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Gefühle sind weg, mache ich mir etwas vor?

Jonas79


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Ich habe mittlerweile einige Gespräche geführt mit sowohl stärker als auch weniger involvierten Personen. Bislang geht die Tendenz der Ratschläge in Richtung "Man kann es noch schaffen" und "Versucht zu Reden und euch wieder anzunähern", trotz der aus meiner Sicht doch recht zerrütteten Situation (Keine Lust auf gemeinsame Zeit, Ablehnung körperlicher Berührungen geschweige denn Küsse und der Gleichgültigkeit bei einer Beendigung der Beziehung durch Sie oder Betrug.

Es steht nun noch ein Gespräch mit einer Person aus, die eine Trennung in ähnlicher Situation tatsächlich vollzogen hat.
Stand jetzt bin ich maximal unglücklich in der Situation.
Ich empfinde mich schlichtweg mutlos. Habe offensichtlich weder den Mut eine Trennung zu vollziehen noch den Mut es mit ehrlichem Willen nochmal mit meiner Frau zu versuchen. Ich bin sonst ein Mensch der in vielen Situationen klare Entscheidungen treffen kann und diesen dann auch folgt. Hier fällt es mir unendlich schwer.

Evtl. hilft tatsächlich eine neutrale Paarberatung. Habt ihr hierzu Empfehlungen, worauf man bei der Suche/Auswahl achten sollte?
Meine Frau steht einer Beratung wie gesagt skeptisch gegenüber "will mich nicht gegenüber Fremden äußern und es selbst schaffen". Sie schlägt vor gemeinsam etwas zu unternehmen (Tanzkurs o.ä.), wir finden allerdings keine Schnittmengen, auf die wir beide Lust haben.

23.01.2020 15:21 • x 1 #91


Sabine72


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Zitat von Jonas79:
wir finden allerdings keine Schnittmengen, auf die wir beide Lust haben.


Hierzu fehlen mir fast die Worte! Meine ehrliche Meinung, wenn ihr/sie wüsstet wie ernst die Situation ist wäre es Euch schei*egal ob Ihr Polonäse tanzt oder Töpfern geht Wie kann man denn bei so einer ernsten Situation wegen solcher Kinkerlitzchen diskutieren?
Ich befinde mich in einer Trennungsituation, mir ging es lange nicht so bescheiden und nicht viele Ereignisse ziehen so einen Rattenschwanz hinter sich her! Aber ok, ich habe scheinbar auch den ernst der Lage zu spät erkannt!

23.01.2020 15:33 • x 5 #92




Florentine


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Zitat von Jonas79:
Ich habe mittlerweile einige Gespräche geführt mit sowohl stärker als auch weniger involvierten Personen. Bislang geht die Tendenz der Ratschläge in Richtung "Man kann es noch schaffen" und "Versucht zu Reden und euch wieder anzunähern


Klar. Was sollen die Leute auch sagen?! Da will sich doch keiner ernsthaft einmischen.
Meine beste Freundin hat nie Position bezogen um sich nicht einzumischen. Als ich von Trennung sprach, sagte sie nur: "Na endlich!"

Am Ende wird es dir auch nichts nützen. Und wenn du mit 29462 Leuten sprichst, die dir vielleicht sogar ALLE sagen, dass du es nochmal versuchen sollst: dein Gefühl bleibt doch ein anderes.

Been there, done that.

Zitat von Jonas79:
Habt ihr hierzu Empfehlungen, worauf man bei der Suche/Auswahl achten sollte?

Ihr beide müsst den Berater sympathisch finden und seine Arbeitsweise.

Zitat von Jonas79:
Habe offensichtlich weder den Mut eine Trennung zu vollziehen noch den Mut es mit ehrlichem Willen nochmal mit meiner Frau zu versuchen.

Das Gefühl kenne ich leider sehr gut, ich hatte es über 2 Jahre lang als sehr treuen Begleiter
Jetzt, wo die Trennung ausgesprochen ist, habe ich drauf gewartet in ein tiefes Loch zu fallen...ich trauer auch, klar, habe auch etwas geweint. Aber der Herzschmerz, der Liebeskummer: der ist nicht da.
Vielleicht kommt er noch, wenn der Auszug tatsächlich erfolgt und die Einsamkeit kommt.
Das ist möglich.
Im Moment ist es aber besser, eine Entscheidung getroffen zu haben und damit umzugehen

23.01.2020 16:10 • x 2 #93


Tuvalu123

Tuvalu123


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Wie wäre es mit einer Transformationstherapie? Das wäre in deiner/eurer Situation evtl. ein Weg.

http://www.freude-und-leichtigkeit.de/t...rapie.html
So in der Art. Evtl. wird es schwer einen Therapeuten zu finden, der das anbietet.

