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Frührentner mit 40 - keine Chance mehr?

Elfe11


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Ich hatte einen psychisch kranken Partner und habe jahrelang sehr darunter gelitten. Passivität, keine Kommunikation, Abhängen vor dem TV, Alk., keine Unternehmungen und Pläne, kein Zusammenleben, Unzuverlässigkeit, launischen Verhalten, Abwertungen, Neid auf mich, kein Beistand in Krisensituationen oder im Alltag und vieles mehr! Dennoch war und bin ich sehr verliebt in diesen Mann. Er war übrigens sehr erfolgreich im Beruf und hat Karriere gemacht. Er konnte sehr gut schauspielern und lügen und andere ausnutzen! Letztlich ging er ständig fremd und war einfach instabil im seinen Beziehungen. Ich war rund um die Uhr damit beschäftigt gute Laune zu haben und ihn zu motivieren. Auch 2 Urlaube musste ich bezahlen, die Lebensmittel, Spritkosten. Die Pendelei musste ich übernehmen. Er knabberte an seinem Immokredit. Ich sollte 24/7 nur für ihn da sein und seine Bedürfnisse erfüllen. Als ich dann einmal krank wurde und seine Unterstützung gefragt war, war er sofort weg und suchte sich eine neue junge Energie Tankstelle. Mein Geld für die Urlaube etc. bekam ich nie zurück! Es kommt tatsächlich darauf an wie sich deine Depressionen auswirken. Ich denke, eine Beziehung ist möglich, aber vermutlich nicht mit dem Top Model von dem du träumst.

20.01.2020 12:45 • x 3 #31


MissLilly

MissLilly


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Zitat von Elfe11:
Ich war rund um die Uhr damit beschäftigt gute Laune zu haben und ihn zu motivieren.


ach ja.....ich erinnere mich auch noch sehr gut daran...ich hätte mich bei einem Entertainment -Wettbewerb anmelden können und hätte den haushoch gewonnen

20.01.2020 12:51 • x 4 #32


aquarius2

aquarius2


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Zitat von VictoriaSiempre:
Die finanzielle Situation würde mich nicht so abschrecken wie die Tatsache, dass jemand mit 36 wegen psychischer Erkrankungen bereits dauerhaft arbeitslos ist und Rente bezieht.


Genau, denn auch wenn ich meinen Beruf manchmal hasse wegen seiner vielen Nachteile, ich möchte niemals vom Arbeitslosengeld Hatz4 oder Rente leben, solange ich noch arbeiten gehen kann. Vielleicht ist es nicht mit dem TE vergleichbar, aber ich würde mich toal schlecht fühlen, wenn ich jetzt schon von einer Rente leben müsste und ich bin um einiges älter!

Zitat:
Ich hatte einen psychisch kranken Partner und habe jahrelang sehr darunter gelitten. Passivität, keine Kommunikation, Abhängen vor dem TV, Alk., keine Unternehmungen und Pläne, kein Zusammenleben, Unzuverlässigkeit, launischen Verhalten, Abwertungen, Neid auf mich, kein Beistand in Krisensituationen oder im Alltag und vieles mehr! Dennoch war und bin ich sehr verliebt in diesen Mann.


Der Vorgänger von meinem Forengrund war auch depressiv und vieles war bei mir auch so. Letztendlich musste ich gehen, ich wäre sonst kaputt gegangen. Mein Ex hat es verstanden und mich nie deshalb verurteilt, denn auch sein Vater war depressiv und seine Mutter war irgendwann körperlich und seelisch am Ende. Sie ist sogar vor ihrem Mann gestorben. Heute haben wir wieder Kontakt, wissen aber beide eine Neuauflage unserer Beziehung wird es nicht geben.
Er sagt von sich selbst, er will nicht noch eine Frau unglücklich machen.

20.01.2020 12:55 • x 2 #33


blumenfrau


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Zitat von Elfe11:
Ich hatte einen psychisch kranken Partner und habe jahrelang sehr darunter gelitten. Passivität, keine Kommunikation, Abhängen vor dem TV, Alk., keine Unternehmungen und Pläne, kein Zusammenleben, Unzuverlässigkeit, launischen Verhalten, Abwertungen, Neid auf mich, kein Beistand in Krisensituationen oder im Alltag und vieles mehr!


