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Schiebe ich Drama oder bin ich zu geduldig ?

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Back at home.
Das Wochenende war schön. Viel frische Luft . Viel Grün.

Gestern Abend mit A. ausgegangen. Sie meinte, wir alle würden immer denken , wir hätten unendlich viel Zeit . Sie fragte, was er wohl machen würde , falls er die Diagnose bekäme, er habe nur noch ein halbes Jahr. Mein erster Impuls war, der würde bei mir auf der Matte stehen .

Dann fragte sie, was ich wohl machen würde im umgekehrten Fall. Es kam ein klares: Mir jemand anderen suchen . Ich hätte keine Lust , mich auf den letzten Metern mit einem bindungsgestörten Kerl herumzuschlagen . Sie lachte und meinte - Na, dann es ist doch entschieden .

Ich hoffe, dass es das ist . Heute, beim Spaziergang , klingelte unerwartet mein Telefon. Im ersten Moment dachte ich - *beep*. Das ist doch jetzt nicht wahr. Der kommt doch nicht ausgerechnet jetzt auf die Idee, dass wir sprechen sollten. War aber nicht.

War meine Mutter . Ob ich morgen vorbei kommen kann. Ja klar . Definitiv - das war mir deutlich willkommener als ein unangekündigter Anruf von ihm . Dennoch, eine leise Enttäuschung . Man, man. Das wird noch ein bißchen dauern .

Mein Unbewusstes jedoch scheint zuversichtlich .

Heute früh habe ich zum zweiten Mal geträumt, dass ich ein "etwas" erfolgreich arrangiere .
Ein weiches , flexibles Material. Diverse Lagen , in denen man sich verwickeln kann.

Beide Male die Botschaft: Es lässt sich schichten. Es kommt auf die Reihenfolge an . Dazu ein paar geschickte Faltungen an der richtigen Stelle im richtigen Moment. Ein letztes, müheloses Umschlagen der obersten Lage - e Voila .

Es ist eine Art gut gefügtes Bauwerk entstanden, nach oben frei und offen, mit viel Licht . Alles ist aufgeräumt . Ich bin fertig und bereit für eine neue Aufgabe .

In der ersten Nacht dachte ich - den Kniff , das so hinzukriegen, muss ich mir unbedingt merken . In der zweiten Nacht - was gibt es da zu merken ? Ist doch kinderleicht . Nicht, dass ich nach dem Öffnen der Augen noch im mindesten wusste , was ich da getan habe oder wie es funktioniert .


Spannend - das ist jetzt das dritte Mal binnen kurzer Zeit, dass es ein Traum geschafft hat, in meinem Wachbewusstsein Spuren zu hinterlassen . Bislang ist mir sowas alle zehn Jahre mal passiert , wenn überhaupt .

30.08.2020 22:56 • #466


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Zitat von Silence_:
Und mein praktisches , resultierendes Problem bedarf einer weltlichen Lösung. Es braucht was Neues . Und von alleine kommt das nicht .

Zitat von Bumich:
6 oder neuen Partner? Das sollte sich ja wohl irgendwie machen lassen...
Mit dem resultierenden praktischen Problem meine ich die fehlende Kraftquelle , den fehlenden Ausgleich zum Pflichtprogramm . Solange ich da nichts habe, brauche ich über eine neue Partnerschaft nicht nachdenken .
Zitat von Bumich:
Verstehe. Kultur und Gesellschaft waren dir sehr wichtig. Mir unbegreiflich, aber ok.
Wie sieht es bei Dir mit der Freizeitgestaltung aus ? Hast Du Interessen , die Dir Freude machen ? Oder brauchst Du sowas nicht ? Womit verbringst Du Deine Zeit ?
Zitat von Bumich:
Okay. Du brauchst Veränderung im Außen? Richtig? Weltlich bedeutet immer im Außen. Dann wäre es intelligent im Innern anzufangen. Egal um welche Veränderung es geht. Zuerst muss die Veränderung im Inneren stattfinden. Hat sie das bei dir? Dann wird sie sich früher oder später im Außen manifestieren.
Ich bastle dran . Die Manifestation ist nichts, was von alleine geschieht . Nicht bei mir . An der Stelle ist ja eben mein Knackepunkt . Das , was sich äußern will, rennt vor eine innere Blockade .