23.01.2020 16:28 • #94


6rama9

6rama9


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Zitat von Jonas79:
Sie schlägt vor gemeinsam etwas zu unternehmen (Tanzkurs o.ä.), wir finden allerdings keine Schnittmengen, auf die wir beide Lust haben.

Es ist doch egal, was es ist. Es geht doch darum, sich bewusst Quality Time füreinander zu nehmen. Wenn das schon ein unüberwindbares Hindernis ist, ist der Ofen schon längst aus.

23.01.2020 17:01 • x 4 #95


unbel Leberwurs.


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Zitat von Jonas79:
Ich habe mittlerweile einige Gespräche geführt mit sowohl stärker als auch weniger involvierten Personen. Bislang geht die Tendenz der Ratschläge in Richtung "Man kann es noch schaffen" und "Versucht zu Reden und euch wieder anzunähern", trotz der aus meiner Sicht doch recht zerrütteten Situation


Magst Du auf die gestellten Fragen eingehen?

Insbesondere die Rolle, die die andere Dame bei Dir spielt?
Kann mir kaum vorstellen, dass das ohne Einfluss auf Dich ist.

23.01.2020 17:02 • #96


Löwin45

Löwin45


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Zitat von Jonas79:
Ich habe mittlerweile einige Gespräche geführt mit sowohl stärker als auch weniger involvierten Personen. Bislang geht die Tendenz der Ratschläge in Richtung "Man kann es noch schaffen" und "Versucht zu Reden und euch wieder anzunähern", trotz der aus meiner Sicht doch recht zerrütteten Situation (Keine Lust auf gemeinsame Zeit, Ablehnung körperlicher Berührungen geschweige denn Küsse und der Gleichgültigkeit bei einer Beendigung der Beziehung durch Sie oder Betrug.

Puhhh, hast du jetzt tatsächlich deine Abneigung gegenüber deiner Frau, speziell die körperliche Berührung... mit anderen Personen aus eurem Umfeld besprochen?
Wie indiskret und taktlos.
Das sind so persönliche Details, dass es für mich schon in einem öffentlichen Forum grenzwertig erscheint.
Gehört zum Kreis der Eingeweihten auch deine "Bekannte" dazu?

Kannst du dir vorstellen wie deine Frau sich fühlt, wenn sie weiß, dass andere Personen in ihrem Umfeld wissen, dass du sie nicht mehr berühren magst?

Ich bin echt fassungslos.

23.01.2020 17:27 • #97


Jonas79


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Zitat von Löwin45:
Puhhh, hast du jetzt tatsächlich deine Abneigung gegenüber deiner Frau, speziell die körperliche Berührung... mit anderen Personen besprochen?
Wie indiskret und taktlos.
Das sind so persönliche Details, dass es für mich schon in einem öffentlichen Forum grenzwertig erscheint.
Gehört zum Kreis der Eingeweihten auch deine "Bekannte" dazu?

Kannst du dir vorstellen wie deine Frau sich fühlt, wenn sie weiß, dass andere Personen in ihrem Umfeld wissen, dass du sie nicht mehr berühren magst?

Ich bin echt fassungslos.


Das haben wir natürlich vorher gemeinsam besprochen! Sowohl mit wem wir sprechen und was ggf. ausgeklammert wird. Wir hatten beide das Bedürfnis mit anderen über die Situation zu sprechen.

Zum Teil wird hier im Forum relativ schnell und scharf geschossen...

23.01.2020 17:31 • x 3 #98


n-ever

n-ever


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Hast du ihr gegenüber schonmal eine Trennung als Option für euch beide genannt?

Es klingt so, als ob irre viel auf dem Spiel steht.
"Nur die Liebe zählt" ist Quatsch.
Jedenfalls wenn damit Verliebtheit gemeint ist.

