@Carlaa
Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Zitat:Bist du wirklich aus Mitleid geblieben oder hast du durch sie das beruhigende Gefühl gehabt, dass dich wenigstens jemand braucht? Du sorgst jetzt für sie wie für ein Kind. Tut ihr, tut euch beiden das gut?
(Für wen musstest du als Kind sorgen und bei wem hast du nur heimlich aufgetankt?)
Zumindest hatte ich dieses beruhigende Gefühl nie bewusst. Aber vielleicht ist da dennoch etwas dran.
Ob uns beiden mein jetziges sorgen gut tut? Ich denke, daß es ihr hilft, sich nicht vollends verlassen zu fühlen. Daß das in Zukunft weniger werden sollte ist mir klar. Ich werde in eine andere Stadt ziehen, näher zum Job hin, das bringt dann 40-50km Entfernung zwischen uns.
Aus meiner Kindheit kann ich mich nicht daran erinnern, mich um jemanden kümmern, noch, bei jemandem heimlich auftanken zu müssen.
Zitat:Ich glaube bei dir das Thema Bindungsangst wahrzunehmen. Die Realfrau mutiert für dich zur Last, die Virtuelle wird in gewissen Grenzen begehrt, aber erst als sie abgesprungen ist, kannst du dem Gefühl freien Lauf lassen. Als sie dich (scheinbar) (mehr) wollte, war es dir zuviel.
Ob ich unter Bindungsangst leide? Ich weiß es nicht, ist mir noch nie in den Sinn gekommen. Deine Kurzzusammenfassung meiner Geschichte hat allerdings viel wahres.
Ich kann sagen, daß ich mich sehr gut darin auskenne, unglücklich verliebt zu sein. Was zuvorderst bedeutet, kaum den Mut gehabt zu haben, meinen Angebeten meine Gefühle für sie zu offenbaren.
Begann als Teenager in der Schule, 4 Jahre lang verknallt gewesen, nie was gesagt oder getan, was deutlich genug gewesen wäre. Mit Mitte 20 3 Jahre lang in eine Kollegin verknallt gewesen, die - da bin ich heute sehr sicher - mir immer wieder Signale gab, daß auch sie sich etwas zwischen uns vorstellen könnte. Ich war immer zu feige, alles auf eine Karte zu setzen.
Hatte bis zur gerade beendeten Beziehung 2 ernsthaftere, wir wohnten zusammen, die eine dauerte etwas länger als 3 Jahre, die andere gute 2 Jahre. Da kam es jeweils so zum Ende, daß ich nicht mehr genug in die Beziehung investierte und die Frauen irgendwann die Schnauze voll hatten. Gelitten habe ich dabei nie, es fühlte sich meist eher wie eine Erleichterung an...
Wahrscheinlich habe ich dieses Muster auch bei meiner Ex anzuwenden versucht. Aber sie hat sich nicht "vertreiben" lassen. Was die vielen gemeinsamen Jahre erklärt...
Zitat:Vielleicht kannst du dem Buch "Jein" von Stefanie Stahl ein paar interessante Erkenntnisse entnehmen.
Werde ich mir mal anschauen, Danke!