Um mal ein einfaches Beispiel zu geben - Mir spukt seit Wochen die Idee im Kopf herum, einen Abstecher nach Belgien zu machen. Die brauen dort ein Kirschbier, was ich einfach göttlich finde. Hier ist es kaum zu bekommen. Deshalb der Gedanke , "einfach mal" runter zu fahren und mir den Kofferraum voll zu laden. Wäre ein kleiner Tagesausflug . Gut machbar .

Es ist mir passiert, dass ich an einem freien Samstag zuhause saß, der Umsetzungsimpuls in mir aufgeregt herumrannte und "Jetzt, Jetzt" rief. Doch mein System mochte sich nicht in Bewegung setzen. Das fand ich sehr frustrierend .

Irgendwo beißt sich die Katze da in den *beep*.
Je weniger ich mache, desto schwächer die Umsetzungskraft . Je schwächer die Umsetzungskraft, desto weniger Inspiration . Meine Freizeit-Struktur war neben vielem anderen hilfreich, um im "Machen" zu sein. Ihr Entfall hat mich um gefühlte Lichtjahre zurück geworfen . Wieder in Bewegung zu kommen, wird ohne ein "Mich-Selber-Zwingen" nichts werden .

31.08.2020 10:41 • #467



Schiebe ich Drama oder bin ich zu geduldig ?

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Zitat von Elfe11:
Mein Liebeskummer ist jetzt über 3 Jahre "alt"... Und jetzt erst kann ich langsam loslassen. Der Drang ihn kontaktieren oder sprechen, überzeugen zu müssen, ist erst jetzt weg...
Bei mir ist der Drang frustriert . Er ist an einem Ort, an dem ich ihn nicht erreichen kann. Weder mit Worten noch mit Taten . Er ist an diesem Ort, weil er genau das herstellen wollte und will - Unnahbarkeit .

Letzter Stand der Dinge hier im Faden war ja eine Vertagung des avisierten Gesprächs auf diese Woche. Ich habe da inzwischen hinterher geschoben, dass ich mich unwohl fühle bei der Idee, dass er sich da jetzt Druck macht . Dass die Dinge Zeit haben . Wenn's für ihn nicht passt, dann könnten wir ja auch irgendwann später sprechen .

Ich spekuliere darauf, dass das Thema "Gespräch" für ihn damit vom Tisch ist . Und das ist dann auch gut so. Wozu und über was soll ich mit jemandem reden, der sich um Sprechen zwingt, um einem Pflichtgefühl Genüge zu tun ? Geschenkt.

Für Deine Aktivitätenliste lieben Dank. Du hast da ein sehr schönes Portfolio zusammen gestellt.

Zitat von Elfe11:
Eine neue Therapeutin suchen. Meine ist 14tägig in Urlaub und ich bin jetzt 2x bei ihrer Kollegin als Urlaubsvertretung. Es wäre sonst nicht gegangen.
Phasen, in denen es ohne Thera nicht ging, hatte ich auch . Im Moment ist es auszuhalten. Von einer Urlaubsvertretung verspreche ich mir in meinem Fall nichts. Bis ich mit der soweit bin, dass sie versteht, was es braucht, ist meine Thera wieder aus dem Urlaub zurück .
Zitat von Elfe11:
Ich habe ein paar Gewalterfahrungen und Abwertungen mit dem Ex abzubauen, Probleme mit einem stalken den Nachbarn, Tod beider Eltern erneut angetriggert durch Verlust des Partners und eigene Erkrankung und Einsamkeit, und ernste Gesundheitsthemen zu besprechen.
Klingt nach einem großen Paket.

