, dass er sie gut findet und mehr möchte. Als ich ihr sagte, dass ich weiß, dass sie ihn auch gut findet, war sie still und schaute auf den Boden. Dass das so ist, hat sich in der Vergangenheit bereits bestätigt. Sie sagte mir auch, dass sie erstmal heilen müsse und keine Absichten hätte. Das kann ich ihr jedoch nicht glauben, da hier gerade viele Pakete ankommen, in denen neue Unterwäsche, neues Nachtzeug und auch Verhütungsmittel drin waren. Sie weiß nicht dass ich weiß, aber ich bin hart am ringen mit mir, sie damit NICHT zu konfrontieren.

Zudem treffe ich heute den besagte Typen und werde auch mit ihm nochmal ins Gespräch gehen. Im Endeffekt geht es mich ja nichts mehr an, aber sich direkt eine Woche nach der Trennung an sie ranzumachen geht für mich gar nicht klar. Ich werde ihm auch mitteilen, dass ich derzeit keinen weiteren Kontakt zu ihm wünsche. Danach gibt es woanders ein paar B. und dann zu Bett.

Die letzten 3 Tage waren wirklich die schrecklichsten meines Lebens und ich habe damit nicht gerechnet, dass es mich noch einmal so umwaffelt. Da ich glaube, dass ein "ich liebe dich" mit dem Älterwerden immer wieder neu definiert wird. Als ich das erste mal zu ihr "ich liebe dich" sagte, habe ich noch ergänzt "und das habe ich noch nie so bewusst gesagt wie jetzt" war mir nicht klar, dass nach so etwas unvergleichbar Intensivem auch ein Abschied unvergleichbar intensiv wird. Ich weiß, dass es noch viele Km zu laufen gibt in meinem Tal und ich werde es so aufrichtig und offen wie möglich tun, aber die Tatsache dass ich darum weiß und da bewusst mit umgehe, macht es nicht einfacher, sondern nur noch schwerer.

Da die Zeit etwas drängt, muss ich hier an diesem Punkt Schluss machen. Ich werde mit meinem Kurzabriss hier niemandem gerecht und ich danke euch nochmal, dass ihr euch hier so viel Zeit nehmt und euch mit meinem Mikrokosmus auseinandersetzt, ist schon beeindruckend. Herzlichen Dank.

26.03.2021 18:21 • x 3 #9


Waltmeister


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Ein weiteres Update von mir via Handy.

Ihr neuer ist zum Gespräch nicht erschienen und hat sich entschuldigen lassen. Gestern jedoch rief er mich an und war sehr wortkarg. Er sagte nur, dass er mir beichten wolle, dass er ihr seine Gefühle gestanden hatte und dass es nichts körperliches sei. Dazwischen viel Gestammel. Ich sagte ihm darauf hin was er nun denkt was nun passiert und dass ich keinen weiteren Kontakt zu ihm möchte. Gespräch zu ende. Kurz und schmerzlos.

Heute ist sie erneut zu ihm gefahren. Natürlich hat sie sich vorher wieder aufgebrezelt. Verhütungsmittel hat sie auch dabei und ist noch immer da.
Ich kriege das Kopfkino gerade nicht weg. War heute bei meiner Mutter und habe mich etwas versorgen lassen. Habe sogar was gegessen und durch das tolle Gespräch etwas Ruhe finden können. Diese innere Ruhe habe ich beim nach Hause kommen leider direkt wieder verloren.
Am liebsten würde ich sie, wenn sie zu Tür reinkommt, direkt vor die Tür setzen und wieder zu ihm schicken. (Leider steht sie im Mietvertrag).
Hatte sie vorgestern im Gespräch noch gebeten mit dem *beep* wenigstens zu warten bis sie ausgezogen ist.
Ach es ist gerade einfach schwer auszuhalten und es zerreißt mich innerlich gerade förmlich. Ich bin so endlos entsetzt, dass sie gerade so auf alles schei. und drüberbügelt. Hätte ihr so ein Verhalten bis vor 14 Tagen nicht zugetraut.

29.03.2021 00:45 • #10


Tee-Freundin

Tee-Freundin


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Mach' was für Dich:
Sie vor die Schlafzimmertür setzen.

