Einsam2019
Gast
mal ne Frage:
Ich bin seit 6-7 Jahren mit einer Nachbarin mehr oder weniger befreundet.
Sie ist viel unterwegs, hat so ihre Kollegen und Familie, viel Stress, wenig Zeit.
Unsere Bekanntschaft belief sich früher immer so auf gegenseitiges Helfen und sporadische Gespräche bei zufälligen Treffen.
Die letzten Jahre ist es freundschaftlicher geworden. Wir waren häufig zusammen spazieren, haben bei Sonne im Park rumgehangen, sie war öfters mal auf n Tee bei mir, oder ich auf n Essen bei ihr, und so weiter.
Allerdings war es immer so, dass die Treffen so zwischen Tür und Angel statt fanden.
Nach dem Motto: Gleich kommt n Kumpel vorbei, hast Du vorher ne halbe Stunde Zeit fürn Spaziergang?!
Ich hab mich da häufig zurück genommen und mich dann nach ihr gerichtet. Habe selber mehr Zeit und konnte das ja so einrichten.
In letzter Zeit war das aber dann auch häufig so, dass sie dann teilweise alle Gespräche und Spaziergänge so abrupt abgebrochen hat, dass ich das schon richtig verletzend fand.
Man war gerade so nett am Erzählen und Zack, wollte / musste sie wieder weiter.
Oder hat halt Besuch von ihren richtigen Freunden bekommen, die halt wichtiger sind.
Für mich war das irgendwie sehr ätzend, weil ich mir vorkam wie ein Lückenfüller.
Hab ihr das dann auch so gesagt und sie meinte, dass das bestimmt nicht so sei. Sie hätte halt kaum Zeit und so.
Ich sagte dann, dass es mir lieber wäre, wenn wir uns dann vielleicht etwas seltener treffen würden, aber dafür mit etwas mehr Spielraum.
Für mich war das auch wichtig mal abzuklären, wo wir eigentlich stehen. Ich habe das halt immer freundschaftlicher wahrgenommen, sie hingegen hat sich nicht gerade wie ne Freundin verhalten.
Sie fand das auch verständlich und wollte sich dann wegen einem Termin melden.
Nach 3 Wochen kam immer noch nix, stattdessen waren jeden Tag irgendwelche Leute bei ihr.
Hab mir dann meinen Teil gedacht und war ziemlich traurig.
Nach weiteren 2 Wochen war ich wieder gut drauf und hab drauf ge schissen. Hab nur noch gegrüßt und das wars.
Sie wollte dann reden, für mich war das dann aber erledigt,
Naja, in der weiteren Zeit schien sie zunehmend schlecht drauf zu sein.
Irgendwann hab ich sie dann kürzlich angeschrieben und wollte der Sache nochmal ne Chance geben.
Sie hat sich auch sehr gefreut, wir waren wieder spazieren, etc.
Jetzt, nach ca. 1 Woche, ist alles wieder beim Alten.
Sie schreibt, ob ich spazieren will - aber um Punkt 17 Uhr - entweder ich hätte dann halt Zeit oder nicht.
Dann fragt sie, ob wir eine zusammen rauchen - aber kaum ist ihre Fluppe auf, haut sie ab, und das wars dann wieder.
Soooooo.
Und nun zur Frage:
Was ist das?
Und was tut man da?
Ich habe überhaupt keinen Bock mich immer so abblocken zu lassen, aber den Kontaktabbruch will sie ja nicht.
Aber hat sowas was mit Freundschaft zu tun?
Hab ich da ne Macke, wenn ich das enttäuschend finde?
Würdet ihr das mitmachen oder würdet ihr da auch sagen, dass sie mal ihr Leben leben soll.
Das Problem ist nämlich:
Wenn ich sie jetzt links liegen lasse, bin ich wieder das Ar schloch.
Erwarte ich zuviel?
Weil, ich kapiere nicht was das sein soll.
Eine zeitlich strukturierte Freundschaft zu einem Nachbarn, der kein Lückenfüller ist, aber auch nicht in ihr Leben passt?