Zitat von Elfe11:
Willst du über deine Eltern sprechen?,,,Wir könnten brainstormen zusammen!
Danke für das Angebot. Ich hatte dazu bereits Austausch über eine Angehörigengruppe von dementiell erkrankten sowie mit diversen Fachkräften. Die Dinge, die meine Eltern akzeptieren, sind umgesetzt . Sie zu weiterem zwingen mag ich nicht . Möchte ich hier im Faden auch nicht weiter zum Thema machen . Ich bin wegen was anderem hier .

31.08.2020 12:13 • x 1 #468


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@Bumich - lieben Dank für den Artikel .
Letzten Endes komme ich bei der Frage aus, ob ein erleuchtetes laissez-faire unter allen Umständen eine angemessene Reaktion darstellt . Ich lande da schnell im Bereich der Ethik.

In dem Artikel steht der Erleuchtete unter der Dusche , als die Welt mit Ankündigung untergeht . Er ist machtlos . Ob er handelt, wie er handelt - es hat keinen Effekt . Doch was, wenn ich den Rahmen ändere. Was , wenn er nicht machtlos ist ?

Um mal ein pointiertes Beispiel zu wählen . Ein Erleuchteter ist auf dem Weg zum Einkauf. Unterwegs beobachtet er, dass eine Gruppe von Angreifern einen Menschen quält . Was tut er ? Seinen Weg ohne Zögern fortsetzen ? Im kosmischen Rahmen spielt die Not des Gequälten keine Rolle. Sie wird irgendwann von ganz alleine vorübergehen. Und wer weiss schon , ob der Gequälte aufgrund dieser Erfahrung womöglich auf lange Sicht an Weisheit gewinnt ? Wozu also einschreiten, wozu also innehalten , wenn im inneren Bezugsrahmen doch alles gleich-gültig ist ?

31.08.2020 13:41 • #469


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Zitat von Bumich:
Am 31.8. muss ich zu ner Op nochmal ins KH.

Oh Mann. Gestern Abend war ich so durch, dass ich nicht geschnallt habe, dass heute ja schon der 31.8. ist . Habe Dir inzwischen auch schon eine PN geschickt. Aber weiss nicht, ob Du da reinschaust. Deshalb sicherheitshalber auch noch mal hier:
Alles Gute für Deine OP und schnelle Besserung.

31.08.2020 15:51 • x 1 #470


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Das nächste Wochenende geht klar .
Raus hier. Trommeln kennenlernen. Neue Impulse .
Ich kenne das Haus. Behütete , liebevolle Umgebung .
Genau das Richtige für eine verwundete Seele.
Super . Ich freue mich .

Mein Mimimi steuert lauter Abers hinzu .
Ach Mensch. Geduld mit mir selber.
Schwere Übung.

01.09.2020 10:48 • #471


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Ein altes Band zerfasert im Blau
Fetzen flattern , verhauchen mit Silbersprühn
verwehn , verwehn, vergehn

Boden fest, Atem tief, Rücken grade, Brust weit
Zum Himmel geöffnet die Hände
Wolkenlos unberührt

02.09.2020 00:32 • #472


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Silence , Tag 45

Der Trommelworkshop war klasse . Wie erhofft erfordern die Trommeln soviel Konzentration von mir, dass im Kopf für nichts anderes Platz ist . Dazu eine super Gruppe . Eine großartige Lehrerin . Zwei lange Sommerabende in fröhlicher Runde bei Kerzenlicht und Weißwein .

Als kleine Krönung Kontakt zu einer alten Schamanin. Völlig unerwartet . Sie hat mir ein Abschiedsgeschenk gemacht .

So wie es aussieht, könnten die Trommeln tatsächlich genau das Richtige für mich sein. Jetzt muss ich da "nur noch" am Ball bleiben . Zwei Kursteilnehmerinnen wohnen erfreulicherweise in meiner Region . Adressen sind ausgetaucht . Das könnte helfen .

ER hat sich erfreulicherweise an diesem Wochenende nur begrenzt in meinen Gedanken herumgetrieben . Letzte Tage hatte er avisiert, dass wir uns übernächste Woche zu einem Kaffee treffen könnten , um das verabredete Gespräch zu führen. Vorher hat er so mächtig viel zu tun .

