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Gefühle weg nach 12 Jahren? Wars das wirklich?

Blind-Meg
Zitat von Maximus111:
Ist alles bekannt, bin ja auch schon gut anwaltlich vertreten

Dann ist gut.
Es las sich von dir so, als sei dir das nicht bewusst.

#121


E
Zitat von GreenTara:
Für mich liest es sich nicht so positiv, dass du ihre blockierte Entwicklung als angemessene Rolle akzeptiert hast. Sie wurde in der Beziehung weiter klein gehalten, als das hübsche Beiwerk, das "Führung" braucht. Natürlich war es unter ganz anderen Vorzeichen, mit "liebevoller Akzeptanz" war es wieder jemand anderes, der über ihr Leben bestimmt. Ich möchte nicht ungerecht sein, es ist ihre Aufgabe, sich ihren Defiziten zu stellen und daran zu arbeiten. Aber du hast es ihr leicht gemacht mit deiner "wohlwollenden" Toleranz klein zu bleiben

Ich finde, es ist nicht die Rolle eines Partners, einen zu Entwicklung zu "zwingen". Absolut nicht. Es soll die nicht verhindern, aber das war nicht der Fall.

Wenn im forum eine Frau versucht, ihren Mann zu erziehen wird laut kritisiert (was ich als berechtigt finde). Daher verstehe ich nicht, was der TE hätte besser machen können in dieser Hinsicht.

Für die Frau kann man nur hoffen, dass sie die Trennung nutzt, um zu wachsen. Jedoch wage ich zu bezweifeln, dass sie nicht weiterhin einfach nur ihr gutes aussehen nützt, um sich einen Mann zu "holen". Weil sie das gewohnt ist und es bislang funktioniert hat.

#122


A


Gefühle weg nach 12 Jahren? Wars das wirklich?

x 3


Maximus111
@hotte

Danke für diesen aufschlussreichen Beitrag!

Zitat:
das Selbstmitleid das durchschimmert aber nicht

Ja, das ist mir bewusst. Ich leide noch unter diesem Verlust. Sehr.

Zitat:
Unterm Strich offenbart das in meinen Augen eine Unsicherheit in dir für die du eine (verbale) Bestätigung von außen brauchst. Das wäre dann auch gerne mal im "ängstichen" Bindungsstil mit integriert.

Ist so. War auch immer ein Mensch, der Bestätigung braucht. Da war ich meiner Frau nicht unähnlich. Bekame ich diese Bestätigung nicht von Menschen, die mir nahe standen, neigte ich dazu mich zurückzuziehen, kalt zu werden oder gar selbst zu verletzten (ignorieren). Habe das durchaus erkannt und arbeite da auch an mir.

Zitat:
Oft habe ich versucht zu unterstützen und mir eingebildet das ich damit helfe aber letztenendes habe ich ihr einfach sehr viel abgenommen.

So war es bei mir/uns. Ich hätte ihr nicht so viel abnehmen dürfen, aber ich habe mir da nie etwas böses dabei gedacht. Ich habe das gemacht, weil das für mich selbstverständlich war. Das war für mich ein Ausdruck von Liebe. Ich hatte da ganz andere Vorstellungen. Für mich war es logisch, dass ich meiner Frau Dinge abnehme, weil ich sie liebe. Dass das ein völlig falsches Signal erzeugt war mir keine Sekunde jemals bewusst.

Zitat:
Ich bin jetzt 49 Jahre alt und jeder verdammte Moment meines Lebens hat dazu geführt das ich heute genau dieser Mensch bin der ich nunmal bin. Das macht mich einzigartig und wenn nur ein Erlebnis anders gewesen wäre könnte ich auch anders sein... ich sag nur Butterfly effekt.... (gute Film btw...)

Ich kenne und liebe den Film und stütze auch die These dahinter. Ich sehe es genauso und wollte auch bis zu einem gewissen Punkt in meinem Leben nichts ungeschehen machen, da ich dann heute vielleicht meine Kinder nicht hätte. Im Moment fällt es mir noch schwer zu erkennen, wofür das alles gut sein soll, da ich mitten im Verlust und Schmerz stecke. Aber ich hoffe, dass es das Leben gut mit mir meint und ich irgendwann sagen kann "das war das beste was mir passieren konnte".

