hwo58
Mitglied
- Beiträge:
- 24
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 10
- Mitglied seit:
Ich bin hier gelandet, weil ich mich selbst nicht mehr wiedererkenne und vollkommen orientierungslos bin.
Als seit 20 Jahren verheirateter Mann, der immer treu war, auch mit Schmerzen zwar, aber irgendwie akzeptiert hatte, dass die eigene Ehefrau keine Lust mehr auf Sex hatte, funktionierten wir gut. Kind Versorgungs GmbH eben. Nun ist das Kind vor Monaten ausgezogen, wir auf uns zurück geworfen.
Ich war zu einer Kur und da beginnt die Geschichte :
In aller Kürze (Nachfragen beantworte ich gern) : ich habe dort eine 27 Jahre jüngere Frau kennen gelernt, nett gequatscht, einmal abends zusammen weggegangen. Das war's erst mal. Mit der Zeit merkten wir beide, dass es das doch nicht so ganz war. Ich habe mich gegen mich selbst gewehrt, allein schon wegen des Altersunterschieds. Meine Kur war beendet, ihre noch nicht. Sie schrieb, sie gucke dauernd nach mir, sehe mich immer, aber wir würden uns ja bald wieder sehen. Da wir im gleichen Ort wohnen hatten wir das ausgemacht. Wir stellten immer mehr fest, dass wir uns so dermaßen gut verstehen, dass wir das beide nicht mehr als normal ansehen konnten. Es gab mehrere Treffen mit deutlichem Körperkontakt und mehr.
Versuche, das Ganze wegen der Umstände (Ehe bei mir, langjährige Beziehung bei ihr) zu beenden. Klappte so bis zu zwei Stunden, einmal 5 Tage Sendepause.
Sie hat mir vor einigen Tagen den wohl schönsten und doch auch so bittersüßen Liebesbrief geschrieben, den ich je bekommen habe. Und dadurch ist jetzt alles beendet.Denn nach diesem Brief waren die Fakten auf dem Tisch von ihrer Seite.
Zwei Tage nach dem Brief kam eine WhatsApp, sie möchte loslassen. Unsere Liebe sei nicht lebbar und das sei das Schmerzhafte. Uns solle es nicht immer deswegen schlecht gehen.
Danach haben wir noch ein letztes Mal lange, heulend und schluchzend telefoniert, uns unserer Liebe versichert und das Ganze beendet, weil wir beide der Meinung sind, dass es nur ganz oder gar nicht geht. So etwas wie kumpelhafte Freundschaft scheint uns nicht möglich zu sein. Sie sagte, sonst sei wenn Schluß war Schluß gewesen. Diesmal sei das so unsagbar schwer.
So wie ich sie kenne, wird sie da konsequent sein: ich glaube ich bin bei whatsapp blockiert, wahrscheinlich auch meine Telefonnr. im Handy.
Und genau das schaffe ich nicht. Habe schon 25 Seiten Tagebuch geschrieben, denke Tag und Nacht an sie, wie es ihr wohl geht, was sie macht u.s.w.
Gkeichzeitig habe ich ein schlechtes Gewissen meiner Frau gegenüber und halte eine Paartherapie für uns unausweichlich. Zu solchem Chaos gehören zwei.
Andererseits, überlege ich, was wäre wenn. Ich mein bisheriges Leben beende und von vorn anfinge. Nicht so leicht mit ganz profanen Dingen wie nicht abgezahltes Haus, Kind in der Ausbildung, etc.
Ja, natürlich habe ich mich gefragt, ob ich quasi als alter Sack lediglich eine tolle junge Frau an meiner Seite haben möchte. Aber das glaube ich nicht, dazu hätte es ausreichend andere Gelegenheiten gegeben. Sie ist es, um die es geht. Da ist so dermaßen viel Vertrauen und Vertrautheit. Wir haben mal gescherzt es fühle sich an, als ob wir uns seit 20 Jahren kennen.
Ja, ich mache mir auch Gedanken wie das über die Jahre laufen sollte, da sie eine chronische Krankheit hat, die durchaus im Rollstuhl enden kann. Aber Altersunterschied, Krankheit scheinen mir in den Hintergrund zu treten.
Mein Problem ist: Ich schaffe es nicht loszulassen, weil ich es schlicht nicht will.
Gleichzeitig kriege ich die Eheprobleme nicht auf die Reihe. Finde mich unfair, überhaupt zu denken, über 20 Jahre einfach hinzuschmeißen, auch wenn nach Ansicht meiner Frau seit 10 Jahren nicht mehr so ist, wie es sein sollte.
Bin für jeden input dankbar (außer Platitüden. )