Naja. Schau'n wir mal, wie es sich bis dahin bei mir entwickelt . Momentan weiss ich gar nicht so Recht, was zwei wie wir einander zu sagen haben. Vielleicht ist es einfach zu früh und wir sollten uns besser um ein paar Monate vertagen . Irgendwann werde ich mit dem Entlieben ja hoffentlich fertig sein .

06.09.2020 17:38 • x 1 #473


Emma14

Emma14


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Sich in der Entliebungsphase zu treffen, was das wohl soll. Hat dir das vielleicht jemand aus dem Forum geraten ? Ansich gibt es hier doch immer ganz gute Hilfe.

06.09.2020 17:51 • x 1 #474


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Zitat von Emma14:
Hat dir das vielleicht jemand aus dem Forum geraten ?


Na, nicht doch . Es geht immer noch um das Gespräch, was ich vor anderthalb Wochen mit ihm führen wollte. Ich wollte unsere Geschichte nicht mit so einem unwürdigen Abschluss stehen lassen. Will ich noch immer nicht .

Aber , naja, wenn ein Gespräch was bringen soll, dann müssen Timing und Umstände für beide passen. Hätte er umgehend reagiert, dann wäre es ok gewesen für mich . Wir wären durch. Seine Verschieberitis hat mir leider einen Strich durch die Rechnung gemacht .

Das Gespräch rutscht in eine Phase bei mir, wo ich anders unterwegs bin . Die Entliebung trägt erste Früchte. In meinem Garten beginnen ein paar zarte Pflänzchen zu keimen . Wäre schade, wenn die mir umknicken, weil ich mit dem falschen Menschen zum falschen Zeitpunkt in eine Klärung gehe .

Es kann sowieso nur ein falscher Zeitpunkt sein, wenn ich umgehend verfügbar bin, sobald der Herr bei seinen ach-so-mächtig-wichtigen-Geschichten mal einen Kaffee dazwischen quetschen kann. Das wäre eine Form von nonverbaler Abhängigkeitserklärung. Gar nicht gut für so ein Entliebungsprojekt, wo es nicht zuletzt auch darauf ankommt, mir selber zu zeigen, dass ich auf Brotkrümelchen echt gut verzichten kann . Weil es besseres und wichtigeres gibt .

06.09.2020 23:02 • x 1 #475


Elfe11


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Das hast du gut gemacht!

06.09.2020 23:44 • x 1 #476


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Silence, Tag 47

Es geht voran . Gestern mal wieder stressige Bedürfnisse seitens meiner Eltern. Abends zuhause 'nen Kochtopf rausgeholt , zwei hübsche Olivenholz-Löffel und ein bißchen Rhythmen geübt . Feststellung : Klingt gar nicht so übel, so ein schöner großer Stahltopf.

Aber trotzdem - es muss und darf jetzt eine richtige Trommel her . Der nächste Laden ist leider zwei Stunden entfernt . Mir fehlt die Geduld. Wer weiss, was am Wochenende los sein wird . Also Online gestöbert und "Sie" gefunden. Eine wunderbare Djembe aus Mahagoni. Allein schon ihr Bass . Wow. Da kriege ich bereits beim Abspielen des Soundbeispiels auf meiner kleinen Anlage Gänsehaut .

Mein Kopf konstatiert, dass ich übergeschnappt bin. Einmal Trommelworkshop und dann gleich so ein teures Instrument ? Was werden die anderen denken, wenn ich als blutige Anfängerin mit so einem Geschoss aufschlage ? Mein Herz sagt - wenn Du es wahrhaft ernst meinst mit mir , dann gehst Du es genau so an . Genau so . Mit einem Instrument, in das Du Dich verlieben kannst. Ohne billig. Ohne halbgar . Ohne "mal testen". Ganz oder gar nicht .

Na, dann. Mein Herz gewinnt .

08.09.2020 12:48 • x 1 #477


Emma14

Emma14


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Zitat von Silence_:
Allein schon ihr Bass . Wow. Da kriege ich bereits beim Abspielen des Soundbeispiels auf meiner kleinen Anlage Gänsehaut .


