Zitat von Nancy1: Genau so war es! Im Auto auf der Rückfahrt hatte ich richtig Angst was aus seiner Sicht weiteres falsches zu machen, selbst das streicheln von seinem Arm fühlte sich falsch an weil ihn das auch anscheinend nervte, er reagierte überhaupt nicht darauf
So eine Situation erlebte ich auch mal.
Ich kam zu ihm, der Treffpunkt war in seiner Stadt ein Cafe. Ich war in seiner Stadt auf einer Fortbildung, deren genaues Ende nicht bekannt war. Was hatte ich mich gefreut, aber es ging schon im Vorfeld los.
Er arbeitete 30 km weiter, musste also erst herfahren zu seinem Wohnort. Ich schlug ein Café vor, das er öfters mal genannt hatte. Er lehnte ab, denn dort würde er unter Garantie Jemand Bekanntes treffen. Es traf mich wie ein Blitz, aber die Erkenntnis war klar. Er wollte nicht mit mir gesehen werden.
Also fand ich ein anderes Café, wo ich auf ihn wartete. Als er endlich kam, sah ich es sofort an seiner Mimik und seiner Haltung. Eigentlich wollte er gar nicht kommen, wäre lieber woanders gewesen, aber nun war ich schon mal da.
Obwohl die innere Panik anging, machte ich gute Mine zum bösen Spiel und wollte die Situatin entspannen, was mir kaum gelang. Er blieb seltsam zurückgezogen und in sich gekehrt. Dann gingen wir zum Auto und als wir fuhren, sprach ich ihn an. Du willst nicht mit mir gesehen werden, was wäre so schlimm daran? Du stehst nicht zu mir. Und ich habe das Gefühl, es wäre Dir lieber gewesen, ich wäre gar nicht da.
Das war zu viel. Neben mir saß ein Typ mit einer ausdruckslosen Mine, ein schweigsamer Eisklotz, dem ich zu nahe getreten war. Ich schaute kurz zu ihm hinüber, als er fuhr und war völlig erschrocken, denn so kannte ich ihn noch nicht. Am liebsten wäre ich ausgestiegen. Ich hätte heulen können. Meine Gefühle sind schwer zu beschreiben. Enttäuschung, Erkenntnis, Angst wegen der Kälte, die er ausstrahlte.
Ich sagte nichts und als wir bei ihm waren, entspannte er sich wieder einigermaßen. Es war das erste Mal, dass ich diese Seite von ihm kennenlernte und merkte, wie ich darauf reagierte und wie stark meine Emotionen auftraten.
Ich hatte mich wohl damals schon aufgegeben. Vergessen habe ich diese Begebenheit wie manche andere nie.