×

Lieber Forenbesucher,

wer bei uns Unterstützung sucht, soll sie finden, und wer helfen möchte, ist hier herzlich willkommen. Moderatoren und Mentoren begleiten das Forum und achten darauf, dass Beiträge respektvoll bleiben. Sachliche, tröstende, wohlwollende und empathische Beiträge sind ausdrücklich erwünscht, damit sich alle Mitglieder wohl fühlen. Abwertende oder verurteilende Inhalte haben hier keinen Platz.

1189

Gewalt gegen Eltern

H
@ElGatoRojo
Im nahen Umfeld jedenfalls. Zu weit über 90%.

x 3 #91


T
Ich verstehe nicht warum die Frage nach dem aggressiven Lebensgefährten/Partner so untergegangen ist 🤔 so etwas kann leider massiven Einfluss auf heranwachsende Kinder nehmen (und tut es oftmals auch).

Zudem ist leider auch nicht alles mit Überforderung zu erklären, so romantisch das auch anmuten mag - doch eine Ohrfeige zur Bestrafung für die Mutter, weil diese eine Uhrzeit verwechselt hat, hat nichts mit Überforderung zu tun.

Liebe @DaisyL ich hoffe sehr, dass ihr Hilfe bekommt 🙏
Könnte mir vorstellen, dass es für deinen Sohn tatsächlich momentan gar nicht so schlecht sein könnte beim Vater zu sein, und für dich ist es ja auch ein Vorteil, mal durchatmen zu können.

x 6 #92


A


Gewalt gegen Eltern

x 3


H
@MissNextDoor
Meine Frage, wo er das lernte, steht nach wie vor.

x 2 #93


VictoriaSiempre
Zitat von ElGatoRojo:
Peergroup?

Ja, das sollte nicht unterschätzt werden. Ab einem gewissen Alter sind Freundeskreise ganz klar wichtiger als Eltern und auch die allerbesten und fehlerlosesten Eltern (so es sie geben sollte Mr. Green ) können manchmal nicht verhindern, dass ihr Kind abrutscht.

Deshalb halte ich es für entscheidend und als die Abrutschquote minimierend, bis zur Pubertät Leitplanken aufzuzeigen und Werte zu vermitteln. Ein gut sozialisiertes und empathisches Kind wird eher nicht zum Schläger (schon gar nicht Mama und Papa gegenüber), nur weil Hormone Tango tanzen und Freunde das cool finden. Da ist bereits vorher was falsch abgebogen.

Ich tu mich ein bißchen schwer mit meiner Meinung dazu, weil mir das zu sehr in Richtung „Mama/Papa hat Schuld“ abdriftet. Auf gar keinen Fall möchte ich der TE Schuld zuschieben! freunde Sie hat es so gut gemacht, wie sie es konnte - und das Elternteil möchte ich sehen, das „ich hab immer alles richtig gemacht!“ behauptet.

Mich triggert das Thema ein bißchen, weil ich es hier im Forum vor Jahren bei einer mir nahestehenden Userin verfolgt habe. Da war keine Gewalt im Spiel (wobei doch: Zur Seite schubsen ist auch Gewalt!), aber absolut respektloses Verhalten inkl. Beschimpfungen und Diebstählen. Hintergrund war damals auch die total dysfunktionale Paarebene der Eltern, was die Kinder volle Breitseite mit- und vermittelt bekommen haben.

Spätestens mit 18 ist es einfach zu spät, um als Elternteil noch regulierend eingreifen zu können; bei einem 14jährigen kann man es jedoch noch. Muss dann nur durchgezogen werden; idealerweise, indem beide Eltern an einem Strang ziehen. Seh ich hier nicht unbedingt.

Wenn ich meinem Kind - und hier wird es für mich wieder sehr schwierig, weil ich keine Schuldgefühle aufbauen oder verstärken möchte! - jahrelang vermittel, dass ich mich auf halbgare Partnerschaften einlasse und mich von meiner Familie niedermachen lasse, dann lebe ich etwas vor. Und zwar nicht, dass man mich zu respektieren hat. Wie auch?

All das will ich auf gar keinen Fall der TE ankreiden, die halt auch ihren Weg finden muss. Sie ist nicht Schuld. Aber sie hat - als Alleinerziehende - einen großen Anteil. Sicher ungewollt knuddeln

x 6 #94


H
Ich finde, man darf sich sehr wohl mit eigener Schuld beschäftigen, man war nicht immer toll, man machte vieles falsch. Und ja , es war einfach falsch. Unabhängig von dem geschilderten Fall hier.
Wir Eltern sind auch schuld, egal wie toll wir uns finden.
Ich bin die erste, die sich toll findet:)

x 2 #95


Heffalump
Zitat von H-Moll:
Wir Eltern sind auch schuld

Wir machen Fehler

x 1 #96


DaisyL
Zitat von H-Moll:
Die Frage will ich dir trotzdem ans Herz legen: wo hat er das gelernt?