Oha. Lass das aber nicht die Nachbarn hören.

08.09.2020 13:03 • x 1 #478


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Zitat von Emma14:
Oha. Lass das aber nicht die Nachbarn hören.


DER Gedanke hätte mich anfangs fast von meinem Plan abgebracht. Doch die Lehrerin beim Workshop hat mir versichert , dass sich die Klänge beim Üben wirksam dämpfen lassen, wenn man eine Schutzhaube über das Trommelfell zieht .

Doch gelegentlich - tja - da werden meine Nachbarn dann wohl mit meiner neuen Wohngenossin leben müssen. Gibt sogar gesetzlich geregelte Zeiten , wie oft man als Privatmensch ein Instrument üben darf. Aber hey - besser 'nen Bass als 'nen schief klingendes Saxophon .

Ok. Werd's nicht bis zum Anschlag ausreizen. Bin ja 'ne Liebe.

08.09.2020 18:34 • #479


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Silence , Tag 48

Wieder Stress mit meinen Eltern . Musste deswegen einen Teil der Strecke fahren, die zu ihm führt. Es gibt da ein großes gelbes Haus. Nach links geht es zu ihm . Mein Weg führte nach rechts. War gestern schon mal an dieser Stelle . Aus dem gleichen Grund. Und beide Male der gleiche der Effekt . Ich sehe das Haus und meine Stimmung sinkt ins Bodenlose .

Was soll das, dass so ein blödes gelbes Haus Macht über meine Stimmung hat ? Mir gefällt das nicht und gleichzeitig spüre ich einen Drang , an der Symbolkraft des Hauses festzuhalten. Ich habe mir daher versprochen, mir darüber Gedanken zu machen . Hier nun sind sie.

Ich sehe: Der Drang entspringt einer inneren Stimme, die mir sagt, dass die Welt, so wie sie jetzt ist, nicht in Ordnung ist . Sie behauptet, dass ich was enorm wichtiges verloren habe . Sie sagt, dass es falsch ist, den Verlust abzuhaken . Ich denke, sie hat Angst, dass ich mich auflöse . Dass nichts von mir bleibt, wenn ich meine alte Geschichte aufgebe . Sie ist identifziert mit dieser Geschichte und dem Leid , was daran hängt . Sie ist identifiziert mit der Rolle einer (tragisch) Liebenden .

Was es für mich bedeutet: Ich weiss nicht, ob ich ganz ohne Identifikationen auskommen kann. Identifikationen geben Halt . Sicher erscheint mir allerdings, dass die Rolle einer (tragisch) Liebenden keine sonderlich hilfreiche Identifikation ist . Schon gar nicht, wenn sie sich auf einen einzelnen richtet und der ein bindungsängstliches Exemplar ist . Ihn loslassen ist gleichbedeutend damit , diese Identifkation loszulassen . Theoretisch eine gute Idee, denn sie kreiiert inzwischen nur noch Leid .

Was ich tun kann: Mich selber öfter daran erinnern, dass es in meiner Wahl steht, womit ich mich identifizieren mag . Hier kommt meine Djembe ins Spiel . Die Rolle einer Trommlerin klingt momentan viel verheißungsvoller für mich als meine alte Geschichte . Verheißungsvoller im Sinne von - öfter mal im toll zu sein. Oder zumindest im Nicht-Unglück . Je besser es mir gelingt, meine Leidenschaft hierauf auszurichten , desto schwächer wird die alte Geschichte werden .

Was Anlass zur Hoffnung gibt: Ich habe nicht das Gefühl, dass ich meine Aktivitäten durchführe, um einen wie auch immer gearteten kümmerlichen Ersatz für das angeblich einzig wahre zu kreiieren . Im Gegenteil habe das Gefühl auf der Suche nach dem wahren zu sein. Nach etwas, was stark genug ist, dass dagegen die alte Geschichte zum kümmerlichen Surrogat verblasst .

09.09.2020 13:26 • #480



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