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Schiebe ich Drama oder bin ich zu geduldig ?

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Zitat von Bumich:
Und irgendwie ist eine Abhängigkeitserklärung doch auch gut. Erklärt man sich zu seiner Abhängigkeit, übernimmt man automatisch die Verantwortung dafür.
Was für ein hübscher Gedanke . Den lasse ich mal sacken .

Zitat von Bumich:
Der Weg zur Freiheit geht immer über die Abhängigkeit. Nicht für seine Freiheit sollte man kämpfen, sondern gegen seine Abhängigkeit. Dann erscheint Freiheit von ganz allein. Wirkliche Freiheit. Freiheit von einem selbst. Freiheit von unserem Ego.
Nicht Freiheit für unser Ego. Freiheit von unserem Ego. Daran sollte man immer Denken, wenn man zu kämpfen beginnt.
Tja. ER ist im Kampf gegen Abhängigkeit absolut erfolgreich. Bei Nähe kämpft er dagegen an, bis sich in ihm ein Schalter umlegt . Dann landet er im emotionalen Nichts . In einem Rein-Gar-Nichts-Mehr für das Gegenüber empfinden . Steht bestürzt davor . Stellt allen Ernstes mir die Frage, ob ich ihm sagen kann, was da mit ihm los ist. Warum es so ist, dass er keinerlei Empathie für mich hat . Wo er doch durchaus der Meinung ist, dass da bitteschön was zu sein hätte. Und findet dann nur die Antwort, dass er wohl unrettbar ein A.loch ist, egal wie gerne er was anderes wäre .

Zitat von Bumich:
Denk immer daran. Ihr führt keinen Kampf gegeneinander. Das mag auf den ersten Blick vielleicht so aussehen. Aber diesen Kampf den ihr kämpft ist allein mit euch selbst. Gegen niemand geringeren als uns selbst. Einen anderen zum kämpfen gibt es nicht.
Spirituell durchaus richtig . Nur zwei Ebenen tiefer, auf der Ebene des Verstandes, da wo auch unsere sozialen Bindungen angesiedelt sind, da materialisiert sich mein Kampf in Teilen an diesem verflixten Band zwischen uns.

Da ich es bislang nicht zerschnitten bekomme, untersuche ich seine aktuelle Beschaffenheit auf der Ebene der Symbole, die wir austauschen. Und da spricht es Bände (im Sinne eines Spiels um Kontrolle), was er treibt. Leider aber auch, was beim Gedanken an eine aktive Verschiebung meinerseits so alles hochkommt in mir. Ich halte die Verschiebung aus diversen Gründen für sinnvoll und , echt wahr , ich drücke mich davor.

Nicht etwa, weil ich ihn so gerne umgehend sehen möchte. Das ist definitiv nicht so. Sondern, weil ich mir Gedanken mache, dass diese Mini-Unabhängigkeitsbekundung zu Trouble führt . Nicht zu fassen . Ist das peinlich

12.09.2020 14:36 • #496


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Uff. Gesprächsverschiebung ist raus. Manchmal stehe ich mir selber aber auch sowas von im Weg . Gelesen hat er. Reagiert aber nicht. Vermutlich habe ich sein ach so sensibles Seelchen zuuu hart getroffen . Wo er sich doch bemühen wollte, in seinem überquellenden Terminkalender Platz zu schaffen und er mir doch versichert hat, dass er mich nicht vergessen hat .

12.09.2020 23:13 • #497



Schiebe ich Drama oder bin ich zu geduldig ?

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Bumich

Bumich


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Zitat von Silence_:
Notiz zum Thema Bindung

Wenn mir jemand seine Sorgen anvertraut und ich die Vertrautenrolle akzeptiere, dann erzeugt das in mir Bindung . Das liegt daran, dass ein gerichteter Energiefluss etabliert wird . Derjenige , der Energie investiert, bindet sich . Doch wie ist die umgekehrte Sicht ?

Wenn ich mich beraten lasse . Dann ist der Energiefluss doch andersherum . Sofern sich Bindung rein aus investierter Energie etabliert, müsste ich als "Beratling" bindungsfrei bleiben . Ist so ? Ist das, was ich dann an positivem Zug fühle , strukturell was anderes als Bindung ?