Ich habe stets gewaltfrei erzogen. Man schlägt niemanden, schon gar keine Kinder.

x 4 #97


Sonnenschein85
Zitat von DaisyL:
Ich habe stets gewaltfrei erzogen. Man schlägt niemanden, schon gar keine Kinder.

Das glaube ich dir.

Lass dir auch keine Schuld einreden. Selbst, wenn du mal inkonsequent warst, rechtfertigt das keine Gewalt. Das eine führt nicht zu dem anderen.

Es wäre vielleicht gut, wenn er eine Therapie macht wo Lösungen gesucht werden, wie er mit extremer Wut umgehen kann, wie er es gewaltfrei regulieren kann.

x 5 #98


A
@VictoriaSiempre Auß
Zitat von VictoriaSiempre:
Spätestens mit 18 ist es einfach zu spät, um als Elternteil noch regulierend eingreifen zu können; bei einem 14jährigen kann man es jedoch noch.

Außer, er ist ein Soziopath, dann kannst gar nichts tun.

x 2 #99


M
Zitat von DaisyL:
Ich habe stets gewaltfrei erzogen. Man schlägt niemanden, schon gar keine Kinder.

Guten Morgen liebe DaisyL

ich habe mal gelernt, das Menschen, wie Tiere reagieren, wenn sie in die Ecke gedrängt werden und Angst haben- entweder mit zuschlagen (Aggression) oder sich klein machen anpassen aus großer Angst...Vllt kann dir das helfen, die Eskalationen einzuordnen.
Mir hat es irgendwie geholfen mit schwierigen Menschen umzugehen. Aber auch ich wurde dann mal zum Täter (bzw ich habe mich gewehrt) als ich lang genug in die Ecke gedrängt und ja, mich hab mobben lassen. Ich habe wirklich über Jahre alles versucht mit Engelzungen, ignorieren und aber es wurde schlimmer.
Aber das hat nichts mit Eltern-Kind-Beziehung zu tun.Ich war erwachsen und habe gut darüber nachgedacht und viel mit anderen darüber reflektiert. Aber Gewalt ist eine Option nicht nur von Tieren auch von Menschen.
Letztens war ich mit meinem Tier beim Arzt, sein Herz schlug viel zu schnell so der Arzt. Als es dann zu einer Behandlung kommen sollte, war das Tier aggressiv, wie ich es noch nie gesehen habe. Es hatte extreme Angst.
Fazit für mich ist im Sinne von Menschen, dass man schon seine Grenzen und Stärke/Haltung einhalten muss irgendwie, aber auch kooperativ sein muss, oder für Kooperation, Zusammenarbeit, Auskommen sorgen muss, wenn man spürt, es funktioniert sonst nicht. Da brauch man ein feines Gesprür und muss behutsam vorgehen - sonst ist alles verloren, wenn das Gegenüber nicht mitmacht. Zwingen kann man niemanden.
Dann noch die Hormone, andere Themen im Leben deines Pubertiers von denen du vielleicht nichts weisst. Dass Kinder mal zum getrennten Elternetil ausreissen/ ziehen, ist doch ein klassischer Fall bei getrennt lebenden Eltern und der Pubertät !
Insofern läuft alles nach "Plan" zwinkern

Und mit schwierigen Menschen umgehen, hilft wirklich auch nur Feingefühl - wenn man zu sehr pocht und drängt findet keine Zusammenarbeit statt! Kompromisse, nette Worte, Positivität ist vielleicht sind vielleicht die Schlagworte, die unbedingt gebraucht werden. Ich hoffe, du verstehst mich irgendwie. Aber es ist keinem geholfen, wo du doch Kontakt möchtest, gegeneinander zu wettern. Der Weg ist der möglichst kooperative.

x 1 #100


Plague
Zitat von DaisyL:
Habe selbst lange gebraucht, um mir selbst und dann auch gegenüber anderen einzugestehen, dass es ein Problem gibt. Und bisher keine Hilfe bekommen.

