Mariecurie
Gast
Mein Thread-Titel ist bewusst etwas plakativ gewählt
ich lese hier immer wieder die Geschichten von Affären, von Ehen, in denen ein Partner eine Affäre hat...
Dabei ist mir aufgefallen, dass den Geliebten meistens wie per Knopfdruck geschrieben wird: Du bist nur Zeitvertreib, er nutzt dich nur aus (oder: sie nutzt dich nur aus), er/sie will nur 6 von dir...
Wie man hier lesen kann, verlassen Menschen tatsächlich nur selten ihre Partnerin/ihren Partner für ihre/n Geliebte/n, bleiben statt dessen im trauten Heim...
Das soll dann Indiz dafür sein, dass sie ihre/n Geliebte/n nie wirklich liebten...
Die moralische Frage möchte ich einmal aussen vor lassen. Mich interessiert gerade etwas anderes:
Ich weiß, dass man nicht verallgemeinern kann aber ist es wirklich so, dass die Geliebte (ich bleibe mal bei der weiblichen Form) immer nur netter Zeitvertreib ist...ausgenutzt...und nicht geliebt wird?
Wie sieht die Situation denn real aus? Wie sieht die Gefühlswelt der betrügenden Partner aus?
Der Mann hat bsw. Zuhause Frau und Kinder...und trifft sich hin und wieder heimlich mit seiner Geliebten...
Seine Geliebte hat keinen Alltag mit ihm, sie hat keine Kinder von ihm, sie ist an Feiertagen allein, sie wird im Krankheitsfall nicht von ihm umtüttelt usw...
Aber wenn ich den Betrügenden genau zuhörte, dann schlich sich bei mir der Verdacht ein, dass sie zwar an ihrer Partnerin hängen, mit ihr tief verbunden sind und nicht auf diese Heimat verzichten wollen...Dass aber alles, was nach Liebe, nach Verliebtheit, nach Sinnlichkeit und Sehnsucht duftet, sich an die Geliebte richtet
Man kann es als Ablenkung abtun, als eine oberflächliche Lust am Verbotenen, als Unreife, als Schmetterlinsǵs-Sucht...Oder schlicht und ergreifend als 6. Aber ich befrage hier nicht diejenigen, die eine Affäre ganz ohne Gefühle haben, die sich wirklich ausschließlich zum Liebe machen treffen
Mir drängt sich die Frage auf, ob nicht viele die betrügen, ihre Affären nicht eigentlich lieben.
Mir geht es an dieser Stelle nicht um notorische Fremdgeher, die gar nicht anders können, als immer jemanden zweites oder drittes am Start zu haben, und auch nicht um Paare, die erst 1-2 Jahre zusammen sind. Ich spreche von Paaren die viele Jahre zusammen sind und einer von beiden (oder auch beide) führt/führen eine Zweitbeziehung (Affäre).
Hier wird fast immer wie aus einem Munde behauptet: Dieses traute Heim sei nun Liebe, während die Affäre nur ein netter Zeitvertreib sei...
Aber welche der beiden Frauen (wenn es sich um einen Mann handelt), löst beim Mann die Sehnsucht, das Herzklopfen aus? Nach welcher Frau sehnt er sich? Welche berührt er am liebsten? Gegenüber welcher Frau ist er ganz Mann?
Meistens doch gegenüber der Geliebten...Zu ihr hat er noch eine richtige Liebesbeziehung. Während die Beziehung zur eigenen Frau oft eher zu einer Art tiefen Freundschaft wird.
Ich kenne die tiefe Verbundenheit einer langjährigen Beziehung...
Aber wenn man irgendwann nach vielen gemeinsamen Jahren kaum oder gar keinen 6 mehr miteinander hat, ist diese Verbundenheit nicht eigentlich eine ganz ähnliche wie die zu Geschwistern, Eltern?...die ich ja auch liebe...aber offenbar sehnen sich viele Menschen auch nach etwas anderem...Etwas, das hier nicht als Liebe bezeichnet wird, das es meinem Verdacht nach aber oftmals ist...
Oder anders gefragt: warum werden die Liebesgefühle/Verliebtheitsgefühle gegenüber der Affäre degradiert? Ist das nicht auch Liebe? Oder ist gerade das Liebe?
Und so frage ich mich auch, ob die Rolle der (Ehe)Frau wirklich die "verheißungsvollste" ist
Und um es noch einmal zu betonen: mir geht es hier nicht allein um 6uelle Fragen. Sich als Geliebte/Geliebter, als richtiger Mann/richtige Frau zu fühlen geht ja weit über das bloß 6uelle hinaus...
Für mich stellt sich keineswegs die Frage, ob die Rolle der Geliebten eine Option für mich wäre (ich war es auch nie) weil ich in keine andere Beziehung eindringen möchte und es gibt auch keinen vergebenen Mann, in den ich verliebt bin.
Das war immer Tabu für mich. Zum einen war der Unwille, einer anderen Frau wehzutun immer stärker, zum anderen möchte ich das ein Mann sich zu mir bekennt und sagt "Das hier ist meine Süße!"
Meine Fragen enstanden einfach aufgrund des hier Gelesenen und privat Gehörten.
Meine Frage richtet sich also eher an alle Frauen. Wie denkt ihr über diese Dinge? Wie fühlt ihr euch in euren Rollen als Ehefrau/Partnerin, als Geliebte?
Ob nun als Partnerin in einer langjährigen Beziehung oder als Geliebte: fühlt ihr euch geliebt? Lebt ihr euch als Frau?
Ich würde mich freuen, wenn ich- insbesondere von Frauen- ein paar Denkanstöße und Erfahrungswerte bekommen würde