Um den Alltag so gut regeln zu können wie ihr es tut, muss man recht gut harmonieren. Leidenschaft kann dabei verloren gegangen sein, das lässt sich aber auch wieder finden. Ein Partner mit dem Mann viel gemeinsam erreicht hat und ein Lebensumfeld dass im Alltag so gut läuft, sind keine Selbstverständlichkeiten.

Ist dir ein bisschen Abenteuer die Zerstörung eurer bisherigen Lebensleistung wert?

Informiere dich doch mal genauer über das Thema Midlifecrisis. Ihr seid beide in einer sehr typischen Lebensphase.. fast wie im Lehrbuch. Ihr müsst nicht in die selben Fettnäpfchen treten, wie Millionen Paare vor Euch

23.01.2020 22:45 • x 4 #99


Jonas79


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Hallo zusammen,

seit langem will ich dieses Thema wieder ausgraben. Keine Ahnung ob hier noch jemand mitliest, aber es tut schlichtweg gut, die aktuelle Lage von der Seele zu schreiben.
Was ist passiert?

Ich habe das Thema weiter gesponnen und bin mehr und mehr zu dem Entschluss gelangt, dass die Trennung das richtige ist. Ich habe angefangen nach Wohnungen zu suchen und ihr schlussendlich verkündet, dass ich zum 1. Jumi ausziehen würde. Entweder in eine mölblierte Wohnung oder direkt in eine "richtige" Wohnung.
Bis dahin habe ich viel gerechnet und kalkuliert. Mein Ziel war/ist, dass Sie mit den Kindern im Haus wohnen bleiben kann, ich ihr entsprechend dazu freiwillig den Unterhalt zahle, den sie dazu benötigt um auch gleichermaßen den Lebensstandard weitestgehend zu halten. Entsprechend hat sich die Rechnung für mich relativ knapp gestaltet; aber damit kann ich leben. Ich denke ich brauche zumindest für 2-5 Jahre (bis das Haus abbezahlt ist) nicht viel, vor allem keinen Luxus und würe dann schauen, wie es danach weiter geht.
Sie war trotz der bereits offen ausgesprochenen Trennungswünsche und "nicht Gefühle" total geschockt und meinte, sie würde das nicht aktzeptieren. Ich habe weiter viel mit Freunden gesprochen. Einige sehr "befangen" und involviert (Sehr enge: Schwager, Schwägerin, Eltern, Trauzeugen, Patenonkel sowie entfernte: Lange gute Freunde aus dem beruflichen Umfeld, dessen Meinung ich sehr schätze, davon 2 mit küzrlicher Trennungserfahrung mit kleinem Kind).

Am Ende war ich bestärkt darin, dass ich/wir in der Situation für die Kinder defintiv nicht gemeinsam zusammen ein gutes Vorbild abgeben und sie ggf. sogar verunsichern.
Es gab dann sogar erste Gespräche mit ihr über die "Modalitäten". Natürlich total emotional aufgeladen und im Nachgang betrachtet wohl auch unmöglich sauber zu leisten: Sie mit der, laut ihrer Aussage, bestehenden Liebe zu mir und dem Schmerz, das alles den Kindern anzutun. Ich mit der Unsicherheit und ebenfalls der Angst vor dem, was da kommen mag.
In einem ersten Ergebnis kam raus, das es zumindest fraglich ist, ob meine Rechnung aufgeht sowohl das Haus als auch eine zusätzliche Wohnung zu stemmen. Dies allein hat mich sehr verunsichert. Der Gedanke die Kinder die Trennung zu verkünden war schlimm genug; Nun besteht die Gefahr, ihnen auch das gewohnte Umfeld (das Haus und die Nachbarn) zu nehmen. Die Zweifel nehmen überhand!...