Liebe TE,
ich kann deine Hilflosigkeit und Ohnmacht ganz gut nachvollziehen, da ich ein paar Bekannte und Freunde habe, die sowohl im ambulanten oder stationären Setting seit einiger Zeit immer häufiger mit solchen Fällen zu tun haben. Teilweise sind die Kinder noch ein gutes Stück jünger, aber verstehen es schon perfekt, ihre Eltern psychisch und ggf. auch physisch zu tyrannisieren. Für Außenstehende mag das schwer zu glauben sein, aber diese Fälle nehmen zu und entsprechende Ansprechpartner (Jugendamt, Beratungsstellen etc.) scheinen damit ziemlich überfordert. Diese Kinder oder Jugendlichen sind dann auf dem besten Weg, klassische Systemsprenger zu werden, da sie nach und nach durch sämtliche Raster fallen - Pflegefamilien verschleißen, in Heime abgeschoben werden, Drehtür-Gäste in der Kinder- und Jugend-Psychiatrie werden. KJP-Therapie oder auch ein zeitlich begrenzeter Aufenthalt in einer Fachklinik können da meiner Wahrnehmung nach ebenfalls nicht viel ausrichten, da die Störungsbilder bereits sehr massiv sind, selbst wenn man als Familie das Glück hat, in ein Setting mit kombinierter Eltern-Kind-Behandlung zu kommen.

Wenn ich mit den erwähnten Freunden / Bekannten spreche, fragen wir uns natürlich auch gelegentlich, wie so etwas möglich ist, welche Ursache dahinterstecken und wie diese in Wechselwirkung stehen.

Die Freundin, die auf einer speziellen Eltern-Kind-Station einer Fachklinik arbeitet, hat die interessante Beobachtung gemacht, dass es eine hohe Korrelation zwischen Pathologien auf Eltern- wie auf Kindseite gibt. Nicht umsonst sind diese Eltern auch wegen ihrer eigenen Problematik mit in Behandlung. Oftmals sind also bereits die Eltern von schlechten Bindungserfahrungen, toxischen Beziehungen, Persönlichkeitsstörungen oder Bindungstraumatisierungen betroffen. Auf der anderen Seite findet sich auch eine rasante Zunahme von entsprechenden Auffälligkeiten bei den Kindern (ADHS, Spektrum, Impulskontrollstörungen, Störungen des Sozialverhaltens usw.) mit teilweise schon ellenlangen Leidensgeschichten mit Gerichten, Jugendämtern, Beratungsstellen etc, bis es dann etwa die Klinik als letzte Instanz final richten soll. Was natürlich in aller Regel nicht funktioniert.

Zitat von Arnika:
Außer, er ist ein Soziopath, dann kannst gar nichts tun.

Tatsächlich scheint es auch eine starke Zunahme von dissozialen Tendenzen bereits im Kindes- und Jugendalter zu geben.
Das Problem landet dann irgendwann früher oder später bei den Gerichten und dem Strafvollzug.

x 5 #101


ElGatoRojo
Zitat von Plague:
Die Freundin, die auf einer speziellen Eltern-Kind-Station einer Fachklinik arbeitet, hat die interessante Beobachtung gemacht, dass es eine hohe Korrelation zwischen Pathologien auf Eltern- wie auf Kindseite gibt. Nicht umsonst sind diese Eltern auch wegen ihrer eigenen Problematik mit in Behandlung.

Kann man sich das wirklich sooo einfach machen? 🤔

x 1 #102


Plague
Zitat von ElGatoRojo:
Kann man sich das wirklich sooo einfach machen?

Einfach ist das mit Sicherheit nicht, aber man kann diesen überzufälligen Zusammenhang nicht ignorieren.
Die Zusammenhänge sind immer multifaktoriell und voller gegenseitiger Wechselwirkungen.
Nicht umsonst gibt es Phänomene wie die transgenerationale Übertragung, die hier offenbar eine nicht ganz so unwichtige Rolle spielen.

Es macht darüber hinaus auch sehr viel Sinn, hier systemisch zu denken, statt einfach nur die unbequemen Kinder in den Fokus zu stellen und das Umfeld von jeglicher Mitverantwortung freizusprechen. Im Gegenteil, diese Familien sind hoch komplexe Systeme und nicht umsonst ist ein wichtiges diagnostiches Instrument in der besagten Klinik die intensive Beobachtung der Interaktionen zwischen Eltern und Kindern.

x 2 #103


Wasabix
Zitat von MissNextDoor:
Ich verstehe nicht warum die Frage nach dem aggressiven Lebensgefährten/Partner so untergegangen ist so etwas kann leider massiven Einfluss auf heranwachsende Kinder nehmen (und tut es oftmals auch).

🎯

x 1 #104


Sonnenschein85
Zitat von Wasabix:
🎯

Das stimmt..ich halte es auch für nicht gut das er nun beim Vater untergebracht ist. Mich wundert das dies vom JA die Lösung sein soll..
Es gibt sicherlich auch Wohngruppen angebunden mit Therapie Möglichkeiten. Man muss doch irgendwie helfen damit der Junge noch die Chance hat sich zu fangen und sein Leben auf die Reihe zu bekommen..

#105


A


x 4