Zitat von Goa: was ich aussende, kehrt zu mir zurück, wenn ich aufrichtig bin, sind es andere auch zu mir.
Das ist ein frommer Wunsch - entspricht aber nicht der Realität.
Wenn ich persönlich in 50 Jahren was gelernt hab, dann, dass es durchaus hilfreich sein kann, selber aufrichtig zu sein, um die Füße in bestimmte Türen zu kriegen. Allerdings kann ich das von der anderen Seite nicht auch erwarten, erhoffen oder was auch immer.
Zitat von Goa: Und ich bin kein "guter Mensch" aus egoistischer Motivation, sondern aus innerer Überzeugung, dass, wenn ich bei MIR anfange, die Welt sich im Außen dementsprechend zeigt.
Meiner Ansicht machen die Buddhisten hier leider einen Denkfehler weil das in der Realität keine absolute 1:1-Relation ist, sondern - wie schon oben ausgeführt - ein frommer Wunsch.
Zitat von Goa: Wenn ich jedoch manche Antworten hier lese, die von Mustern und Glaubenssätzen sprechen, ohne meine Geschichte (gelesen) und Persönlichkeit zu kennen, dann trifft mich das einfach und ich fühle mich falsch verstanden. ( ja, bitte wieder ein Muster)
Deine bisherigen Ausführungen lassen auf ein entsprechendes Muster schließen.
Von Glaubenssätzen habe ich nichts gesagt.
Zitat von Goa: Ich habe meinen Partner geliebt, alles für ihn getan, um ihm eben keinen Anlass dafür zu geben, das zu tun, was er getan hat.
Gerne nochmal: Das ehrt Dich, wenn Du Dich entsprechend verhalten hast. Aber andere Menschen denken und handeln zuweilen anders, als wir es uns wünschen oder erwarten - manchmal auch so, dass es für uns, unsere Werte oder unsere spirituellen Ansichten (wie auch immer die sein mögen) nicht stimmig ist. Damit kann ich jetzt ewig hadern oder die Tatsache einfach akzeptieren. Letzteres macht die Verarbeitung wesentlich einfacher.
Zitat von Goa: Ich bin selbstreflektiert, wenn man das jedoch zu ernst nimmt, ist der Grat zwischen Selbstreflektion und Selbstzweifel sehr schmal.
Interessanter Standpunkt, den ich für meinen Teil nicht unbedingt nachvollziehen kann.
Wenn ich allerdings den zweifelhaften Schluss anstelle, dass mit mir anscheinend irgendwas nicht stimmt, weil das, was ich anderen entgegenbringe nicht genauso zu mir zurückkommt, könnte es durchaus in Richtung von Selbstzweifel gehen.
Zitat von Goa: Es gibt einfach Dinge, auf die haben wir keinen Einfluss. Die Handlungen anderer Menschen und was sie daraus machen, wenn man ihnen sein Vertrauen und Herz schenkt.
Dem würde ich jetzt aus fachlicher Sicht widersprechen.
Unser Verhalten unterliegt schon gewissen allgemeinen Mustern (ansonsten könnte man die Psychologie und Psychotherapie komplett in die Tonne treten) und wenn ich um diese Prozesse und Abläufe weiss, kann ich die Dinge nicht nur im Nachhinein besser verstehen, sondern ggf. auch proaktiv handeln.
Mit solchen Aussagen wie Deiner externalisiere ich eher die Verantwortung un darf mich vollkommen begründet beklagen, weil andere sich ja nicht so verhalten, wie es mir gewünscht habe.
Zitat von Goa: Bei meiner Frage ganz oben, ging es mir auch nicht um Rache, sondern ob einem auch Gutes widerfährt, wenn man Gutes tut. Und das nicht aus egoistischen Gründen.
Ich wüsste nicht, wo ich Dir irgendwelche Rachegedanken oder -gefühle unterstellt haben sollte.
Das ist jedoch eine gängige Argumentation, mit der der ursprüngliche Karma-Begriff auf eine Bedeutungsdimension reduziert wird, die von den Buddhisten mit Sicherheit nicht intendiert war.
Zitat von Goa: Nur sollte man vielleicht auch mal die emotionale Achterbahn kurz nach einer Trennung berücksichtigen und nicht immer gleich von Glaubenssätzen, Mustern schreiben, die einer einzigen Person die "Schuld" an ihrer Situation zuschreiben.
Das ist eine Frage, wie dies zum Ausdruck gebracht wird.
Wird das Anliegen in einer Form vorgetragen, die stark vermuten lässt, dass es sich nicht nur um eine einmalige Erfahrung handelt, finde ich den Schluss auf bestimmte Muster nicht ganz ungerechtfertigt.
Und jetzt schaue ich mir doch nochmal Deinen ursprünglichen Faden genauer an ...