Zitat:
Schau bitte mal welche Themen bei dir noch aus der Kindheit übrig sind und sich gerade in die Bemerkbar machen. Ich will dir hier nicht die pauschale "Schuld" zuweisen, nur die Augen öffnen weil ich das alles schon durch habe...

Ich habe das mit dem Schock der Trennung bereits erkannt und arbeite seither daran. Für mich war Liebe (zu erhalten) immer an Leistung und Bedingungen geknüpft. Ich fühlte mich emotional nie sicher. Konnte mich nie öffnen, da die Erfahrung in der Kindheit mir gezeigt hat, dass große Jungs nicht weinen dürfen und belächelt werden. Ich habe den Großteil meiner Themen erkannt und seither hat sich das Verhältnis von mir zu meinen Eltern sehr verschlechtert. Nicht, weil ich ihnen die Schuld für irgendetwas gebe, sondern weil ich erkenne, dass sie selbst heute noch die gleichen Muster bei mir anwenden, was ich heute einfach nicht mehr akzeptieren kann und auch gar nicht mehr erleben möchte.

Vielen Dank auch für die Buchtipps - als Mensch der gerne liest werde ich mir anschauen ob was passendes für mich dabei ist.

#123


Maximus111
Zitat von Ella:
Für die Frau kann man nur hoffen, dass sie die Trennung nutzt, um zu wachsen. Jedoch wage ich zu bezweifeln, dass sie nicht weiterhin einfach nur ihr gutes aussehen nützt, um sich einen Mann zu "holen". Weil sie das gewohnt ist und es bislang funktioniert hat.

Ich halte es für gut möglich, dass meine Noch-Frau - weil sie wirklich überdurchschnittlich attraktiv ist - recht schnell wieder jemanden kennenlernen wird und vielleicht mit ihm über Jahre eine gute Beziehung führen wird. Sie wird sich bestätigt in ihrer Entscheidung fühlen, wird sich glücklich fühlen. Und dann wird sich irgendwann die Geschichte vermutlich wiederholen.

Meine Noch-Frau reflektiert, sie hat auch erkannt, dass sie Themen aus der Kindheit hat. Aber sie alleine wird nicht in der Lage sein, sie zu arbeiten. Ohne professionelle Hilfe hat sie dazu kaum eine Chance. Eine schnelle neue Beziehung wird das Thema dann wieder für Jahre in Vergessenheit geraten.

Es muss nicht so kommen, aber es ist das wahrscheinlichste Szenario.

x 1 #124


GreenTara
@Ella
Zitat von Ella:
Ich finde, es ist nicht die Rolle eines Partners, einen zu Entwicklung zu "zwingen

Da du dich auf ein Zitat von mir beziehst, nenne mir bitte die Stelle, an dem ich von Druck ausüben geschrieben habe
Zitat von GreenTara:
Es ist nicht deine Schuld. Jeder Mensch hat zunächst die Verantwortung für sich selbst

#125


Maximus111
@Winza

Zitat:
Was waren diese Zeichen?

Subtile Zeichen, Brotkrumen, die ich damals nicht erkannte, zurückblickend aber schon. Ich halte aber nichts von Zeichen als einzige Kommunikation. Einfach Mund aufmachen und sagen "Hör mal, das funktioniert so nicht für mich..."

Zitat:
Einfach im Denken?

Ja. Sie stellt sich die Welt und die Dinge einfacher vor, als sie in der Praxis sind. Sah man ganz deutlich, wie sich mit Beginn der Trennung versucht hat, sie organisatorisch umzusetzen und bis heute keinen einzigen Schritt vorangekommen ist. Enorm viel Aufwand, null Ertrag. Sehr viel Input kommt dabei von ihrer Schwester, die da nicht besser ist.

Zitat:
Hat sie gesagt warum?

Habe sie gefragt, warum sie das denkt, aber sie konnte mir dazu keine wirkliche Antwort geben. Wurde daraus nie schlau und wüsste auch nicht, wo ich sie je kontrolliert haben sollte. Gab doch gar keinen Anlass für mich.

Zitat:
Wie soll sie dann aktiv auf dich zukommen um an eurer Beziehung zu arbeiten?