Und was ist falsch an Bindung? Alles besteht aus Verbindungen. Man ist ja kein gefühlsloser Stein. Ohne die Anderen würdest du schnell sterben. Ohne die Anderen könnte dein Körper nicht existieren, würdest du nicht existieren. Das kann also nicht das problem sein. Die ganze Existenz vertraut dir etwas an. Nicht nur dieser eine Kerl. Klingt verrückt, aber Bindung entsteht nur wenn du noch nicht deine Vollkommenheit erfahren hast. Solange man noch an den Objekten hängt, ist Bindung ganz natürlich.

Weisst du, so viele haben nur einen tropfenden Wasserhahn. Hier und da mal ein tröpfchen Liebe. Aber auch nur für jemand ganz besonderen. Erst muss er sie sich verdienen. Warum ist das so? Warum ist es nicht wie ein offener Hahn? Hass ist bei uns ein offener Hahn. Wut, Neid, alles weit offen. Es sprudelt nur so heraus. Bei jeder noch so kleinen Gelegenheit. Warum ist das so?

Liebe ist doch nicht besonderer als Hass. Beides ist grenzenlos und unendlich. Es sind lediglich 2 Seiten des selben Phänomenes. Warum tröpfelt die Liebe und sprudelt der Hass überall auf der Welt? Wie kann das sein?
Besser wäre es doch anders herum? Liegt allein daran das wir Hass als nichts besonderes sehen. Die Welt ist voll davon. Krieg und Terror ist normal und omnipräsent.
Eine Zeitlang habe ich bei jedem der mir begegnete leise zu mir gesagt: Ich Liebe dich. Da fängt man automatisch an zu grinsen. Und noch viel mehr passiert da in einem.

Wenn du alles liebst, ist Bindung unmöglich. Wenn du deine Liebe von etwas abhängig machst, ist Freiheit unmöglich. Du strebst nach Autonomie und die kostbare Krone der Freiheit, dann führt kein Weg daran vorbei, total zu werden. Total in deiner Liebe und in allem andern.

Kein Grund nun ausgerechnet an der Liebe zu sparen und sie zu etwas Besonderen zu machen, oder? Sie ist nichts Außergewöhnliches. Das ganze Universum ist voll davon. Die Blume am Wegesrand, Der große Baum vor deinem Haus. Das Bienchen das so fleißt Honig produziert. Einfach alles. Wenn man es schafft zu allem liebevoll und achtsam zu sein, Ist Liebe und Achtsamkeit nichts außergewöhnliches. Du kannst sie verschenken wie du willst. An alles und jedem. Einfach so. Ohne Erwartungen oder Bindung. Je mehr du sie verschenkst, je mehr wirst du haben.
Ich habe festgestellt: Es gibt da eine Art Rythmus.
Im Alleinsein füllt man sich auf, um sich dann im Zusammensein wieder zu entleeren, um sich dann im Alleinsein wieder zu füllen, um sich dann im Zusammensein wieder zu entleeren. So ist die Liebe immer in einem gesunden Fluss und kann niemals zu Hass werden. Wenn Liebe nicht fließen kann, wird sie immer zu Hass.

Man liebt nicht der Objekte wegen. Man liebt der Liebe wegen. Der Grund spielt dann keine Rolle. Man ist einfach liebevoll.
Um zu Hassen gibt es Milliarden Gründe. Um zu Lieben gibt es Milliarden Gründe. Um zu Trauern gibt es Milliarden Gründe. Um sich zu Ängstigen gibt es Milliarden Gründe. Um zu Lachen und zu Tanzen gibt es Milliarden Gründe.

Es ist sogar zu Beobachten, dass in totaler Liebe zuerst das Objekt verschwindet, dann das Subjekt. So ist es auch im Hass. Zuerst hasst man ein bestimmtes Objekt und iwann hasst man die ganze Welt und sich selbst am meisten. Zuerst liebt man ein Objekt, dann liebt man die ganze Welt und sich am meisten. Der einzige der einen vom Lieben abhält ist man selbst.

