Zitat von Bumich:Hoffnung auf Rettung von Außen, dass habe ich mir abgewöhnt. Rettung generell habe ich mir abgewöhnt. Aber ja, das Leben ist ungerecht und ungleich. Nur der Tod ist ein Gleichmacher. Im Leben kann es keine Gleichheit und Einheit geben. Und im Tod kann es keine Ungleichheit und Uneinheit geben. 2 Aspekte meines Seins. Oder sehe ich das falsch?
Nö. Ich finde, dass Du das durchaus richtig siehst. Und Hoffnung auf Rettung von außen habe ich auch nicht. Doch fehlende Hoffnung ändert nichts am Wunsch , nichts an der Sehnsucht nach dem Gefühl von Geborgenheit in den Armen eines anderen .
Wenn ich versuche, Sehnsucht und Wünsche auszublenden, führt der Pfad in die Depression . Der konstruktive Pfad ist, beides näher zu betrachten und zu prüfen, welche Aspekte davon ich mir selber erfüllen kann. Ich habe jeden Tag und jeden Moment die Wahl , welchen der beiden Pfade ich wähle . Also - in der Theorie zumindet.
In der Praxis gibt es eine - hmm - Massenträgheit.
Ist das Schiff auf dem depressiven Kurs, so brauche ich Bewusstheit, Absicht und Fokus, um es in kleinen Schritten eine andere Richtung zu steuern.
Zitat von Bumich:Man soll ja alles mit Liebe machen. Momentan mache ich alles mit Lieblosigkeit, Desinteresse und Unmut. Ein kleiner Baum wächst allein an einem steinigen Abgrund.
Die Dinge, die wir tun, in Liebe zu tun - da kommen wir in meiner Gedankenwelt in die Achtsamkeit . Mehr Achtsamkeit für das was wir tun, ist ein Aspekt von Selbstliebe . Je häufiger es mir gelingt, etwas achtsam zu tun (kleine Schritte), desto besser . Bin da aber auch momentan nicht gut drin. Wie gesagt - Massenträgheit. Mein Schiff ist auf einem Kurs, den ich nur nach und nach korrigieren kann. Ich hoffe, ich lerne daraus, beim nächsten Mal früher zu reagieren .
Was die Zugehörigkeit zu einer Wertegemeinschaft betrifft - Du hast Recht, dass ich qua Geburt irgendwelchen deklarierten Wertegemeinschaften zugeschlagen bin . Ich mag das jedoch nicht Zugehörigkeit nennen. Liegt daran, dass aus dem Zugeschlagensein sich nicht automatisch ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelt. Und an vielen Stellen will ich das auch gar nicht haben.
Sei es, weil ich zentrale Werte der Gruppierung, in die ich hineingeboren bin , nicht teile . Oder sei es, weil ich der Gruppierung nicht abkaufe, dass das, was vollmundig deklariert wird, das gleiche ist, wonach die Gruppierung tickt . Zu viele predigen Wasser als Wert, während sie selber Wein saufen .
Da ist mir ein Jesus, der in einem Tempel mal ordentlich auf den Putz hat , lieber als die gefühlt komplett abgrenzungsfreie Haltung der Essener.
Wobei , Nebenfakt , ich gelesen habe, dass es Annahmen gibt, dass Jesus eine Zeitlang als Essener gelebt hat. Er soll einiges an Gedankengut davon mitgenommen haben . Jedoch stellenweise weiterentwickelt . Ist vielleicht kein Zufall, dass mir in Reaktion auf die Auseinandersetzung mit Schriftrolle 2 ausgerechnet ein Zitat einfällt, welches ihm zugeschrieben wird.