Vor diese Tür kannst Du sie wenigstens setzen.
Dann darf sie sich freuen, wenn sie wieder kommt.
Bett neu beziehen, gemütlich machen, Raum umgestalten, ablenken.
Fesselnden Film gucken, z.B. Air Force One, Shanghai Noon oder worauf Du Lust hast.
Auch für Liebeskummer da, ist z.B. die Telefonseelsorge.
Man hört Dir dort zu, die ganze Nacht.
(0800 111 0111)

Ich glaube Du fühlst dich wohler und schläfst bequemer im richtigen Bett.
Anstatt in der Rumpelkammer still vor Dich hin zu leiden.
Zitat von Waltmeister:
Ich bin so endlos entsetzt, dass sie gerade so auf alles schei. und drüberbügelt.

SIE wird es bestimmt vollkommen verstehen (müssen), wenn Du Dich genau so verhälst, anstatt ein Heiliger zu sein.
Wäre für mich ausgleichende Gerechtigkeit.
Sei mal etwas härter ihr gegenüber.
Verträgt sie.
Was soll passieren?

Tu' was positives für Dich.

29.03.2021 01:09 • x 1 #11


Lebensfreude

Lebensfreude


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du hast, v.a. finanziell, mehr gegeben, als gut für dich war. Sie konnte es nicht ausgleichen und wurde deshalb wütend. Die Wut oder der Ärger darüber wird jetzt auf dich projiziert.
Ich finde auch: sofort raus aus der Rumpelkammer, da kann sie ja pennen.
Und besteh darauf, dass sie die Schulden bei dir zügig zurückzahlt.

29.03.2021 01:11 • x 3 #12


Tee-Freundin

Tee-Freundin


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Dass es jetzt schwer ist und weh tut verstehe ich.
Kopf hoch, ist bald vorbei durch ihren Auszug.
Zumindest der jetzige Zustand.

Ihr Neuer... was'n Traummann. *Ironie*
Erforderte deinerseits Mut, ihn noch mal treffen zu wollen. Sagt genug über ihn aus, dass er nicht erschien.

Fall Du nicht schlafen kannst nutze die Zeit. Und wenn Du joggen gehst, Gewichte stemmst oder alle deine Sachen ihrem Zugriff entziehst. Egal.
Plane die Wohnung schon nach deinen Wünschen um.
Bewusst anderes Kopfkino.

Alle Gedanken & Gefühle zu Papier zu bringen kann auch helfen.
Was tust Du Schönes nach ihrem Auszug?
Anstoßen mit 'nem Kumpel? :wink:
Um ein neues Kapitel im Leben aufzuschlagen.

Es wird dauern, ohne Frage, aber es wird wieder.

29.03.2021 02:09 • x 3 #13


Lebensfreude

Lebensfreude


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@Tee-Freundin genau!

29.03.2021 02:28 • x 1 #14


sadMonkey


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Zitat von Tee-Freundin:
Auch für Liebeskummer da, ist z.B. die Telefonseelsorge.
Man hört Dir dort zu, die ganze Nacht.
(0800 111 0111)
...

Meine Erfahrung mit der Telefonseelsorge, als ich gerade eine Panikattacke nach meiner Horrortrennung aus der toxischen Beziehung hatte war der absolut skandalös.

Ich war von der Tonlage und vom Sprechen her eindeutig hörbar panisch und "am Boden". Die Dame sagte 20 Minuten hätte ich maximal Zeit.

Als ich dann von den krassen empathielosen Verhaltensweisen und meiner Verzweifelung berichtete erhielt ich null Verständnis, oder beruhigende Worte. Die Dame am Telefon war von Anfang an schnippisch, obwohl ich auch nett war und mich schon beim rangehen bedankte und sagte wie schlecht es mir ging.

Ende vom Lied war nicht ein einziges aufbauendes Wort für mich oder auch nur ein "Verständlich, dass es für Sie schwer ist" o.ä.

Als ich meine Geschichte erzählt hatte, sagte die Dame mir nur so sie müsse jetzt auflegen, meine Ex hätte sich eben konsequent getrennt und das hätte ich gefälligst zu akzeptieren.

Ich war wirklich wirklich unendlich entsetzt danach. Wenn ich vor dem Gespräch wirklich kurz davor gewesen wäre von der Brücke zu springen - nach dem Gespräch hätte ich es getan...

Das mal als kleine Anekdote nebenbei.

29.03.2021 05:00 • x 1 #15



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