Zitat von Tania03: Ich bin mir sehr, sehr unsicher was sie damit bezwecken wollte oder will.
Auf der einen Seite halte ich es für sehr vernünftig, auf der anderen Seite weiß ich dass sie sehr einsam ist und dass ich nicht ohne Grund vorgewarnt wurde.
Ich denke, die Schwiegermutter weiß wie sensibel und wenig belastbar ihr Sohn ist und will ihn daher vor diesem Thema "schützen" und wandte sich daher an Dich. Denn wenn es um dieses Thema geht, dreht er durch und will es nicht wahrhaben, weil es zu schmerzhaft für ihn ist. Er geht den Weg der Verdrängung. Sie schätzt Dich als die Stärkere von Euch ein.
Ich an Deiner Stelle würde wahrscheinlich Folgendes tun:
1. Der Schwiegermutter sagen, dass es sehr gut von ihr ist, dass sie jetzt schon festlegt, was mit ihren sterblichen Überresten passieren soll und was im Falle eines Unfalls oder einer schweren Krankheit vorgenommen werden soll.
2. Ihr sagen, dass dennoch ihr Sohn derjenige ist, den sie ansprechen sollte, denn Du bist ja "nur" die Schwiegertochter und nicht direkt verwandt. Wenn das nicht möglich ist, weil der arme Bub sonst durchdreht, dann ist es doch ganz einfach, das schriftlich vorher festzulegen und das bei einem Notar oder ähnlichem zu hinterlegen. Eine Kopie geht an ihre Kinder, damit sie Bescheid wissen. Aber ansonsten bist Du nicht ihr Sprachrohr. Und ob Deine Aussage im Zweifelsfall z.B. vor Ärzten Bestand haben würde, sehe ich auch als zweifelhaft an. Um eine schriftliche Regelung wird sie nicht herum kommen.
3. Da Du es mit Deinem Gewissen nicht vereinbaren kannst, ihm das Thema dieses Gesprächs nicht zu sagen, sag ihm doch einfach die Wahrheit. Deine Mutter hat mit mir über ihren Tod gesprochen und mir gesagt, was geschehen soll und was nicht. Du schützt ihn ja nicht, wenn Du es nicht ansprichst, denn erstens fühlt er sich sonst womöglich hintergangen, wenn es doch rauskommt und zweitens wird er sich früher oder später dem Thema ja doch stellen müssen, spätestens wenn es so weit ist und sie gestorben ist. Damit kannst Du sinnvollerweise aber warten, bis er die restliche Probezeit absolviert hat, damit er nicht vor lauter innerer Panik seine berufliche Zukunft versemmelt. Dass er seiner Mutter mit seinem künftigen Leben in Österreich weh tut, weiß er ja selbst, aber er wird es verdrängen wie alles, womit er nicht umgehen kann.
4. Ich finde es nicht richtig von ihr, Dich damit in die Pflicht zu nehmen und Dir praktisch das Versprechen zu geben, dass Du Dich gut um ihren Buben kümmern wirst. Das sind die Worte einer Mutter, die sich beruhigt, wenn sie ihn gut versorgt weiß, wenn sie nicht mehr da ist und sich um ihn kümmern kann. Aber Du kannst so ein Versprechen natürlich nicht auf Lebenszeit geben, denn keiner weiß was passiert.
Zieh Dich aus der Affäre, ja ich stehe zu Deinem Sohn und kümmere mich um ihn, aber ich kann kein Versprechen auf Lebenszeit geben, denn das kann keiner.
5. Österreich ist auch kein sicherer Hafen als Deutschland und wenn er länger dort lebt, wird er auch merken, dass auch good old Austria an der EU hängt und im Zweifelsfall ja noch näher an der Ukraine ist. Er scheint eine Art Sicherheitsfanatiker zu sein, der sich an jeden Strohhalm klammert und sich solche Dinge einredet, damit er sich sicherer fühlt. Er ist ein sehr ängstlicher Mensch, was natürlich seine Gründe hat, aber gut, wenn es ihm gut tut und er meint, dass Austria ein sicherer Hafen ist, dann soll er das halt glauben.
Ich weiß nicht. ob du mit meinen Vorschlägen was anfangen kannst, aber vielleicht ist doch etwas Hilfreiches dabei.