... dann kam Corona und damit die Kurzarbeit. Neben den finanziellen einbußen pro Monat kam die Unsicherheit über den Job (ich bin in leitender Position in einem Startup, welches stark durch die Corona Beschränkungen betroffen war/ist) und natürlich auch der gesundheitliche Aspekt/Sorgen über Kinder, Eltern etc. Kurz: Der schlechteste Moment um eine Trennung zu vollziehen und eine zusätzlichen Mietvertrag zu unterzeichnen. Nach 3 Tagen Bedenkzeit entscheide ich mich meinen Entschluss zu revidieren. Natürlich stehe ich nun ihr gegenüber und auch im engsten Verwandtenkreis (Eltern, Nachbarn/Schwager) ziemlich wankelmütig dar. Aber es ist alternativlos. Ich hätte all diese Stress-situationen (Job, Trennung, neue Wohnung, Finanzen) bei aller Stärke niemals bewältigt.
Daraus mündet sich der Kompromiss einer WG im Haus mit dem Ziel das Thema Trennung vorerst auszuklammern und "parallel" weiter zu fahren. Der Status Quo wird eingefroren, keine Versuche zusammen zu kommen, keine sich weiter zu trennen. Einfach den Alltag managen und als WG leben.
Diesen Zustand haben wir nun seit knapp 3 Monaten und die Spannungen zeigen sich an allen Enden. Ich gehe fast jeden Abend raus spazieren, Sport machen oder Fahrrad fahren sobald die KInder im Bett sind. Tagsüber funktionieren wir prima, gehen uns aber aus dem Weg. Wir machen Ausflüge mit den Kindern als Familie, aber es wirkt befremdlich. Sie sucht zwischenzeitlich die Nähe, die ich weiterhin ablehne. Ein Beispiel: Wir machen eine Fahrradtour mit Picknick in der Natur auf einem Steinhaufen. Sie setzt sich direkt neben mich und ich zucke unwillkürlich zusammen, fühle mich unwohl und stehe schließlich auf.
Abends gibt es Streit, wenn ich die Flucht ergreife, Wir ziehen offensichtlich in unterschiedliche Richtungen an dem Strang unserer Beziehung. Sie will und glaubt an einen neuen Versuch, ich will nur Weg.
Natürlich genieße ich die Zeit mit meinen Kurzen, versuche diese ggf. ohne Sie/zu dritt zu organisieren. Alles in allem einfach schwierig und schmerzhaft für alle Beteiligten.

Wir merken aktuell, dass es so nicht weiter gehen kann. Dennoch sind wir weiter 200% auseinander. Ihrer Vorstellung nach steigere ich mich in negative Gedanken hinein. Ich sage ihr so oft, dass ich sie nicht liebe und ihre Nähe nicht will. Dabei fällt es mir unsagbar schwer diese verletzenden Worte direkt auszusprechen und ich bin fast wütend, dass ich das immer wieder sagen muss/sie mich dazu nötigt. Es fällt mir alles andere als leicht diese Worte ihr ins Gesicht zusagen. Sie ist immerhin meine (noch) Ehefrau und die Mutter meiner Kinder. Ich achte sie nach wie vor und bin stolz auf alles, was sie gleistet hat. Dennoch habe ich einfach keine Gefühle mehr für sie. Es ist wie verhext und so schmerzhaft!
SIe sagt mir immer offen, sie aktzeptiert meine Trennung nicht. Es könne nicht sein, dass ich einfach das Ende bestimmen würde. Ich würde alles kapput machen und ich solle doch an die Kinder denken....

Soweit so schon schwierig... dann kam die Urlaubszeit. Geplant war 2 Wochen Zelten zu fahren. Das Thema hatten wir bis dahin totgeschwiegen; Ich hatte auf "corona gehofft"... Aber der Urlaub war nun doch möglich und sie wollte diesen Urlaub verbringen. Ich habe direkt gesagt, dass ich mir diese nähe 24/7 im Zelt für 14 Tage definitiv nicht vorstellen kann und abgelehnt. Es gab einen recht heftigen (verbalen) Streit dazu, denn auch das ältere Kind wohl mitbekommen hat. Ich habe darauf nochmal Bedenkzeit ergeben, schlussendlich nach Rücksprache mit Freunden gesagt, dass ich das nicht könne.

Nachdem dies im Gespräch mit ihr ausgesprochen war (es war heftig und nicht einfach), habe ich ca. 30 Minuten später eine Whatsapp von meinen Eltern erhalten. Wie ich das den Kindern antun könne, und ob ich nur an mich denken würde? Ob ich mir meiner Verantwortung nicht bewusst wäre?"
Ich schätze meine Eltern sehr und war hart getroffen von dieser Nachricht. Zum einen, da offemsichtlich ein exklsuvier Kommunikationskanal zwischen ihr und meinen Eltern besteht und zum anderen, da wohl kein Verständniss mir gegenüber bestand. In dem Moment habe ich alles in Frage gestellt: Bin ich ein egoistisches A.? Sehe ich das alles zu einfach und werde ich meiner Verantwortung nicht gerecht?
Ich habe offen gestanden die Welt nicht mehr verstanden. Ich handle nach meinen Gefühlen und muss doch auch meine Integrität waren? Wenn bei dem Gedanken an einen engen 24/7 Zelturlaub mein innerstes "NEIN" schreit, kann ich doch nicht aus vernunft und Kinderliebe/Respekt "Ja" ausrufen? Wie soll das gehen?

