Mir kam eben der Gedanke, daß mich die Last der Verantwortung, die ich zu haben glaube, so erdrückt.
Ich fühle mich verantwortlich dafür, meiner Ex ihren Start in ihr neues Leben, in das ICH sie gezwungen habe, so angenehm und leicht wie möglich zu machen. Deswegen bin ich bereit, das gemeinsam mühsam ersparte kleine Kapital ihr zu größeren Teilen zu überlassen, weil ich ja weiß, daß sie finanziell nicht eben auf Rosen gebettet sein wird, wenn sie ihren Lebensunterhalt von ihrem Gehalt alleine bestreiten muss. Während ich deutlich besser verdiene als sie. Allerdings ohne langfristige Sicherheit, ein Jahresvertrag folgt (hoffentlich) auf den nächsten, es kann aber auch immer schnell vorbei sein.
Ich sorge mich um sie, werde (zumindest anfangs) noch einige ihrer Unkosten tragen (KFZ-Versicherung, Mobilfunk zB). Um ihr ihr neues Leben, ihren Neustart (den ICH ihr aufgezwungen habe) zu erleichtern.
Werde ihr Möbel zusammenbauen, Lampen anbringen, Internet einrichten...
Alles von mir aus. Sie bittet nicht darum, jammert mir auch nicht ständig einen vor. Muss sie auch nicht, ich weiß ja, wie schwierig es für sie werden wird. Und wenn sie erst mal nur noch Rente bezieht...
Darüber vergesse ich womöglich die Verantwortung, die ich mir selbst gegenüber haben sollte.
Ich bin ja heilfroh, eine Zahnarztpraxis gefunden zu haben, bei der ich mich gut aufgehoben fühle. Das immerhin werde ich durchziehen.
Aber sonst? Die Spaziergänge sind weniger geworden. Keine Zeit, zu kalt, pipapo.
Das Rauchen hatte ich 2 Wochen reduziert, für meine Verhältnisse. Wollte was für mich tun. Jetzt rauche ich wieder wie ein Schlot, mit der Ausrede, nicht alles auf einmal verändern zu können.
Ich trinke zuviel. Keine harten Sachen, "nur" B. in erster Linie oder mal nen Wein... aber halt zuviel.
Auf der Arbeit funktioniere ich, aber das kostet mich sehr viel Kraft. Und die Anforderungen steigen in den nächsten Wochen. Ich konnte beruflichen Stress meist gut ab, zur Zeit fühle ich mich aber schnell überfordert...
Dann fühle ich mich auch verantwortlich für die Gesamtsituation, an der ich aber nichts ändern kann.
ICH habe meine AF jahrelang abgewiesen und sie damit dazu gebracht, sich von mir zu lösen und ihr Leben neu zu gestalten, so daß darin für mich nur noch wenig Platz ist, und für ein "uns" wohl gar keiner mehr.
ICH habe mich, meine Ex und meine AF jahrelang belogen und so herbeigeführt, daß ich jetzt leide wie nur was, weil ich verlassen worden bin (von der AF) und verlassen habe (meine Ex), daß meine Ex jetzt leidet und daß meine AF jahrelang (durch meine Ablehnung) gelitten hat, und sich jetzt verletzt dadurch fühlt, daß ich den Mut zur Trennung von meiner Ex erst hatte, nachdem sie - die AF - sich von mir gelöst hat. Daß ich erst an ein "uns" geglaubt habe, was sie sich so lange gewünscht hat, als sie sich diesen Glauben herausgerissen hat...
Und ich will allen und allem gerecht werden. Das war wohl schon immer so. Und dabei vergesse, verliere, verleumde ich mich selbst.
Ich brauche wohl echt professionelle Hilfe.
Alles verknotet und verfahren.
*beep*.