"Hey Schatz, ich wünsche mir mehr Zeit für uns alleine. Mir fehlt das. Was denkst du darüber?" - Aber ja. Hätte ich auch machen müssen. Habe ich tatsächlich auch, aber da war die Antwort "Bin abends zu müde, die Kinder, etc."

Zitat:
Wie war das für dich?

Hat mich oft genervt. Aber ich kannte es mit ihr nicht anders. Hab sie trotzdem geliebt. Wäre kein Trennungsgrund für mich gewesen.

Zitat:
Siehe bitte deine obigen Aussagen.

Das widerspricht sich nicht. Man kann auch ein in die Jahre gekommenes Auto fahren, wo der Lack teilweise abplatzt und trotzdem zufrieden sein, dass es fährt, dass es einzigartig ist und funktioniert. Das soll unsere Beziehung nicht abwerten oder auf das Funktionale reduzieren, aber ich habe meine Frau geliebt trotz all ihrer Fehler.

x 3 #126


Winza
Zitat von Maximus111:
Meine Noch-Frau reflektiert, sie hat auch erkannt, dass sie Themen aus der Kindheit hat. Aber sie alleine wird nicht in der Lage sein, sie zu arbeiten. Ohne professionelle Hilfe hat sie dazu kaum eine Chance.


Zitat von Maximus111:
Für mich war Liebe (zu erhalten) immer an Leistung und Bedingungen geknüpft. Ich fühlte mich emotional nie sicher. Konnte mich nie öffnen, da die Erfahrung in der Kindheit mir gezeigt hat, dass große Jungs nicht weinen dürfen und belächelt werden. Ich habe den Großteil meiner Themen erkannt

Du hast ebenso wie sie deine Themen aus der Kindheit.

Zitat von Maximus111:
Einfach Mund aufmachen und sagen "Hör mal, das funktioniert so nicht für mich..."

Das kann sie nicht mit der Kindheit die sie hatte.

Mal überlegt, ob sie eine kptbs hat?

#127


Maximus111
Zitat von Winza:
Mal überlegt, ob sie eine kptbs hat?

Weiß ich nicht, ich bin kein Psychologe. Ich weiß nicht, ob sie wirklich ein Trauma hat. In jedem Falle aber hat sie die negativen Erlebnisse nie aufgearbeitet und mit jemanden ernsthaft darüber gesprochen. Ich dachte nie, dass sie darunter leiden würde - ob sie es heute tut, weiß ich auch nicht. Aber dass es in irgendeiner Form Einfluss auf sie hat, wird mir heute deutlicher denn in all den Jahren. Und sei es nur die fehlende Selbstliebe, ihr völlig fehlendes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl.

#128


Winza
Zitat von Maximus111:
Ich weiß nicht, ob sie wirklich ein Trauma hat.


Zitat von Maximus111:
Ich dachte nie, dass sie darunter leiden würde


Zitat von Maximus111:
Sie selbst stammt aus einer sehr schwierigen Kindheit mit Gewalt und Vernachlässigung und hat nie gelernt, Gefühle oder Bedürfnisse offen zu kommunizieren.

Ernsthaft?

Ein Kind das vernachlässigt wird und Gewalt erlebt hat (vielleicht mehrfach/andauernd) und du denkst, dass sie darunter nicht leidet?

Du schreibst, dass sie nie gelernt hat Gefühle und Bedürfnisse zu kommunizieren.

Wie hätte sie es nachholen sollen, um mit dir wirklich über eure Beziehung zu reden.
Es ist traurig, dass die Vergangenheit euch jetzt eingeholt hat 😔

x 2 #129


Ouabain
Zitat von Winza:
Ein Kind das vernachlässigt wird und Gewalt erlebt hat (vielleicht mehrfach/andauernd) und du denkst, dass sie darunter nicht leidet?

Sind halt nicht alle Psycho-Profis. Und ja - natürlich kann ein Laie denken, dass eine Vergangenheit vorbei ist. Vor allem, wenn das Gegenüber kein Leid am Alten signalisiert.

x 1 #130


GreenTara
@Ouabain
Maximus111 hat ja auch geschrieben, dass ihm die Auswirkungen jetzt immer mehr klar werden. Zuerst hatte sie ihm ja garnichts erzählt, und dann lief es vermutlich unter "sie redet halt nicht darüber".

#131


A


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