Ich habe in den folgenden Tagen das Gespräch mit meinen Eltern gesucht und meine Gefühle dargelegt. Die Details erspare ich hier; Grundtenor ist aber, dass ich keine Gefühle "machen" kann und eine Gefühlsschräglage nicht kippen kann wie eine Wippe auf dem Spielplatz. Dass ich es als nicht hilfreich empfinde den Kindern unser Schauspiel darzubieten nur "der heilen Welt" zuliebe.

Seither habe ich mir 3 Bücher besorgt in denen es um Trennung und "glückliche Scheidungskinder" geht. Die Thesen bestärken mich weitestgehend; die ehrliche Analyse aber über schwierigkeiten in der Entwicklung verunsichern mich dennoch sehr.
Aktuell ist sie mit ihrer Familie und den Kindern auf einem einwöchigem Kurzurlaub und ich bin alleine zuhause.
Zeit für mich, die Situation zu reflektieren.
Ich bin nun erneut verunsichert, welchen Weg ich gehen soll. Für meine Kinder die "Ar." zusammen kneifen und das "Spiel" weiter treiben? Die Hölle sieht vermutlich weniger angenehm aus und vermutlich leben viele Ehepartner mit diesen Abstrichen oder arrangieren sich damit. Mein innerstes will weg, aber es will auch den Kindern gerecht werden und hat angst vor dem, was da kommt. Inklusive der "Verurtteilung" der beteiligten Freunde, Familienmitglieder und Verwandten".

Das einzige, was für mich die ganze Zeit über konstant geblieben ist, ist die Überzeugung des völligen Gefühlsverlustes meiner Frau gegenüber, auch wenn ich sie gleichermaßen schätze und stolz auf sie bin,
Sie wiederum aktzeptiert die Trennung nicht; Argumentiert mit positiven Gefühlen, die ich zulassen müsse um uns eine Chance zu geben...

Wie ihr seht, wenn ihr bis hier hin gelesen habt, alles total einfach Evtl. hat ja der eine oder andere eine Meinung oder einen Tipp zu der Situation.
Beste Grüße

Jonas

30.06.2020 01:40 • x 2 #100


Clara1111

Clara1111


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Hallo Jonas, ich habe natürlich alles gelesen und bin sehr entsetzt.
Entsetzt darüber, dass Du Deine Trennungsabsichten von den Meinungen der Freunde und Leuten abhängig machst, die auch gerade eine Trennung überstanden haben.

Du sagst Deiner Frau offen ins Gesicht, Du liebst sie und mehr und zuckst zusammen, wenn sie Dich zufällig berührt?

Ganz ehrlich meine Meinung zu dieser Situation.
Du bist ein Egoist, der nur auf seine Vorteile und das Ansehen bei Freunden und Familie bedacht ist und dort ja alles abgesegnet haben möchte.

Wenn Du Deine Frau nicht mehr liebst, Dir nicht mal mehr vorstellen kannst, mit ihr noch mal intim zu werden, dann trenne Dich.

Corona ist da wohl mehr eine Ausrede.

Mit einem Mann, der mich körperlich und gefühlsmäßig ablehnt, möchte ich nicht zusammen leben.

