Zitat von Mctea:Will ich nicht - brauch ich nicht. Was nu - sterb ich auch aus?
Ich denke ja. Wir beide und ein paar andere Menschen sind da doch ziemlich alleine mit ihren Gedanken, ihre Art zu leben und zu fühlen. Viele wissen erst das zu schätzen, wenn sie es nicht mehr haben. Anderen wird es einfach genommen.
In dieser heutigen Zeit sind wohl zumeist diejenigen glücklich, die unersättlich wie die kranke Zeit und Gesellschaft nach immer mehr gieren. Die heute etwas kaufen oder bekommen und schon morgen für zu schlecht, zu alt, zu unmodern etc. befinden und entsorgen. Egal, ob es Gegenstände, Sachverhalte, Tiere oder Menschen sind. Es muss immer weiter gehen.
Deshalb hält sich mein Mitleid mit dem TE hier auch recht bedeckt: Er hatte vieles du wollte dieses gegen etwas aus seiner Sicht besseres tauschen. Warum wurde das "Althergebrachte" nicht ausgebessert, wenn er es für schlechter hielt? Warum immer gleich wechseln? Das sollte man irgendwie verhindern, verbieten. Ich weiß, dass das nicht geht - leider. Aber es wäre die letztlich einzige richtige ehrliche Konsequenz. Es wird mir in dieser Welt zu leicht gewechselt, getauscht und/oder gar betrogen. Dem muss eingehalten werden - ggf. gesetzlich, ggf. in Eigenregie.
Die Menschen müssen sich wieder bewusst werden, was sie alles haben und das dieses alles eine Wertigkeit hat, die es zu schützen und zu verteidigen gilt. Das bleibt mir zu oft auf der Strecke.
Ein Beispiel aus eigenen aktuellem Geschehen sei hier kurz genannt:
Ich bin ja Aquarianer, ein schönes und tolles Hobby, wie ich finde. Als ich aus dem damaligen Haus, was ich mit meiner Ex gekauft und auf- sowie ausgebaut hatte, raus musste, war die Frage: Wohin mit all den Aquarien und den Fischen. Darunter waren Arten, die in der Natur ausgestorben sind bzw. kurz davor sind/waren. Meine Ex, die sich einen Geldsack angelte, der zudem viele Grundstücke und Gebäude besaß, selbst in einem riesigen Haus lebt, wollte die Tiere nicht mehr.
"Kipp sie doch in den nächsten Bach oder Kanal", war noch ihre Aussage.

Ich dachte, mich tritt ein Pferd. All die schönen Tiere, die in liebevoller Handarbeit hergerichteten Aquarien, die viele Mühe und Arbeit, die Leidenschaft - das sollte weg. Sie selbst besaß 3 Aquarien, zwei standen in ihrem Büro. Große "Pötte", die sie selbst haben wollte und bis zur Trennung pflegte. Und angeblich als toll empfand. Die sollten nun mal eben so "entsorgt" werden.
Dem verweigerte ich mich natürlich. In mühevoller Zeit und Arbeit fand ich dann einen Aquarianer, der zudem noch Mitglied in einem Aquarienverein war. Er nahm alle Fische und Pflanzen, die Becken musste ich entsorgen, es fand sich dafür leider kein Abnehmer. Aber Fische und Pflanzen und Garnelen waren gut untergebracht und versorgt. Wenigstens das konnte ich sicherstellen. Wie Du Dir aber vielleicht vorstellen kannst, ist dabei auch ein Teil von mir gestorben. Viele Jahre der liebevollen Hobbyleidenschaft so einfach wegzugeben tat weh.
Heute habe ich ein kleines 54-Liter-Aquarium mit kleinen Zwergpanzerwelsen und ein paar Amanogarnelen. Ihnen geht es, wie meinem Kateropa, sehr gut, ich erfreue mich jeden Tag an dem Becken. Auch ein Grund, das Haus nur noch wenn nötig zu verlassen.

Das sind zwar keine Fische, die in der Natur vom Aussterben bedroht sind (dafür hatte ich das Hobby einst begonnen ,Tierschutz in den eigenen kleinen vier Wänden), aber die sollten auch, weil sie sich schlecht "verkaufen" ließen (witzig, die kosten im Zoofachladen keine 2,00 Euro pro Stück?

, einfach nur krank), "entsorgt" werden. Ich "kaufte" sie und sie zogen in mein kleines Aquarium (ein großes kann ich leider nicht stellen), aber es ist ausreichend groß und sie haben sich gut eingelebt, zwei haben es leider nicht geschafft (die waren schon angeschlagen, vermutlich infolge unzureichender Fütterung und Wasserwechsel). Ich hoffe, sie gedeihen und bleiben mir lange erhalten. Mal schauen.
Das ist nur ein Beispiel für die Art und Weise, wie Menschen besonders heutzutage mit allem umgehen - immer nur austauschen und wechseln. Pfui Teufel.