So ist es Devi und Shiva im Tant. ergangen. In tiefer Liebe zueinander hat sich Shivas Form/ Körper aufgelöst und sie, Devi konnte zum ersten mal seine, Shivas wirklichkeit erkennen. Jenseits der Körper und Formen. Sie sind ins Formlose eingegangen. Und ohne Objekt kann es auch kein Subjekt existieren. Ein Subjekt ohne Objekt ergibt keinen Sinn. Also hat auch Devi sich aufgelöst. Nicht wörtlich natürlich. Sie haben alle Dualität hinter sich gelassen.

Wenn du nichts liebst, hast du keine Probleme. Was könnte es da für Probleme geben? Wenn du alles liebst, hast du keine Probleme. Was könnte es da für Probleme geben? Selbst der Tod ist dann kein Problem. Erst das Wählen bringt die Probleme. Und egal für was auch immer du dich entscheiden wirst, wirst du ein Problem bekommen. Entscheide ich mich für Leben, bekomme ich ein Problem mit dem Tod. Entscheide ich mich für den Tod, bekomme ich ein Problem mit dem Leben. Entscheide ich mich für Mensch A, bekomme ich unweigerlich Probleme mit Mensch A und B oder C oder XYZ. Entscheide ich mich für Liebe, bekomme ich Probleme mit dem Hass. Und umgekehrt. Die Frage die man sich stellen sollte ist also nicht : Wähle ich A oder B. Die Frage ist: Wähle ich oder bin ich in wahlloser Freiheit? Und im Grunde gibt es nichts zu wählen. Entscheide ich mich für A, folgt B auf dem Fuße.
Ich kann nicht die Liebe wählen, ohne auch den Hass zu wählen. Liebe und Hass sind dialektisch. Liebe und Hass wirken miteinander. Nicht gegeneinander. Du liebst ihn. Du hast dich entschieden ihn zu Lieben, ja oder nein? Und wo bist du gelandet? Überall, aber nicht in der Liebe, oder?

Du hast dich nicht für den falschen entschieden. Daran liegt das nicht. Er ist ebensowenig falsch wie du es bist. Falsch war nur das du gewählt hast nur ihn zu lieben. Und alles andere nicht. Die gesamte riesige unvorstellbare Existenz muss ausgeschlossen werden, weil du ja nur diesen einen für deine Liebe auserwählt hast. Und es hätte jeder x beliebige sein können, den du auserwählst.
Merkst du wie neurotisch krank diese Einstellung ist? Die gesamte Existenz hat nicht deine Liebe und Aufmerksamkeit verdient. Nur diese eine bestimmte Form. Nur dieser eine Körper, wo doch alle Erscheinung aus der einen gleichen Quelle entspringen.
Ist das gaga oder nicht?

Du kannst nicht sagen: Hier bin ich, hier hört mein Körper auf, und da ist die Existenz. Ohne die Flora würden wir augenblicklich sterben. Ohne den Sauerstoff der Bäume, der durch unseren Körper ströhmt, könnten wir nicht existieren. Wir und die Bäume müssen ein tiefe Verbindung zueinander haben. Sie sind ein Teil von uns. Ohne Wasser können wir nicht existieren. Das Wasser der Ozeane muss ein Teil von mir sein. Ohne die Sonne könnten wir nicht existieren. Geht Morgen früh die Sonne nicht auf, sind wir alle Abends Tod. Die Sonne, so unvorstellbar weit entfernt, muss ein Teil von uns sein. Es muss eine tiefe Verbindung zwischen uns und der Sonne geben. Selbst in den tiefsten Ecken im Universum wirst dich wiederfinden können. Alles was existiert ist ein Teil von dir. Wo fängt dein Körper an und wo hört er auf?
Du kannst auch in liebevoller und wahlloser Freiheit existieren.

Der oder die Geliebte ist nur ein Ausdruck ein und der selben Existenz. Alles ist Ausdruck ein und der selben Existenz. Der oder die Geliebte ist eine Form. Ein anderer ist eine andere Form dieser reinen Idee.
Der Baum, die Vögel, alles unterschiedliche Formen ein und der selben Existenz.
Vergiss alle Objekte, Formen und Körper und wende dich der Formlosigkeit zu, die alle Form durchdringt.
Dann ist Liebe und keine Liebe überhaupt kein Problem mehr.