30.06.2020 02:33 • x 3 #101


Sternentaler

Sternentaler


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Hallo Jonas, ich finde es gut, dass du versuchst zu reflektieren und dir Erfahrungen und Meinungen aus dem Umfeld holen möchtest- aber da musst du allein durch. Die Argumentation"Was du den Kindern antust" ist das allerletzte, Kinder verpflichten uns nicht, in einer unglücklichen Beziehung zu verharren, sie geben uns lediglich den Impuls, es zu versuchen bzw. stärker den Fokus darauf zu richten. Eine Trennung in deiner Lebenssituation hinterlässt einen Trümmerhaufen, vor allem dann, wenn deine Ehefrau meint, sie würde die Trennung nicht "akzeptieren". Das kann für dich bedeuten, einen erbitterten Kampf um Kindesumgang führen zu müssen, es kann bedeuten, dass die Kinder zur Waffe werden, es kann bedeuten, dass dein Umfeld dich als Familienzerstörer betrachtet und du ein paar"Freunde" verlierst. Ich würde meinem besten Freund zum Auszug raten, um Abstand zu bekommen- zu deiner Frau, zu den Überlegungen, zu den negativen Gefühlen. Du wärst nicht der erste, der vielleicht feststellt, nach einer gewissen Zeit, dass dir nicht nur deine Kinder fehlen, sondern vielleicht sogar deine Frau. Um sich zu sortieren, gerade in so einer Lebensphase, braucht es Zeit und Abstand. Deine Frau ist aktuell überhaupt nicht attraktiv für dich und je länger du dort verweilst, desto schlimmer wird es. Du kannst sie aus der Nähe derzeit nicht so sehen, wie du es mal getan hast und sie ist ein Häufchen Elend, weil sie nicht weiß, was sie tun soll, um wieder zu dir durch zu dringen- Teufelskreis. Ihr würde ich raten, deinen Auszug zu nutzen, um sich selbst als Frau wieder zu entdecken, kinderfreie Zeit zum Ausgehen zu nutzen, sich von dir ein Stück zu lösen, um wieder halbwegs selbst bestimmt zu leben und dadurch an Attraktivität zu gewinnen. Ihre Versuche, dich über andere Leute mit Schuldgefühlen zu überkippen und die Kinder als Bleibegrund zu benutzen, wirken dermaßen abhängig und unattraktiv, da kann man nur den Kopf schütteln- ich als Frau hätte zuviel Stolz für solche Verzweiflungstaten und würde dich ziehen lassen, ich würde keinen Mann wollen, der nur wegen Schuldgefühlen bleibt und wegen den Kindern. Deinen Eltern würde ich die Frage stellen, ob sie nicht möchten, dass ihr Kind glücklich ist und ob sie nicht bereit sind, dich zu unterstützen in dieser für alle zermürbenden Situation. Trennungen passieren jeden Tag und niemand sollte es sich anmaßen, das zu beurteilen. Deine Gefühle sind deine Gefühle und nicht die der anderen.

Am Ende deines Lebens wirst du dir ein paar Fragen stellen: war ich glücklich? Habe ich die richtigen Entscheidungen getroffen? War ich ein guter Vater (egal unter welchen Umständen)? Habe ich mein Leben so gelebt, wie ich es mir vorgestellt habe?

Niemand kann dir sagen, welche Entscheidung richtig oder falsch ist. Deine Verantwortung gegenüber deiner Kinder bedeutet nunmal nicht, dein eigenes Glück ganz hinten anzustellen, sondern ihnen ein bestmöglicher Vater zu sein, auch wenn man getrennt von der Mutter lebt. Es liegt an dir und deiner Frau, wie die Kinder eine Trennung verkraften, wenn sie es dir schwer machen will, werden auch die Kinder länger leiden- und ich sehe das leider hier so kommen. Es gibt keinen einfachen Ausweg, du musst dir darüber absolut im Klaren sein. Ich kann dir aber aus persönlicher Erfahrung sagen, wenn die ersten Monate rum sind, wirst du wissen, wo es hingeht. Entweder zurück, oder nach vorne.

Lass dich hier nicht allzusehr beeinflussen, die meisten haben schmerzliche Trennungen hinter sich, unfreiwillig, und plädieren im Zweifelsfall eher zum Bleiben- das ist menschlich, vor allem deshalb, weil die meisten Foristen nach langjährigen Beziehungen wissen, was alles dranhängt. Letztlich ist jeder für sein eigenes Glück selbst verantwortlich, auch deine Frau kann sich nicht ewig hinter den Kindern verstecken und vielleicht stellt auch sie irgendwann fest, dass getrennte, glückliche Eltern besser für das Kindeswohl sind, als die Kinder in einem Umfeld zu wissen, in der es keine partnerschaftliche Nähe oder Liebe mehr gibt. Kindern eine unglückliche Beziehung vorzuleben ist mindestens genauso schlimm, wie eine Trennungsschlammschlacht. Sie müssen lernen, dass nicht alle Entscheidungen im Leben einfach sind- aber sie gehören dazu und letztlich kommt es darauf an, was die Erwachsenen daraus machen.