Das waren exakt auch meine Erfahrungen.
Als Partner musste ich mich und meine Bedürfnisse schon sehr zurück nehmen.

Zum Arbeiten war er zu depressiv, zum Feiern und Zocken bis in den Morgen hinein jedoch fit genug.
Ich werde nie verstehen, warum er nicht mehr arbeiten gehen wollte bzw. keine Therapie machte, um dieses Ziel zu erreichen.

Es liegt mir fern, Menschen abzuwerten, die wirklich depressiv sind. Ich arbeite mit psychisch Erkrankten. Die depressiven unter ihnen sind nicht in der Lage zu arbeiten, aber auch nicht eine Beziehung zu führen.

20.01.2020 13:28 • x 5 #34


MissLilly

MissLilly


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Zitat von blumenfrau:
Die depressiven unter ihnen sind nicht in der Lage zu arbeiten, aber auch nicht eine Beziehung zu führen.

20.01.2020 13:31 • x 3 #35


aquarius2

aquarius2


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Zitat von blumenfrau:
Zum Arbeiten war er zu depressiv, zum Feiern und Zocken bis in den Morgen hinein jedoch fit genug.


Schon komisch, da hast du recht.

Zitat von blumenfrau:
Es liegt mir fern, Menschen abzuwerten, die wirklich depressiv sind. Ich arbeite mit psychisch Erkrankten. Die depressiven unter ihnen sind nicht in der Lage zu arbeiten, aber auch nicht eine Beziehung zu führen.


Haben die gezockt? Haben die Substanzen mißbraucht?

20.01.2020 13:42 • #36


MissLilly

MissLilly


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Vielleicht kauft sich der TE mal lieber ein paar Bücher zum Thema "Resilienz".....ich denke damit ist ihm mehr geholfen, als mit einem solchen Thread....

20.01.2020 13:47 • #37


Minnie


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Ich hatte 12 Monate eine Beziehung mit einem depressiven (aber arbeitsfähigen) Mann.
Ich war deutlich besser gestellt und fand das beständige Geldproblem mühsam (Kaffe trinken, Kino, Theater...) und dann noch die Verantwortung dafür bekommen, dass er gute Laune hat. War ich nicht erreichbar oder an einem Treffen interessiert (weil Zeitmangel) kamen seine Selbstzweifel - das war mühsam

20.01.2020 13:54 • x 3 #38


tina1955


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Ein sehr heikles Thema, was hier angesprochen wird.
Ob man mehreren Gutachtern eine dauerhaft psychische Erkrankung vorgaukeln kann, wage ich zu bezweifeln. Da gibt es eindeutige Testreihen, die man bestehen muss, bevor man dauerhaft die Rente bekommt.

Ob so ein Partner ein NoGo ist?
Ich kann es pauschal nicht beantworten, dazu muss man den Menschen erst mal kennen lernen.

Abschreckung für mich wäre nicht unbedingt das wenige Geld, sondern der Umfang der Erkrankung und seine Auswirkungen auf ein gemeinsames Leben unter einem Dach.

Wenn ein Patient gut auf seine Medikamente eingestellt ist, es zu keinen Episoden kommt, würde ich erwarten, dass sich der Partner wenigstens um einen Nebenjob bemüht und somit auch eine Herausforderung hat, täglich sein Ego aufzubauen oder zu erhalten.

Ein Mann, der zu Hause sitzt und auf meine Heimkehr wartet, den ich noch belustigen muss, wenn ich vom Dienst zurück komme, das wäre ein NoGo für mich.

Wenn der TE sagt, er spürt keine Anzeichen von seiner Erkrankung, dann darf er auch arbeiten gehen.

Der Wille zählt, aus der Situation heraus zu kommen, gesund zu werden, sich am gesellschaftlichen Leben beteiligen zu wollen.

Leider ruhen sich zu viele Patienten in diesen Situationen aus, haben Angst ihre Rente falls diese nur befristet gewährt wird, zu verlieren und haben Angst nie wieder im Arbeitsleben Fuß zu fassen.

Das wird zu einer Spirale ohne Ende.