13.09.2020 10:14 • x 2 #498


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Zitat von Schriftrolle 1:
Ich kann nunmehr die Verantwortung für das übernehmen, was ich zu mir selber sage

Seufz. Ok. Ich habe grade mal versucht, einen hilfreichen Gedanken zu formulieren. Für den Fall, dass er mir wieder in den Sinn kommt. Was immer noch oft geschieht. Aber so richtig bekomme ich es nicht die Kette.

Versuch: Der Wert des Gesprächs, was ich da so gerne hätte, ist zweifelhaft. Dieser Wert begrenzt sich nicht durch meine Wünsche. Er begrenzt sich durch seine fehlende Bereitschaft .

Es ist ok, die Wurzeln dieser fehlenden Bereitschaft wahrzunehmen, soweit das meinem eigenen Selbstwertgefühl dient. Und es ist wichtig für mich, wahrzunehmen, dass dieser Trost tückisch ist. Denn er führt mich in Versuchung, an seinem bindungsängstlichen "Du bist nicht okay" herumbasteln zu wollen.

Da es mich trifft, fühlt es sich so an, als wäre es meins. Doch das ist es nicht. Es ist seins . Und es ist sein Recht, seine innere Wahrheit so zu gestalten, wie er es braucht, um überleben zu können . Es ist ok und angemessen, dass mich sein Verhalten sdhmerzt . Der Schmerz darf sein .
UND - ich darf mich in Gelassenheit üben.



Das ist es . Genau das . Ich darf mich in Gelassenheit üben. Diesen Satz habe ich gesucht. Nachdem ich mir jetzt gefühlt eine Stunde die Finger gebrochen habe ist er endlich da .

@Bumich . Du bist ein Schatz. Danke für Deinen Vorschlag zur Gärtnerei .

13.09.2020 11:04 • #499


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Zitat von Bumich:
Und was ist falsch an Bindung?
Lieber @Bumich .
Bindung ist nicht das gleiche wie Liebe . Du arbeitest es ja in Deinem nachfolgenden Text auch sehr klar heraus .
Zitat von Bumich:
Klingt verrückt, aber Bindung entsteht nur wenn du noch nicht deine Vollkommenheit erfahren hast. Solange man noch an den Objekten hängt, ist Bindung ganz natürlich.


Hey, ernsthaft ? Ich mag das Konzept einer allumfassenden Liebe. Sehr sogar . Bei dem Statement allerdings kommen mir Zweifel . Das liest sich wie eine perfekte philosophische Rechtfertigung dafür, das Bindungsangst in Wahrheit was ganz Tolles ist .

Es muss doch, so hoffe ich, irgendwas in der Mitte geben . Einen inneren Zustand, in dem die Fähigkeit zu Bindung einerseits , sowie zu Autonomie andererseits in einer inneren Waage sind.

Eine Fähigkeit zu umfassender Liebe kann helfen, die Abhängigkeit, die aus jeder Bindung notwendig resultiert, in einem ausgeglichenen Rahmen zu halten . Doch kann sie , glaube ich , nicht die Nähe ersetzen, die wir miteinander erleben können, wenn wir uns auf einzelne Menschen, die wir uns auserwählt haben, tiefer einlassen . Dafür ist sie auch nicht bestimmt .

N.B. ER hat sich jetzt doch gemeldet . Er meinte, diesmal hätte er einen Termin ausgemacht . Spannend . Doof ist er nicht . Er hat 'ne Nacht drüber geschlafen und signalisiert jetzt , dass ihm bewusst ist, was ich tue und warum . Zudem bekomme ich Einverständnis . Erstaunlich . Hätte ich nicht mit gerechnet . Vielleicht wird das ja doch noch was mit dem : Wenigstens miteinander reden können .

13.09.2020 13:01 • #500


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Gestern Nachmittag kam ein Gefühl von "Ihn-Vermissen". Man, man. Wo ist die Fliegenklatsche ? Wobei es echt kein Wunder ist. Wochenende war Mega-Anstrengend . Primär ne große Packung nölende Eltern, denen die Tochter nicht perfekt genug ist in ihrer Fürsorge . Dazu 'ne große Packung Entsetzen.