Ich wünsche dir alles Gute

30.06.2020 05:14 • x 5 #102


Inipi


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Hi Jonas,
ich schätze Deine Ehrlichkeit mit der Du Deine Lage beschreibst.
Ich kann meinen Mann jetzt ein bisschen besser verstehen... Welchen Kampf er vorher vielleicht schon gekämpft hat, bevor er ging.
Und als verlassene Ehefrau kann ich Dir sagen, auch Deine Frau wird es überleben und Deine Kinder werden in die Situation hinein wachsen, wenn ihr fair und kommunikativ bleibt.
Es wird trotzdem hart für alle sein, auch finanziell.
Ich habe immer zu ihm gesagt, für mich zählt nur die Liebe!
Mit ihr kann man alles schaffen.
Ist sie weg, bleibt nur die Trennung.
Für mich hat mein Leben geendet als er ging, mein Traum von der heilen Welt war geplatzt...
Es ist noch nicht so lange her, aber ich lebe immer noch und den Kindern geht es gut!
Ob die nächste Liebe besser wird, kann man doch tatsächlich erst dann beurteilen, wenn man die gleiche Zeit mit diesem Menschen verbracht hat....
Ich wünsche Dir viel Kraft für die Zukunft, gehe Deinen Weg!

30.06.2020 06:26 • x 3 #103


Raupe1980


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Zitat von Inipi:
Ich kann meinen Mann jetzt ein bisschen besser verstehen... Welchen Kampf er vorher vielleicht schon gekämpft hat, bevor er ging.


Das kann so ich unterschreiben.
Finde ich persönlich unheimlich.Unheimlich bewegend.

Ich finde der TE beschreibt sich und seine Gedanke sehr gut und ehrlich und reflektiert.
Mich wundert es nicht,dass das keine leichte Entscheidung ist.

Ich bin auch getrennt worden und hätte es gerne eine Zeit lang nicht akzeptiert.
Aber was soll ich sagen,an mir nagt,am allermeisten, dieser beshicene zerplatzte Lebenstraum.
Meinem Mann bin ich dankbar für den Mut zur Trennung trotz Kinder (6/10).
Ich habe ihn nicht als Ar... dargestellt trotz mehr wie nur Interesse an einer anderen Frau.
Was meine oder seine Eltern,oder sonst wer denken ist mir fast egal,er bleibt der Vater unsere Kinder.
Unsere Verantwortung ihnen gegenüber ist das was zählt.
Ich bin schon ausgezogen und durch Corona sind wir "wieder engen aufeinander gesessen."
Hätte ich das gewusst,wäre ich nicht ausgezogen,ich verstehe den Gedanken,wenn es den keine Ausrede ist.

Das stimmt mich bedenklich:
Zitat von Jonas79:
Diesen Zustand haben wir nun seit knapp 3 Monaten und die Spannungen zeigen sich an allen Enden.


Zitat von Jonas79:
Abends gibt es Streit, wenn ich die Flucht ergreife,


Zitat von Jonas79:
Alles in allem einfach schwierig und schmerzhaft für alle Beteiligten.


Zitat von Jonas79:
Es gab einen recht heftigen (verbalen) Streit dazu, denn auch das ältere Kind wohl mitbekommen hat.


Wenn das alles so passiert,funktioniert die Eltern WG nicht,aber ich denke das weisst du schon.

Angst um die Kinder zu haben und was eine Trennung auf lange Sicht mit ihnen macht,lässt mich oft wach liegen.
Aber ihnen eine falsche Vorstellung von einer Partnerschaft vorzuleben fühlt sich auch nicht mehr richtig an.

Schaff den Absprung bevor wieder jemand anders interessanter wird oder ihr euch die Köpfe daheim einschlagt.
Dann wird es auf alle Fälle noch schwerer.

Ich könnte dir noch so viel mehr schreiben...deine Geschichte triggert mich unheimlich...nicht schlimm sondern mehr wehmütig...dankbar mal so ehrlich und doch gefühlvoll die andere Seite zu lesen.

Alles Gute!

30.06.2020 07:46 • x 2 #104


Baumo


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Du solltest dir die Wohnung nehmen....und mal schauen wie es dir damit geht....und sie soll sich eine Arbeit suchen.

30.06.2020 08:35 • x 1 #105



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