Pauschal kann ich die Frage des TE für mich nicht beantworten. Es kommt auf die Gesamtsituation an.
Und darauf ob man mit ihm und seiner Erkrankung noch seine zuvor gesteckten Ziele verwirklichen kann.
Darauf würde ich zum Beispiel bei einer neuen Partnerschaft nie verzichten wollen. Ich möchte weiterhin reisen, fliegen, Wellness-Wochenenden, Wassersport und Wintersport betreiben und auch das muss ja für 2 Personen dann finanzierbar sein.

Sollte jedoch mein Partner erkranken, wäre es für mich kein Grund sich deswegen zu trennen.
Da gilt das Sprichwort in Guten, wie in schlechten Zeiten.

Ich weiß nicht, ob ich mich jetzt richtig ausgedrückt habe?

20.01.2020 13:58 • x 4 #39


YsaTyto

YsaTyto


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Mir ist es egal, ob mein Mann arbeitet oder nicht und meine große Liebe hatte irgendwann auch nicht mehr gearbeitet. Allerdings ist es mir persönlich sogar sehr wichtig, wenn nicht vielleicht sogar das wichtigste, dass mein Süßer etwas hat, das ihn antreibt im Leben, so eine Art Vision, wobei das hochgestochen klingt. Kann ja auch bedeuten, die Erde mit Butterblumen zu bepflanzen Das haben aber auch die meisten berufstätigen Männer gar nicht. Sie leben für die Arbeit (selbst wenn sie keinerlei Sinngefühl vermittelt) und suchen für die freie Zeit ein Weibchen, das die (mehr oder weniger)-Ödnis etwas belebt. Da renne ich schreiend weg. Das sind so Menschen, die nichts mit sich anfangen wissen, wenn Wochenende ist.
Und ich hätte auch keine Lust, meinen Liebsten dauernd zur Lebenslust zu überreden. Ein melancholisches Gemüt ist mir auch recht, sofern es nicht passiv macht.

20.01.2020 14:09 • x 3 #40


tina1955


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Zitat von YsaTyto:
Mir ist es egal, ob mein Mann arbeitet oder nicht und meine große Liebe hatte irgendwann auch nicht mehr gearbeitet. Allerdings ist es mir persönlich sogar sehr wichtig, wenn nicht vielleicht sogar das wichtigste, dass mein Süßer etwas hat, das ihn antreibt im Leben, so eine Art Vision, wobei das hochgestochen klingt. Kann ja auch bedeuten, die Erde mit Butterblumen zu bepflanzen Das haben aber auch die meisten berufstätigen Männer gar nicht. Sie leben für die Arbeit (selbst wenn sie keinerlei Sinngefühl vermittelt) und suchen für die freie Zeit ein Weibchen, das die (mehr oder weniger)-Ödnis etwas belebt. Da renne ich schreiend weg. Das sind so Menschen, die nichts mit sich anfangen wissen, wenn Wochenende ist.
Und ich hätte auch keine Lust, meinen Liebsten dauernd zur Lebenslust zu überreden. Ein melancholisches Gemüt ist mir auch recht, sofern es nicht passiv macht.


Also da muss ich mal heftig widersprechen.

Wir arbeiten beide um zu leben
und
leben somit logischerweise um zu arbeiten.

20.01.2020 14:16 • #41


aquarius2

aquarius2


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Wer mit 36 wegen Depression und Stressanfälligkeit (Burnout) zum Frührentner wird kann mir nicht sagen, dass es keinerlei Auswirkungen auf sein Leben hat.

Was erwartet eine junge Frau vom Leben? Sie will Karriere machen, eine Familie gründen, all das? Kann sie das mit einem Mann, der Frührentner ist? Ich habe früher viele Patienten mit Niereninsuffizienz betreut, die regelmäßig zu Dialyse mussten. Damals hat man sie gleich berentet, weil der Verdienst war geringer, als die Rente, die sie bekommen haben. Was macht das mit den Menschen? Sie verlieren so nach und nach ihre sozialen Kompetenzen, ziehen sich von Freunden und Verwandten zurück. Irgenwann bestand ihr soziales Umfeld nur noch aus den allernächsten Angehörigen, den anderen Dialysepatienten, dem Taxifahrer etc. Die Rente ist ja auch nicht so hoch gewesen, dass man große Sprünge machen konnte. Reisen war möglich, aber man brauchte ja einen Dialyseplatz. Nach spätestens 5 Jahren war nichts mehr mit den meisten los, die waren total träge auch depressiv und auch die Freunde und Partner trennten sich von ihnen, weil sie eben nicht mehr belastbar waren.
Eine Frau in diesem Alter erwartet meist noch was vom Leben in den Alter will sie Karriere machen und oder eine Familie gründen und ein nicht belastbarer Partner, der zudem nur ein geringes Einkommen hat und keinen Grund sieht, das zu ändern wäre da auch nicht meine 1. Wahl gewesen.
Nicht nur ich denke so, ähnlich tun das hier auch andere. Jeder der arbeiten kann sollte dies auch tun und wenn möglich auch wieder aus der Frührente rauskommen, Rente auf Zeit ok, aber wer so jung ist und nicht einarmig im Rollstuhl sitzt kann irgendwas arbeiten.