Entsetzen über die Röntgenbilder meines Dad . Er hatte ja 'ne OP, wo man ihm Stahl in den Rücken gepflanzt hat . Und diese Streben sind nach nichtmal zwei Jahren fast alle zerbrochen . Entsetzen über die Wunde, die er sich zugezogen hat, weil er einen Türrahmen mitgenommen hat. Wobei seinerseits dann auch noch ein großes Bedürfnis da war, den Unfall inklusive des vergossenen Blutes detailreich zu schildern . Entsetzen über den mentalen Abbau jetzt auch bei meiner Mutter . Es ist besch ...

Die Möglichkeiten der Medizin sind ausgereizt . Und ich kann nichts tun . Ich kann keine Gesundheit herbeizaubern . Nur immer und immer wieder daran arbeiten zu all diesem Elend in eine innere Distanz zu gehen . Mich an meinen kleinen Ausgleichen festzuhalten . Wenn ich mental untergehe, ist meinen Eltern erst Recht nicht geholfen .

14.09.2020 09:20 • #501


Silence_


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Mal wieder ein Stückchen Zwiebel abgepellt.
Eine liebe Mitforistin hat mir das Stichwort "bedingungslose Vaterliebe" geschenkt.
Habe dazu einen Podcast gefunden mit einer Meditation und reingehört.
Und ja - nächstes biografisches Puzzlestück gefunden .

Die Ironie von der Geschicht'. Mein Vater hat eine so schwache Rollenbesetzung abgegeben, dass ich glatt übersehen habe , was das mit mir als kleinem Krötchen gemacht hat . Wie es das innere Urbild geformt hat, wie ein Mann als solcher tickt und was er alles eben qua Geschlecht sowieso nicht drauf hat . Weswegen Krötchen seeehr nachsichtig ist, wenn sie mit einem davon in näheren Kontakt kommt .

Blöd nur, dass all diese Zuwächse an Erkenntnis nicht von sich aus zur Folge haben, dass ich besser mit mir klarkomme . Ich schätze, ich probiere es am besten mal mit 'nem Blaubeer-Smoothie. Die Beeren warten jetzt schon seit ein paar Tagen in der TK auf mich .

15.09.2020 13:52 • x 1 #502


Bumich

Bumich


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Zitat von Silence_:
Bindung ist nicht das gleiche wie Liebe . Du arbeitest es ja in Deinem nachfolgenden Text auch sehr klar heraus


Zitat von Silence_:
Hey, ernsthaft ? Ich mag das Konzept einer allumfassenden Liebe. Sehr sogar . Bei dem Statement allerdings kommen mir Zweifel . Das liest sich wie eine perfekte philosophische Rechtfertigung dafür, das Bindungsangst in Wahrheit was ganz Tolles ist


Ja, ich habe mich wohl nicht präzise genug ausgedrückt. Denn so war das nicht gemeint. Bindungsangst ist nichts erstrebenswertes. das steht irgendwie außer Frage. Darunter zu Leiden ist nicht toll. Toll kommt erst wenn du einiges verstanden hast. Im Leid kann man sich ganz nah sein und eine riesiege Menge über sich und andere zu lernen. In der Liebe kann man nichts über sich selbst lernen, da ist man viel zu abgedreht. Bindungsängste sind nicht gut, aber man kann sie für sich nutzen, um sich zu entwickeln. Im Leid steck seit jeher hohes Enwicklungspotenzial. Das gilt nicht nur für die gesamte Menschheit, sondern für jeden einzelnen Menschen.Wer bewusst leidet und trauert, der wird daraus gestärkt hervorgehen. Es sei denn es kommt so Knüppeldick...Und wer wegen der Liebe leidet hat auch was richtig gemacht. Für die Liebe zu leiden ist das einzige wofür es sich zu Leiden lohnt. Hat mal ein Meister gesagt. Von daher...

Zitat von Silence_:
Es muss doch, so hoffe ich, irgendwas in der Mitte geben . Einen inneren Zustand, in dem die Fähigkeit zu Bindung einerseits , sowie zu Autonomie andererseits in einer inneren Waage sind.


Ja, mit Sicherheit. Das ist ganz Sicher etwas. Ich weiss auch wo. Gleich neben deinem Ego. Da ist das was du suchst.

