Zitat von Elfe11:Meine Erfahrung mit einem psychisch kranken Partner ist die, dass ein gemeinsamer Alltag nicht machbar ist. Ständiger Kontaktabbruch, Wutanfälle mit Tendenz zu häuslicher Gewalt, Nicht Antworten und Nicht ans Telefon gehen, das alles zählt mit zu den Symptomen. Mehrfach hat er mir Szenen gemacht in der Öffentlichkeit ohne Grund und mich in ein schlechtes Licht gerückt. Ich musste irgendwann einsehen, dass ich ein Helfersyndrom habe. Sogar jetzt auf Abstand nach der Trennung ist sein Verhalten gleich. 3x ein Treffen vereinbart, er sagt alle 3 Treffen kurz vorher ohne Angabe von Gründen ab. Und dann bettelt er um das 4. Treffen. Trifft man sich im Cafe, springt er nach 20 Minuten auf und meint, er lässt sich nicht beleidigen. Kein Mensch hätte ihn beleidigt! Aber es gab Themen zu besprechen, seine Unzuverlässigkeit, sein Verschwinden ohne Bescheid zu geben, sein promiskuitives Verhalten und Lügen etc. Partnerschaftliche konnte nie besprochen werden. Der Fernseher lief non-stop. Ein Fass ohne Boden!
Da sieht man mal, dass kein Thread überflüssig ist, auch wenn der TE nicht antwortet.
So haben wir noch einen Austausch über unsere Erfahrungen mit einem depressiven Partner.
Was du, liebe Elfe, beschreibst, trifft auf meinen Ex auch alles zu. (Zum Glück sind nicht alle depressiven so)
Im Idealfall hat ein Mensch mit Depressionen einen Gefühl dafür, wann er wieder in eine depressive Phase rutscht und kann dies und seine Bedürfnisse kommunizieren. Dann hat der Partner die Chance zu verstehen und kann sich je nach Bedürfnis des Erkrankten zurückzuziehen oder Beistand leisten.
Schwer ist eine indirekte Kommunikation, abrupter Kontaktabbruch oder schlechte Laune....
Als ich meinen Ex kennen lernte, erzählte er mir schon beim ersten Treffen, dass er mal Depressionen hatte, dies aber Jahre her sei. Er wäre nun völlig gesund.
Zwei Monate später, wir waren in der Verliebtheitsphase, traf ich ihn unerwartet in der Stadt. Ich war auf dem Weg zur Arbeit und freute mich, ihn zu sehen. Er hingegen hatte ein versteinertes Gesicht, wie ich es vorher nie bei ihm sah (später dann ständig). Er begrüßte mich auch nicht wie sonst.
Ich fragte, was denn los sei und er machte nur Andeutungen (Ich kann dir das nicht sagen. Wir sprechen ein andermal darüber).
Ich bezog sein Verhalten auf mich und glaubte, er wolle andeuten, Schluss zu machen. Aber ich konnte mir nicht vorstellen warum. Wir hatten damals keinen Streit. Mit dieser Ungewissheit konnte ich nicht zur Arbeit gehen und rief an, dass ich später komme. So setzten wir uns auf eine Bank und er erzählte, dass er Depressionen hätte und nicht weiß, ob er eine Beziehung führen kann.
Ich riet ihm das selbe, was ich meinen Klienten oft sage: er sollte keine wichtigen Entscheidungen treffen, wenn er depressiv ist. Das kann er später immer noch.
Er wollte gar nicht Schluss machen. Aber diese Ankündigung hörte ich ab diesem Zeitpunkt häufiger.
Da war sie das erste mal; seine merkwürdige Kommunikation, mit der er mich jedes mal in ein Loch riss und im Mittelpunkt stand. Mit seiner Depression bestimmte er auch gerne über Nähe und Distanz. (Auch wenn ich sein Verhalten später nicht mehr auf mich bezog.)
So ging das fast drei Jahre und irgendwann hat man keine Kraft mehr für dieses Auf und Ab.
Wenn jemand sich auch fast nie meldet, kann man als Partner nicht mehr unterscheiden, ob allgemeines Desinteresse oder die Depression dahinter steckt. Vor allem, wenn die Gründe nicht kommuniziert werden.