Zitat von Silence_:Notiz zum Thema Bindung
Wenn mir jemand seine Sorgen anvertraut und ich die Vertrautenrolle akzeptiere, dann erzeugt das in mir Bindung . Das liegt daran, dass ein gerichteter Energiefluss etabliert wird . Derjenige , der Energie investiert, bindet sich . Doch wie ist die umgekehrte Sicht ?
Wenn ich mich beraten lasse . Dann ist der Energiefluss doch andersherum . Sofern sich Bindung rein aus investierter Energie etabliert, müsste ich als "Beratling" bindungsfrei bleiben . Ist so ? Ist das, was ich dann an positivem Zug fühle , strukturell was anderes als Bindung ?
Und was ist falsch an Bindung? Alles besteht aus Verbindungen. Man ist ja kein gefühlsloser Stein. Ohne die Anderen würdest du schnell sterben. Ohne die Anderen könnte dein Körper nicht existieren, würdest du nicht existieren. Das kann also nicht das problem sein. Die ganze Existenz vertraut dir etwas an. Nicht nur dieser eine Kerl. Klingt verrückt, aber Bindung entsteht nur wenn du noch nicht deine Vollkommenheit erfahren hast. Solange man noch an den Objekten hängt, ist Bindung ganz natürlich.
Weisst du, so viele haben nur einen tropfenden Wasserhahn. Hier und da mal ein tröpfchen Liebe. Aber auch nur für jemand ganz besonderen. Erst muss er sie sich verdienen. Warum ist das so? Warum ist es nicht wie ein offener Hahn? Hass ist bei uns ein offener Hahn. Wut, Neid, alles weit offen. Es sprudelt nur so heraus. Bei jeder noch so kleinen Gelegenheit. Warum ist das so?
Liebe ist doch nicht besonderer als Hass. Beides ist grenzenlos und unendlich. Es sind lediglich 2 Seiten des selben Phänomenes. Warum tröpfelt die Liebe und sprudelt der Hass überall auf der Welt? Wie kann das sein?
Besser wäre es doch anders herum? Liegt allein daran das wir Hass als nichts besonderes sehen. Die Welt ist voll davon. Krieg und Terror ist normal und omnipräsent.
Eine Zeitlang habe ich bei jedem der mir begegnete leise zu mir gesagt: Ich Liebe dich. Da fängt man automatisch an zu grinsen. Und noch viel mehr passiert da in einem.
Wenn du alles liebst, ist Bindung unmöglich. Wenn du deine Liebe von etwas abhängig machst, ist Freiheit unmöglich. Du strebst nach Autonomie und die kostbare Krone der Freiheit, dann führt kein Weg daran vorbei, total zu werden. Total in deiner Liebe und in allem andern.
Kein Grund nun ausgerechnet an der Liebe zu sparen und sie zu etwas Besonderen zu machen, oder? Sie ist nichts Außergewöhnliches. Das ganze Universum ist voll davon. Die Blume am Wegesrand, Der große Baum vor deinem Haus. Das Bienchen das so fleißt Honig produziert. Einfach alles. Wenn man es schafft zu allem liebevoll und achtsam zu sein, Ist Liebe und Achtsamkeit nichts außergewöhnliches. Du kannst sie verschenken wie du willst. An alles und jedem. Einfach so. Ohne Erwartungen oder Bindung. Je mehr du sie verschenkst, je mehr wirst du haben.
Ich habe festgestellt: Es gibt da eine Art Rythmus.
Im Alleinsein füllt man sich auf, um sich dann im Zusammensein wieder zu entleeren, um sich dann im Alleinsein wieder zu füllen, um sich dann im Zusammensein wieder zu entleeren. So ist die Liebe immer in einem gesunden Fluss und kann niemals zu Hass werden. Wenn Liebe nicht fließen kann, wird sie immer zu Hass.
Man liebt nicht der Objekte wegen. Man liebt der Liebe wegen. Der Grund spielt dann keine Rolle. Man ist einfach liebevoll.
Um zu Hassen gibt es Milliarden Gründe. Um zu Lieben gibt es Milliarden Gründe. Um zu Trauern gibt es Milliarden Gründe. Um sich zu Ängstigen gibt es Milliarden Gründe. Um zu Lachen und zu Tanzen gibt es Milliarden Gründe.
Es ist sogar zu Beobachten, dass in totaler Liebe zuerst das Objekt verschwindet, dann das Subjekt. So ist es auch im Hass. Zuerst hasst man ein bestimmtes Objekt und iwann hasst man die ganze Welt und sich selbst am meisten. Zuerst liebt man ein Objekt, dann liebt man die ganze Welt und sich am meisten. Der einzige der einen vom Lieben abhält ist man selbst.