Zitat von Silence_:
Doch kann sie , glaube ich , nicht die Nähe ersetzen, die wir miteinander erleben können, wenn wir uns auf einzelne Menschen, die wir uns auserwählt haben, tiefer einlassen


Exakt. Dieses Bedürfnis nach Vervollständigung und Vereinung ist sehr ausgeprägt. Außer Frage, in tiefer Liebe sich auf jemanden Beziehen, um sein Wesen zu ergründen. Fantastisch und lehrreich. Gibt nix schöneres. Aber was nicht ist, dass ist halt noch nicht.
Und die Zeit läuft...und läuft und läuft und..

15.09.2020 20:29 • #503


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Zitat von Bumich:
Und die Zeit läuft...und läuft und läuft und..

Sieht nicht gut aus für mich meinst Du ? Tja. Vielleicht erst im nächsten Leben . Womit ich wieder beim Satz der Woche lande: Ich darf mich in Gelassenheit üben

Schön , dass Du Dich meldest und danke für Deinen Text. Läuft die Gesundung wie erhofft ?

15.09.2020 20:43 • #504


Bumich

Bumich


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Zitat von Silence_:
Sieht nicht gut aus für mich meinst Du ? Tja. Vielleicht erst im nächsten Leben . Womit ich wieder beim Satz der Woche lande: Ich darf mich in Gelassenheit üben

Schön , dass Du Dich meldest und danke für Deinen Text. Läuft die Gesundung wie erhofft ?


Mich meinte ich. Aber deine Zeit läuft wohl auch. Gelassenheit hat noch nie geschadet. Machst nix verkehrt.

Und Danke der Nachfrage. Ja, jeden Tag ein klein bißchen besser. Hoffe ich.

15.09.2020 21:19 • x 1 #505


Silence_


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Zitat von Bumich:
Mich meinte ich. Aber deine Zeit läuft wohl auch.

Und sie ist kürzer als Deine . So rein statistisch gesehen. Aber was ist schon Statistik.
Weiterhin gute Besserung Dir . Und nich' vergessen - ab und zu 'nen guter Blaubeer-Smoothie hilft immer. Egal , was ist .

15.09.2020 21:30 • #506


FrauDrachin


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Zitat von Silence_:
Ich empfinde des Job ebenfalls als hart. Irgendwo/Irgendwann habe ich allerdings mal gelesen, dass auch dieser Gedanke ein Unkraut ist . Dass Veränderung leicht ist, wenn es mir gelingt, sie mir als etwas leichtes vorzustellen wozu ich selbstverständlich in der Lage bin, weil ja ich die Herrin in meinem eigenen Kopf bin. Auch wenn ich dazu tendiere, dies immer wieder zu vergessen.


Silence, du bist wirklich immer für einen spannenden Gedanken gut, Danke!

15.09.2020 22:47 • x 1 #507


Silence_


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@FrauDrachin , wie schön , dass Du bei mir hereinschaust .

Wie stehst Du denn zur aktiven Gärtnerei ?
Schon mal was in der Richtung ausprobiert ?

16.09.2020 09:41 • x 1 #508


FrauDrachin


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Silence, Danke für das Willkommen!
Das ist ja eigentlich nix neues, das ist ein Dauerthema für mich, was und wie denk ich von und über mich?
Lustigerweise ist sowohl die Gartenmetapher als auch das sich-zu-besseren-Gedanken-erziehen ein großes Thema in dem Buch, das ich gerade lese, deshalb hat mich das gerade angesprochen.
Und über diesen Glaubenssatz, dass alles was gut ist, irgendwie schwer zu erreichen ist, oder Opfer erfordert oder sowas, über den hab ich mich auch schon oft aufgeregt. Und mit genau diesen kleinen Gedanke, wie du es formuliert hast, fängt es an.
Satz aus meinem Buch: Was wir über uns denken, ist eh nur Einbildung. Dann können wir uns auch gleich schöne Sachen einbilden.

16.09.2020 09:51 • x 1 #509


Silence_


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Zitat von FrauDrachin:
Was wir über uns denken, ist eh nur Einbildung. Dann können wir uns auch gleich schöne Sachen einbilden.
Schöner Satz. Magst mir verraten, was Du da liest ? Gerne auch per PN, falls es Dir hier zu privat ist .

16.09.2020 13:10 • #510



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