Zitat von Kirschsaft:Gestern Abend ist es noch „eskaliert“. Ich hatte ihn abends angerufen - er hat dann erzählt dass er ganz viele Leute angerufen hat und ich habe ...
Ich kann dich voll verstehen und würde und habe auch so gehandelt.
Das ist natürlich eine Art Unterwerfung, die ich persönlich schon aus frühester Kindheit kenne (mich bei Mama entschuldigt, weil sie mich nach einem von ihr inszenieren Streit mit Schweigebehandlung bestraft hat...)
Ja, es ist der Unterwerfungsmodus, aber das ist ein guter Schachzug:
1. du kriegst alles bewusst mit
2. du entscheidest dich aktiv dafür, denn
3. es geht darum, aus der Sache möglichst unbeschadet rauszukommen
4. dir bringt es nur Nachteile sich mit einem streitlustigen Ex einen Showdown zu liefern
5. du kannst immer weiter Punkte auf die Negativliste setzen, die deinen Abschied immer klarer und leichter machen.
Ich bin ja in einem gewalttätigen Haushalt groß geworden (nicht falsch einordnen: keine Asozialen, wir waren in der Mitte der Gesellschaft mit Kinderchen auf dem Gymnasium, die Klavier spielten und Ballett machten), mit Eltern, die beide zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen neigten (er mit Asperger-Melt downs, sie mit cholerischen Borderline-Explosionen) und solche impulsiven Anfälle sind gefährlich. Da übertreib ich dann lieber auch in meiner Vorstellung, wohin das mit dem Expartner führen könnte, denn ich bin als Frau körperlich definitiv unterlegen und muss mich schützen. Auch Weinen ist so ein Schutz, weil man sich schwach zeigt und dem Gegenüber vermittelt, dass keine Gefahr von einem ausgeht. Diese Symptome sind natürlich immer Symptome für einen selber, wie unsicher dieser Kontakt eigentlich wahrgenommen wird, eine Art defensive Kriegsführung. Da geht's dann irgendwann nur noch darum, möglichst unbeschadet rauszukommen.