Zitat von tina1955:
Ob so ein Partner ein NoGo ist?
Ich kann es pauschal nicht beantworten, dazu muss man den Menschen erst mal kennen lernen.


Genau!

Zitat von tina1955:
Abschreckung für mich wäre nicht unbedingt das wenige Geld, sondern der Umfang der Erkrankung und seine Auswirkungen auf ein gemeinsames Leben unter einem Dach.


Im Alltag gingen die Beziehungen meiner Patienten oft genug in die Brüche. Die, die zusammenblieben waren meist so, dass sie viel Zeit für die Familie aufgewendet haben, oder halt ihren Anteil in Form von Hausarbeit einbrachten.

Zitat von tina1955:
Ein Mann, der zu Hause sitzt und auf meine Heimkehr wartet, den ich noch belustigen muss, wenn ich vom Dienst zurück komme, das wäre ein NoGo für mich.


Nicht nur für dich, glaube es mir-

Zitat von tina1955:
Wenn der TE sagt, er spürt keine Anzeichen von seiner Erkrankung, dann darf er auch arbeiten gehen.


Auch das sehe ich ähnlich wie du.

Zitat von tina1955:
Der Wille zählt, aus der Situation heraus zu kommen, gesund zu werden, sich am gesellschaftlichen Leben beteiligen zu wollen.


Genau!

Zitat von tina1955:
Leider ruhen sich zu viele Patienten in diesen Situationen aus, haben Angst ihre Rente falls diese nur befristet gewährt wird, zu verlieren und haben Angst nie wieder im Arbeitsleben Fuß zu fassen.

Das wird zu einer Spirale ohne Ende.


Eben, deshalb sollte man wenigstens Teilzeit arbeiten und alles dafür tun, dass man gesund wird oder die Krankheit im Griff hat und alles vermeiden, was so eine Abwärtsspirale fördert. Wer erst mal einige Jahre aus dem Arbeitsleben raus ist, der hat auch heute schlechte Karten.

Zitat von tina1955:
Sollte jedoch mein Partner erkranken, wäre es für mich kein Grund sich deswegen zu trennen.
Da gilt das Sprichwort in Guten, wie in schlechten Zeiten.


Sehe ich genauso wie du!

20.01.2020 14:29 • x 3 #42


Huntress

Huntress


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Zitat von blumenfrau:


Ich finde es unhöflich, dass der TE nicht antwortet.


...das der TE nicht antwortet liegt bestimmt daran, das er mit dem Teilzeitmodel unterwegs ist und auf "Compliment fishing" getrimmt wird....joahhh ....."und sie hatte doch schon für die richtig großen high end Modezeitschriften ihr Teilzeitmodelface hingehalten"....verstehste der is buisy....

20.01.2020 14:43 • x 2 #43


MissLilly

MissLilly


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Zitat von Huntress:
..das der TE nicht antwortet liegt bestimmt daran, das er mit dem Teilzeitmodel unterwegs ist und auf "Compliment fishing" getrimmt wird....joahhh ....."und sie hatte doch schon für die richtig großen high end Modezeitschriften ihr Teilzeitmodelface hingehalten"....verstehste der is buisy....


einfach MEGA....kann nicht mehr vor lachen...

20.01.2020 14:48 • x 3 #44


aquarius2

aquarius2


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Er wird vielleicht still mitlesen und sich irgendwann, wenn er sich von unseren oft kritischen Antworten erholt hat darauf eingehen. Wie gesagt, wenn er nicht eingeschränkt durch seine Erkrankungist, müsste das früher oder später der Fall sein.

20.01.2020 14:53 • x 1 #45




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