Zitat von seelenleid: Mag sein das ich zu lange gebraucht habe und einfach geblieben bin um den Trennungsschmerz zu entgehen. Wie du sagst es ist schwierig weil sie das ja gut können und ich schon im Netz gefangen war. Und ich hab sie ja geliebt,würde ich jetzt noch sagen.
Hab es ja dann doch geschafft,weil der Leidensdruck zu groß wurde
Ich kenne das alles und habe es auch so empfunden wie Du. Es erscheint einem unbegreiflich und man fragt sich ständig, was kann ICH nur tun, damit ... Warum ist sie so kalt, so abweisend, warum lässt sie mich allein im Regen stehen?
Tja, sie ist innerlich kalt. Dass sie kaum Emotionen zeigte, fiel Dir ja auch schon auf und ich glaube, das ist durchaus ein Warnsignal, aber bis man es wahrnimmt, ist man oft schon im Netz drin und macht nur noch ein paar hilflose Zappelversuche, aber sich aus dem Netz zu retten, schafft man nicht.
Und warum sie so ist, liegt darin begründet, dass sie eben so ist. Das ist Begründung genug, die Dir zwar nichts hilft. Aber Empathie kann man nicht herbei zaubern und aus innerlich eher kühlen Menschen werden niemals warmherzige und solche, die gerne was für den Partner tun, ihn beachten und sich auch so verhalten wollen, dass der Partner sich wohl damit fühlt. Einfühungsvermögen ist nicht da und es kommt auch nicht mehr. Der Zug ist bei ihr abgefahren.
Bleibst Du? Wie gesagt, mit etwas Abstand solltest Du auch mal in Dich gehen und Dich fragen, warum Du ausgerechnet bei solch einer Frau landest und eine Beziehung suchst. Komm nicht mit Liebe, denn das ist kein Grund. Es gibt bei Dir Faktoren, die Dich in solche Beziehungen lotsen. Das Leid das Du empfindest, ist ein Wegweiser Deiner Seele, dass etwas in Dir unbearbeitet vor sich hin schlummert, aber nie aufgearbeitet wurde. Vielleicht wurdest Du in Deiner Kindheit verletzt, ins Abseits gestellt? Solche Erfahrungen können von Kindern nicht verarbeitet werden, sie werden ins Unterbewusstsein verschoben. An der Oberfläche nicht mehr spürbar tun sie aber doch ihr Werk und spulen uralte Probleme oft wiederholt ab. Bis Du kapierst, dass Du bei Dir ansetzen musst anstatt sie analysieren zu wollen, was ja vergeblich ist.
Das ist kein angenehmer Weg, aber der einzige, der hilfreich ist, dass man vielleicht doch eines Tages in eine gute Beziehung finden kann, anstatt wieder bei einem defizitären Menschen Liebe zu suchen, die nicht kommt.
Trotz allem, auch wenn es Dir weh tut, lohnt irgendwann der Blick auf sich selbst, denn da kannst Du was bewirken, bei ihr aber nicht.
Und außerdem kannst Du auch ein wenig stolz auf Dich sein, denn Du hast es geschafft Dich zu lösen und die aussichtslose Sache zu beenden.
Viele Menschen handeln nach dem Grundsatz: Lieber leiden als lösen. Denn lösen bedeutet, dass man aktiv werden muss, dass man eine ungeliebte Entscheidung treffen muss und diese durchziehen muss. Das ist schon viel was Du geschafft hast. Und das solltest Du auf jeden Fall positiv sehen.
Im Leiden zu verharren ist oft einfacher. Ich treffe keine Entscheidung, weil die mir schmerzhafter erscheint als das Leiden. Denn wie die Entscheidung auszusehen hat, weiß man ja. Aber man schafft es oft nicht und hilft sich dann mit den klassischen Ausweichmanövern. Wenn ich jetzt gehe, dann ist alles zu Ende. Ich sollte doch noch bleiben, vielleicht und irgendwann und eines fernen Tages wird sie meinen Wert sehen. Wenn ich jetzt gehe, habe ich das Gefühl nicht alles getan und probiert zu haben. Also verlängere ich lieber mein Leiden.
Ich habe es seinerzeit nicht geschafft. Ich entschied mich für das Aushalten, wohl wissend, dass ich gegen meine Ehre und meine Selbstachtung damit handelte. Und dann traf er die Entscheidung und ging. Es war das Beste, was er für mich tun konnte, aber das habe ich erst Monate später begriffen.
Es ist immer besser selbst zu gehen als gegangen zu werden, vergiss das nicht!