Oh je, du siehst ja wirklich ganz schön schwarz, im Augenblick!
Gut, dass du Hilfe hast, ich kann mir schon vorstellen, dass es gar nicht so einfach ist, da alleine wieder rauszukommen.
Bestimmt hast du irgendwen, mit dem du den geringen Coronaspielraum ausnutzen könntest?
Ich möchte dir von einem absoluten Gänsehautmoment erzählen, den ich Sylvester hatte. Ich möchte damit nicht das Leid und die Angst verharmlosen, aber solche Momente gibt es eben auch: Ich schau mir Neujahr immer das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker an, das dieses Jahr ohne Publikum stattgefunden hat, logisch. War ganz merkwürdig, logischerweise... Diese lustige, gesellige Gute-Laune-Musik, und der leere, festlich geschückte, üppige barocke Saal...
Aber die Veranstalter haben sich was einfallen lassen: Die Leute konnten in der Pause und am Ende ihren Applaus und ihre Bilder per Handy schicken... Das waren umwerfend viele Menschen, von überall auf der Welt! Das hat mich total berührt, und ich fand es so bereichernd, dass auch die vielen Menschen sichtbar wurden, die diese Musik lieben und ihr treu sind, und nicht nur die übliche Schickeria, die da normalerweise ihre neue Garderobe ausführt. Auf eine gewisse Art war das Publikum größer und ehrlicher als normalerweise.
Oder: Bei uns im Ort hat der Musikverein eine Ralley veranstaltet... In den dunklen Abenden gerade haben viele von den Musikern ihre Instrumente festlich geschückt und auf den Balkon gestellt. Interessierte Leute konnten im Dorf rumlaufen, aufschreiben, welches Instrument sie wo gesehen haben, und so Preise gewinnen.
Bestimmt findest du auch deinen ganz persönlichen Lichtblick in der Kacke! Vielleicht ist ein Tapetenwechsel wirklich nicht das verkehrteste. Auch diese Krise bringt Stärken und Kreativität zum Vorschein. Auch aus dieser Krise wächst die Kraft, sie zu überstehen.
Meine Tanzschule hat z.B. Onlineangebote?
Mein Musiklehrer macht Online Unterricht, ich habe heute die Noten für mein erstes Konzert bestellt, ich bin stolz wie Oskar!
Bestimmt findest du auch was. Auch wenn wir uns schrecklich isoliert fühlen, wir sind alle miteinander verbunden.
