Ich denke, dass Gewalt von Kindern gegen ein Elternteil häufiger vorkommt als man sich es so vorstellt. Dass dieses Thema wenig in der Öffentlichkeit präsent ist (und es dadurch z. B. nicht flächendeckend Beratungsstellen und/oder Selbsthilfegruppen gibt), liegt vermutlich daran, dass es tabuisiert und verschwiegen wird. Noch mal deutlich mehr, als es bei häuslicher Gewalt zwischen Partnern schon ist.
Deshalb ist es gut, dass Du es an- und aussprichst. Niemals hat der-/diejenige Grund zur Scham, der/die geschlagen wurde. Sondern immer der Schläger!
Wenn ein 14jähriger aggressiv gegenüber seiner Mutter wird, dann ist das nicht mehr mit hormonellen Veränderungen zu entschuldigen, sondern es ist bis dahin irgendwas richtig schief gelaufen.
Und NEIN! Das heißt nicht, dass Du dafür verantwortlich bist und Schuld daran trägst, weil Du alles falsch gemacht hast! Wobei - selbst wenn: Die Zeit könnte ja nicht zurück gedreht werden.
Die Situation ist jetzt und ihr müsst alle 3 (ich beziehe mal den Vater mit ein) versuchen, einen gangbaren Weg zu finden. Euer Sohn ist in einem Alter, wo er selbst bestimmen kann, wo er leben möchte.
Fürs erste halte ich die räumliche Trennung für eine gute Idee. Abstand halten und durchschnaufen, um in Ruhe zu gucken, wie es weitergehen kann. Ob der Vater (hat er mittlerweile das Sorgerecht?) dauerhaft mit Junior klarkommen wird, muss sich ja auch noch zeigen. Ein Plan B sollte deshalb unbedingt her und da würde ich Jugendamt und Erziehungsberatung mit ins Boot holen.
Vielleicht wäre eine betreute WG eine gute Lösung? Die müsste es jedoch erst einmal möglichst in der Nähe geben und einen Platz frei haben. In der momentan aufgeheizten Stimmung wäre es weder für Deinen Sohn noch für Dich gut, wenn er einfach nur zu Dir zurück käme. An den grundsätzlichen Problemen würde sich ja nichts wie von Zauberhand ändern.
Zitat von alleswirdbesser: Und ich würde mich trotzdem beraten lassen.
Unbedingt! Und zwar von einem Fach(! Ich schreibs immer wieder: Wichtig!)anwalt für Familienrecht. Der kann Dir auch helfen, einen Antrag auf Prozesskostenhilfe zu stellen, wenn Du finanziell so knapp aufgestellt bist.
In welcher Höhe der Unterhalt gezahlt werden muss, ist doch nicht nur von irgendwelchen Fahrtkosten abhängig, da spielen etliche Faktoren (in erster Linie Dein Einkommen) eine Rolle. Das überblickst Du alleine nicht! Also bitte bloß nichts zusagen und hinnehmen!
Versuch jetzt erst einmal, zur Ruhe zu kommen und sortiere Dich. Dazu würde für mich auch gehören, die Beziehung zum „Honigmann“ mal gründlich zu überdenken. Dein Sohn erlebt Dich in (nicht wirklichen) Partnerschaften, in denen Du Dich massiv unterbuttern lässt und die Du mitträgst, obwohl sie Dich nicht glücklich machen. Das ist kein gutes Rolemodel für ein Pubertier, das genug mit sich selbst und seinen Hormonen zu tun hat. Lies das bitte nicht als Vorwurf, sondern als Anstubser.