Liebe Elli,
Zitat von Elli18:ich sollte das Forum hier nicht so einseitig für mich beanspruchen.
Das ist jetzt aber doch etwas zu bescheiden und zurückhaltend!

Wofür, wenn nicht für den Kummer von uns allen, ist das Forum sonst da?!
Zitat von Elli18:Aber ist es nicht auch so, dass sie den Zwang/Drang haben, sich gleich den Nächsten zu angeln, um sich für sich selbst/ihr schwaches Ego unmittelbar neue Bestätigung zu holen? Ich dachte bisher, das sei das narzistische Muster: Bei Ende einer Beziehung keine Reue zeigen, die alleinige Schuld dem anderen zuweisen (und auch solange einreden, bis er das glaubt!) und sich umgehend das nächste "Opfer"zu suchen. Weil Bestätigung von außen ihr Lebenselixier ist.
Ja, das gehört zum narzisstischen Inventar, aber Du findest ja nicht in jedem Fall alle typischen Symptome. Die narzisstischen Anteile sind ja auch bei jedem unterschiedlich und unterschiedlich stark ausgeprägt, die Übergänge zwischen "einfacher" Bindungsangst und starken narzisstischen Anteilen sind wohl auch fließend - und, wie ich hier schon öfter geschrieben habe, ich möchte ja gar nicht so vermessen sein, meiner Ex die Diagnose Narzissmus zu verpassen. Darum geht es mir auch gar nicht, sondern darum, dass sie sich bei ihrer Art der Beziehungsführung aber eben VERHÄLT wie eine Narzisstin. Ob sie eine ist oder nicht, ist mir herzlich schnurz.
Und, davon abgesehen: Der Rest lief auf wieder wie aus dem narzisstischen Bilderbuch. Schuld war natürlich nur ich, aufgrund von haarsträubenden, vollkommen realitätsfernen Konstrukten, Reue gab es natürlich auch keine, weshalb auch? Sie hatte ja in allem und mit allem Recht und hat nie auch nur einen einzigen Fehler gemacht. Und es war ihr sowieso immer vollkommen egal, welche emotionale Wirkung ihre Äußerungen und Handlungen bei mir auslösen - oder zumindest hat sie so getan. Und schließlich: Ob sie sich das nächste Opfer gesucht hat - keine Ahnung, gut möglich.
Zitat von Elli18:Wenn Du so über sie schreibst, denke ich immer, dass sie doch noch eine große Rolle in Deinem Leben spielt. Und wenn nur auch Negativbeispiel.
Natürlich, das tut sie. Aber das bedeutet, wie ich schon am Anfang in diesem Thread geschrieben habe, dass ich über Wehmut und Sehnsucht Gott sei Dank schon hinweg bin. Was jetzt noch bleibt, ist die Fassungslosigkeit über das, was da mit mir gemacht wurde - und was ich mit mir machen lassen habe.
Zitat von Elli18:Aber Du bist noch sehr mit ihr beschäftigt. Obgleich Eure Partnerschaft zwei Jahre zurückliegt. Kann so etwas so lange nachwirken ?! Hm, das gibt mir zu denken....
Kann es sicher, aber was mich angeht, hast Du da etwas falsch verstanden: Die Sache hat fast zwei Jahre lang gedauert, aber zu Ende ist sie seit ungefähr anderthalb Monaten.
Zitat von Elli18:Dennoch und ein bißchen muß ich ein widersprechen, gibt es sowas wie eine zwischenmenschlich freundliche Grauzone (ich weiß nicht ob Du das verstehen kannst) nach einer erst kürzlich beendeten Beziehung. Eine Art wertschätzende, freundliche Verbindung und da gehört dazu, daß man sich zu Weihnachten grüßt. Finde ICH JETZT zumindest .
Zitat von Elli18:Aber für mich fühlt es sich sehr kalt, rauh und abweisend an von ihrer Seite. Und ihr Verhalten kollidiert mit meinen Wertvorstellungen.
Ja, ich verstehe das, und ich kann mir vorstellen, dass sich das auch mit ihren Wertvorstellungen beißt, aber ich denke, dass hier alles vom Grad der Verletztheit abhängt. Man muss dann eben eine, wie es bei den Juristen immer so schön heißt, "Güterabwägung" vornehmen, und da steht dann gutes Benehmen gegen Selbstschutz, und wenn man zu stark verletzt ist, wählt man eben den Selbstschutz, auf Kosten des guten Benehmens.
Zitat von Elli18:Und das andere ist, sollte sie gedacht haben, ein Weihnachtsgruss hätte mich sofort zurückkatapultiert in den Beziehungsmodus, so ist das ein Zeichen von ihr, dass sie mir verdammt wenig zutraut. Es ist ein Zeichen von Mißtrauen mir gegenüber, dass ich mit dieser Situation nicht adäquat umgehen kann. Und das ist schade. Ich weiß nicht, ob Du das etwas nachvollziehen kannst?
Hmmmm ... kommt hier nicht auch schon wieder ein klitzekleines bisschen Narzissmus zum Vorschein ...? Stell Dir doch mal die Variante vor, dass sie bei ihrem Rückzug wirklich ganz einfach endlich mal nur an sich gedacht hat, und nicht daran, wie es Dir mit dieser Entscheidung geht, und überhaupt nur insofern an Dich, als dass Du eben das Problem warst?
Zitat von Freddie:Da fällt mir spontan etwas ein. Könntest du nich Morgen ein paar Sachen besorgen, wie z.B. Süssigkeiten, die sie besonders mag und ihr ein kleines Paket schicken? Ohne langen Brief, sondern vielleicht nur ein 'Danke für die tollen Jahre - lass es dir gut gehen'. Das wäre ein Zeichen für sie ohne Erwartung, dass sie sich melden muss.
Ähm ... das erschiene mir stark übergriffig, muss ich sagen. Die Frau hat sich zu der schweren Entscheidung durchgerungen, keinen Kontakt mehr zu ihrer Ex haben zu wollen - und dann soll ausgerechnet die Ex diesen Wunsch nicht respektieren und torpedieren? Ich wäre an ihrer Stelle hochentrüstet. Und was das mit ihr macht und wie weit sie das zurückwirft, wissen wir überhaupt nicht - aber sie wird schon ihren Grund gehabt haben, einen totalen Kontaktabbruch zu wollen. Ich kann davon also nur abraten.
Zitat von Elli18:Ich glaube, ich habe das Problem unterschätzt.
Du kannst Dir wirklich echt nicht vorstellen, wie sich manche Leute verhalten. Wenn Du möchtest, kann ich Dir mal was per PN schicken, was Dir da in meine Beziehung etwas mehr Einblick gibt, und bei mir war alles noch harmlos ...