Tania03
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ich bin gerade echt überfordert und brauche dringend Ratschläge, die jenseits von klassischen Trennungsthemen sind, obwohl das Thema indirekt mit Trennung/Endgültigkeit zu tun.
Deswegen hoffe ich dass es ok ist hier zu schreiben.
Meine Schwiegermutter bat mich eben um ein Gespräch.
Ihr gehts körperlich nicht so gut und sie macht sich Gedanken um ihren Tod, da in ihrem Bekanntenkreis in den letzten Monaten einige Menschen unerwartet starben & den Angehörigen Chaos "hinterlassen" haben.
Sie ist dabei ihr Testament zu verfassen, inkl Trauerfeier (sie möchte ihren Körper der Wissenschaft hinterlassen) bis hin zu einer ehrenamtlichen Bevollmächtigten, die ihrem Wunsch nachkommt "nur" Palliativversorgung beim Sterbeprozess einsetzen zu lassen. Mein Partner drehte fast durch als sie diese Vorstellungen vor ein paar Monaten ansprach. Er war wirklich tagelang neben der Spur und macht(e) sich extrem viele Sorgen um seine Mutter.
Meine persönliche Einstellung dazu ist, dass sie Recht hat, dass es wichtig ist zum eigenen Wohle & zum Wohle aller Entscheidungen zu treffen, wenn man weiß die Angehörigen werden damit überfordert.
Ich habe sie gefragt, da es um ihren letzten Willen geht, was sie sich konkret von mir wünscht. Sie sagte, sie wünscht sich dass ich für ihren Sohn da sein werde, damit er nicht völlig den Boden unter den Füßen verliert.
Mein Freund ist ein sehr sensibler Mann, der seit dem Tod seines Vaters massive Verlustängste hat, extrem an seiner Mutter hängt, sie früher täglich besuchte und völlig auf Durchzug schaltet, sobald sie das Thema Tod anspricht.
Ich weiß gar nicht wie ich das Gespräch mit ihm anfangen soll und was ich tun soll, wenn er es ignoriert/ausblendet.
- ich muss einen weiteren Punkt erwähnen, den ich nicht ausblenden kann.
Bevor ich meine Schwiegermutter kennenlernte, warnte mein Partner mich davor dass seine Mutter sehr manipulativ sei und Schuldgefühle benutze um ihren Willen durchzusetzen. Das gleiche sagte mir seine Schwester, die aus diesem Grund schon vor Jahren den Kontakt zu ihrer Mutter abbrach.
Ich selbst kann nichts negatives über diese Frau berichten. Sie verhält sich mir gegenüber korrekt, respektvoll und durch die Warnungen versuche ich ihre Aussagen nicht zu überbewerten.
Die Warnungen sind allerdings auch der Grund weshalb ich hadere wie und wann ich das Gespräch mit meinem Partner darüber führen werde.
Er ist vor ein paar Wochen beruflich bedingt nach Österreich gezogen.
Das ist eine Arbeitsstelle, mit einem Gehalt von dem er in Deutschland nur träumen konnte. Er hat alle Chancen dort aufzusteigen und irgendwann eine Führungsposition zu übernehmen.
Eine einmalige Chance, die er so wohl nie wieder bekommt.
In 3 Wochen ist die Probezeit rum und danach wird er unbefristet übernommen.
Er ist weitestgehend glücklich dort, sieht eine Zukunft dort für uns und eine Rückzugsmöglichkeit, falls es hier in diesem Land noch schlimmer wird.
Das einzige was ihn behindert und ihm Sorgen bereitet, ist die Angst um seine Mutter.
Wenn ich mit ihm darüber spreche, wird er wahrscheinlich wieder völlig neben sich sein, evtl Fehler machen oder gar die Probezeit abbrechen, weil er Angst hat, dass seiner Mutter was passieren könnte und er die Zeit im Ausland verbracht hat.
Wenn ich es nicht anspreche & seine Mutter erwähnt dass wir darüber gesprochen haben, könnte er sich von mir hintergangen fühlen.
Ich fühle mich durch dieses Gespräch total belastet und weiß gar nicht was ich jetzt machen soll.