So ist es Devi und Shiva im Tant. ergangen. In tiefer Liebe zueinander hat sich Shivas Form/ Körper aufgelöst und sie, Devi konnte zum ersten mal seine, Shivas wirklichkeit erkennen. Jenseits der Körper und Formen. Sie sind ins Formlose eingegangen. Und ohne Objekt kann es auch kein Subjekt existieren. Ein Subjekt ohne Objekt ergibt keinen Sinn. Also hat auch Devi sich aufgelöst. Nicht wörtlich natürlich. Sie haben alle Dualität hinter sich gelassen.
Wenn du nichts liebst, hast du keine Probleme. Was könnte es da für Probleme geben? Wenn du alles liebst, hast du keine Probleme. Was könnte es da für Probleme geben? Selbst der Tod ist dann kein Problem. Erst das Wählen bringt die Probleme. Und egal für was auch immer du dich entscheiden wirst, wirst du ein Problem bekommen. Entscheide ich mich für Leben, bekomme ich ein Problem mit dem Tod. Entscheide ich mich für den Tod, bekomme ich ein Problem mit dem Leben. Entscheide ich mich für Mensch A, bekomme ich unweigerlich Probleme mit Mensch A und B oder C oder XYZ. Entscheide ich mich für Liebe, bekomme ich Probleme mit dem Hass. Und umgekehrt. Die Frage die man sich stellen sollte ist also nicht : Wähle ich A oder B. Die Frage ist: Wähle ich oder bin ich in wahlloser Freiheit? Und im Grunde gibt es nichts zu wählen. Entscheide ich mich für A, folgt B auf dem Fuße.
Ich kann nicht die Liebe wählen, ohne auch den Hass zu wählen. Liebe und Hass sind dialektisch. Liebe und Hass wirken miteinander. Nicht gegeneinander. Du liebst ihn. Du hast dich entschieden ihn zu Lieben, ja oder nein? Und wo bist du gelandet? Überall, aber nicht in der Liebe, oder?
Du hast dich nicht für den falschen entschieden. Daran liegt das nicht. Er ist ebensowenig falsch wie du es bist. Falsch war nur das du gewählt hast nur ihn zu lieben. Und alles andere nicht. Die gesamte riesige unvorstellbare Existenz muss ausgeschlossen werden, weil du ja nur diesen einen für deine Liebe auserwählt hast. Und es hätte jeder x beliebige sein können, den du auserwählst.
Merkst du wie neurotisch krank diese Einstellung ist? Die gesamte Existenz hat nicht deine Liebe und Aufmerksamkeit verdient. Nur diese eine bestimmte Form. Nur dieser eine Körper, wo doch alle Erscheinung aus der einen gleichen Quelle entspringen.
Ist das gaga oder nicht?
Du kannst nicht sagen: Hier bin ich, hier hört mein Körper auf, und da ist die Existenz. Ohne die Flora würden wir augenblicklich sterben. Ohne den Sauerstoff der Bäume, der durch unseren Körper ströhmt, könnten wir nicht existieren. Wir und die Bäume müssen ein tiefe Verbindung zueinander haben. Sie sind ein Teil von uns. Ohne Wasser können wir nicht existieren. Das Wasser der Ozeane muss ein Teil von mir sein. Ohne die Sonne könnten wir nicht existieren. Geht Morgen früh die Sonne nicht auf, sind wir alle Abends Tod. Die Sonne, so unvorstellbar weit entfernt, muss ein Teil von uns sein. Es muss eine tiefe Verbindung zwischen uns und der Sonne geben. Selbst in den tiefsten Ecken im Universum wirst dich wiederfinden können. Alles was existiert ist ein Teil von dir. Wo fängt dein Körper an und wo hört er auf?
Du kannst auch in liebevoller und wahlloser Freiheit existieren.
Der oder die Geliebte ist nur ein Ausdruck ein und der selben Existenz. Alles ist Ausdruck ein und der selben Existenz. Der oder die Geliebte ist eine Form. Ein anderer ist eine andere Form dieser reinen Idee.
Der Baum, die Vögel, alles unterschiedliche Formen ein und der selben Existenz.
Vergiss alle Objekte, Formen und Körper und wende dich der Formlosigkeit zu, die alle Form durchdringt.
Dann ist Liebe und keine Liebe überhaupt kein Problem mehr.