Blind-Meg
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Zitat von Nancy1:Man sagt doch eigentlich immer nach eine Weile er erinnert man sich nur an die schönen Zeiten und vergisst die Schlechten
Nein, so stimmt das nicht. Emotionale Inhalte werfen generell besser erinnert als neutrale, und grob könnte man sagen, je stärker das Gefühl, umso nachhaltiger die Erinnerung. Eine Ausnahme bildet das Traumagedächtnis, da können Inhalte durcheinander gewürfelt sein, Einzelheiten fehlen, Reihenfolge vertauscht usw.
Worauf du dich beziehst, ist verklärte Erinnerung, die auch damit zu tun hat, wie positiv man sich erinnern möchte. Wäre das anders, würde kaum eine Frau mehr als 1 Kind bekommen.
Diese Verklärung in Bezug auf Beziehungen setzt aber auch deutlich später ein da ist dein zeitlicher Abstand noch lange nicht groß genug dafür.
Außerdem bist du ja durchaus in einer emotionalen Abhängigkeit (gewesen?), da liegen die Dinge nochmal etwas anders. Falls eine Art Trauma-Bonding bei dir votlag, ist es völlig normal, dass das noch sehr lange nachwirkt.
Insofern ist das nicht zu vergleichen mit "normalen" Erinnerungsprozessen, Und selbst wenn, ist es noch nicht lange genug her. Aua Sicht deines Gehirns ist das alles gerade erst vor ein paar Tagen passiert. Wahrscheinlich kommt dein System jetzt gerade erstmal langsam zur Ruhe. Du hörst doch Hemschemeyer, oder? Der hat bestimmt auch was zu dem Thema.
Verarbeitung dauert, und du hast ja einiges zu verarbeiten.