Zitat von marc_aureil:Wenn man einige Beiträge und Ansichten so liest bekommt man das Gefühl , dass es im Bezug auf Liebe, romantische Liebe, Zukunftsdenken in einer Partnerschaft - dass das alles nur Fiktion ist, mit ein paar Ausnahmen - am Besten allein Leben und mit seinem Leben klar kommen - wenn ein Partner dazustößt ok, wenn nicht , dann halt nicht - wenn der Partner geht , dann geht er halt .... eigentlich sollte alles in dem Bezug Liebe, Partnerschaft als nettes "Nebengeschäft" gesehen werden - der Rest ist Hollywood Erfindung
Liebe ist keine Fiktion, aber die Annahme, nur ein Mensch mit Partner könne vollkommen glücklich sein, als sei Glück nur erreichbar, wenn man eine Beziehung hat. Damit erlegt man sich selbst aber so viele Beschränkungen auf und ist stetig auf der Jagd nach Mr. oder Mrs. Perfect, dass man gar nicht in der Lage ist, zu erkennen, dass man sich auch selbst genügen sollte. Und das ist diese Hollywood-Erfindung.
Ich persönlich finde, dass man mit sich selbst im Reinen - also glücklich - sein muss, um eine erfüllende Partnerschaft zu finden, weil man den Partner ganz anders auswählt, wenn man weiß, dass eigene Glück hängt nicht davon ab, sich aus Prinzip an irgendeinen Partner zu binden. Man kommt nur aus dieser Abhängigkeit, die so viele Beziehungen vergiftet und scheitern lässt, heraus, wenn man selbstbewusst genug ist und eine gute Portion Selbstliebe besitzt, um dem Partner eben auf Augenhöhe zu begegnen. Und nicht als Bittsteller, der Partner möge dafür sorgen, dass man glücklich ist.
Das ist nicht der Job eines Partners und das ist nicht der Sinn einer Beziehung.
Und ich persönlich glaube, nur dann, wenn beide Partner mit sich selbst glücklich sind, kann richtige Liebe entstehen, ohne Abhängigkeiten. Auf Augenhöhe.
Mutterliebe ist ein Thema, zu dem ich nur eine theoretische Meinung haben kann, da die Familienplanung für mich derzeit ein undefinierbares "Vielleicht, frühestens in 8 Jahren" ist - trotzdem denke ich, dass auch eine Mutter nicht bis zur Selbstaufgabe ihre Kinder zu betüdeln hat, um eine gute Mutter zu sein. Auch als Elternteil muss man sich selbst so sehr wertschätzen, dass man sich auch mal selbst was gutes tut und vielleicht auch mal Entscheidungen trifft, die der Meinung der Kinder widerspricht.
Da jetzt die Steinzeit heranzuziehen finde ich btw unpassend, weil damals Familien in Großerbänden gelebt haben, nach heutigem Wissenstand. Kinder wurden von allen erzogen, nicht nur der eigene Mutter. Das kann man mi der heutigen Familiensituation einfach nicht vergleichen, wenn man nicht grade in einer extrem großen Mehr-Generationen-Familie, die auch noch nah beieinander wohnt - lebt. Und das ist in der westlichen Welt doch heute eher ungewöhnlich.
Im Übrigen finde ich die Vorstellung, nur Mütter könnten ihre Kinder selbstlos lieben etwas verstaubt. Und da gleich nach JA und Psychologe zu brüllen.... Marc, ich kenne ja deine Situation so im Groben und ich glaube, du siehst das derzeit einfach zu persönlich. Wenn du eine grundsatzdiskussion führen möchtest, musst du das tun, ohne ständig deine eigene Erlebnisse da mit reinzuziehen.
Sieh's doch mal andersrum - warum sollten Väter Familien verlassen können um selbst glücklich zu sein. Warum soll da kein Psychologe drüberschauen, das JA das nicht prüfen?
Warum verlangst du, dass Mütter bedingungslos ihre eigenen Bedürfnisse für die der Kinder aufgeben, Väter aber selbstverständlich nicht? Ist genauso deren Fleisch und Blut.
Mütter haben genauso wie Väter das Recht, ihre Kinder zu verlassen. Das ist keine psychologische Störung, das zu behaupten finde ich schon ein starkes Stück.