Ich merke schonbeim Durchlesen eurer Beiträge mache ich gedanklich eine Zeitreise zurück. Das ist total schön. Auch wenn ich genau weiß, dass ich schon durch einen Weichzeichner zurück schaue.
Zitat von XSonneX: Partnerschaften hielten früher länger, so ist meine Wahrnehmung. Aber sind die Paare wirklich glücklich gewesen?
Ich denke nicht, es gab bloß weniger Alternativen. Auch die moralische Bewertung einer Trennung hat sich doch geändert. Frauen sind natürlich unabhängiger geworden, dafür ist aber die gegenseitige Anspruchshaltung doch enorm gestiegen. Die klassische Rollenverteilung gab eine ganz klare Richtung vor, und jetzt soll der Partner/die Partnerin viel mehr erfüllen. Das eigene Ich ist so dermaßen in den Vordergrund gerückt worden. Wobei ich noch nicht einmal denke, dass wir bzw. die meisten das wirklich auch so wollen und können. Und vielleicht haben jetzt in Krisenzeiten die Menschen auch nicht wirklich Kopf, um sich darum zu kümmern.
Überhaupt hatte ich damals, ich bin Jahrgang 74, ganz andere Ziele: Führerschein, eigenes Auto, meinen Radius erweitern, Neues kennenlernen,
so schnell wie möglich ausziehen, wilde Feste feiern und wilde Feste schmeißen. Meine Ausbildung war Pflicht und ich habe sie auch gern gemacht, aber das war jetzt nicht übermäßig mit Spaß besetzt. Der kam später.
Meine Tochter ist da mit ihren 20 Jahren ein wenig "vernünftiger" unterwegs.
Zitat von ElGatoRojo: Es gab nur das Festnetz.
Oh ja: "Fasse Dich kurz." Alles über 60DM an Telefon durfte ich bezahlen.
Heutzutage erfährt man ja intimste Dinge von fremden Menschen einfach während der Fahrt im ÖPNV. Früher war man doch vorsichtiger mit seinen persönlichen Themen.
Überhaupt finde ich den Umgang mit Tabu-Themen irgendwie inflationär. Ich habe den Eindruck, dass vieles nur der Selbstvermarktung dient und nicht dem Thema an sich.
Zitat von BrokenHeart: Ich kenne die Schachtel Zig. noch für 2,- DM
Und die aus dem Automaten hatten blitzblanke 10 Pfennig-Stücke unter der Schutzfolie.
Zitat von tina1955: Thema Familienfeiern:
Tage vorher fingen die Vorbereitungen an, es wurde viel und selbst gekocht. Und jeder packte mit an. Ich habe das gemeinschaftliche Spülen danach sehr geliebt, das Abwaschen und Abtrocknen war Nebensache, weil es einfach so viel zu erzählen und zu lachen gab. Die Männer aus meiner Familie waren übrigens mit von der Partie beim Aufräumen.
Zitat von Gorch_Fock: Neue Orte waren nur nach intensivem Kartenstudium zu erreichen und nicht mit zwei Klicks in der Navi-App.
Das ist Segen und Fluch zugleich. Man verlässt sich zuviel da drauf, oder? Wenn wir wandern, wird nicht ins Phone geschaut, man kommt nicht voran und verpasst soviel.