Mischka
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Ja, er hat mir durchaus den finanziellen Boden unter den Füßen weggerissen. Er braucht keine Sorgen zu haben, solange er Next hat. Die ist ja gut betucht. Laut meinem Anwalt hat unser jüngster Sohn keinerlei Unterhaltsansprüche gegen uns, da er selbst schon genug verdient. Ich hätte zwar noch Anspruch auf Trennungsunterhalt, solange meine monatlichen Einnahmen noch nicht steigen, aber es wäre auch so, dass ich ihm einen Mietausgleich zahlen müsste und mir ein Wohnvorteil angerechnet würde, da ich ja das Haus weiter bewohne. Dass das noch abgezahlt werden muss, interessiert den Gesetzgeber nicht. Was dann übrig bleibt, ist so marginal, dass er das dann auch behalten kann. Ich will es nicht.
Du hast das vermutlich genau richtig beschrieben, was er sich wünscht, Nalea. Und ich komme dem tatsächlich zum ersten Mal nicht voll umfänglich nach. Ich stehe ihm nicht mehr zur Verfügung. Das kennt er nicht von mir. Es wird eine Mischung aus schlechtem Gewissen, Frust wegen der Zurückweisung und Traurigkeit sein, weshalb er sich nicht gemeldet hat. Dass ich ihm im Prinzip noch entgegen komme, dass ich mich zurück ziehe, das sieht er nicht. Dass er mit Next dabei ist, mich durch ihr gemeinsames Verhalten zu demontieren, sieht er vermutlich in dem Umfang auch nicht. Da werde ich ihm bei passender Gelegenheit mal freundlich auf die Sprünge helfen, wenn mein Kessel nicht mehr so arg pfeift.
Das einzige, was ich mir wünsche, ist ein bisschen Rücksicht und Respekt vor unseren gemeinsamen Jahren. Das kann doch nicht zuviel verlangt sein. Natürlich muss er seinen Teil dazu beitragen und dazu gehört auch ein kleiner Eiertanz mit Next. Das kann ich ihm nicht ersparen. Und wenn Next ihren Gehirnskasten mal anschmeißt, müsste ihr klar sein, dass man Respekt nur dann erwarten kann, wenn man auch selbst bereit ist, ihn zu geben. Und genau das sehe ich bei ihr nicht. Sie muss ihn nicht ablecken, wenn ich in Sichtweite bin. Das ist für mich pure Provokation.
Ich habe ihn zwar als Ehemann verloren - aber nicht meine Lebensperspektive. Da sind ja noch ganz viele Herzensmenschen, allen voran unsere Kinder und kommende Enkelkinder. Schlußendlich auch ich selbst, denn ich war wohl zeitweise so harmoniesüchtig, dass ich vieles unter den Teppich gekehrt und meine eigenen Wünsche hintenan gestellt habe. Ich werde mich auch weiter bemühen, das "Große Ganze" zusammen zu halten. Aber nicht mehr um jeden Preis. Der, den ich gezahlt habe und noch zahlen werde, ist hoch, das ist mir bewusst. Ich muss aufpassen, dass ich nicht abkacke und mir treu bleibe.
Wisst ihr was? Ich war so dermaßen zornig, dass ich tatsächlich überlegt habe, mir über irgendein Dating-Portal einen Kerl anzulachen, der mich zur nächsten Familienfeier begleitet und da mit mir rummacht - damit ER mal merkt, wie das ist. Auf so bescheuerte Gedanken kommt man, wenn man nur noch wütend, traurig und zutiefst verletzt ist und die Gefühle mit Füßen getreten werden.
Keine Sorge, mache ich nicht.
So tief kann ich nie sinken.
Aber was Zorn doch für Gedankenblüten treiben kann....

Nun heißt es, sich aus den Trümmern ein neues Lebensgerüst zu bauen, das wird dauern. Aber die Zeit müssen wir uns nehmen, damit es wieder stabil wird. Es ist auch eine Chance, sich selbst Schritt für Schritt wieder zu entdecken, die Leere langsam wieder zu füllen.