Hallo Ihr Lieben!
Ich finde schon auch, dass der Abschluß einer Liebesgeschichte einen entscheidenden Einfluß auf den Verarbeitungsprozess danach hat.
Mangoon - ob männlich oder weiblich - hat selbst verlassen, obwohl es weh tat, daher ergreift sie?/ er? hier die andere Perspektive auf.
Natürlich, ein Abschied ist immer schmerzhaft, aber ich bin schon der Meinung, der Partner, der verlassen wird nach Jahren des Zusammenseins hat ein Recht darauf, zu erfahren, was letztendlich zu der Trennung führte. Ich denke, das gehört sich einfach, ohne hier die Moralische raushängen zu lassen.
Ja, Mangoon, ich glaube schon daran, dass ich für meinen Partner da war, als er mich brauchte - beruflich und privat - vorausgesetzt, er hat mir dies gezeigt, gesagt, signalisiert. Wenn er mir allerdings keinerlei "Zeichen" gab, dass er mich braucht, mag sein, ich habe es übersehen. Das hat er seinerseits aber genauso. Innerhalb einer langjährigen Beziehung sollte man schon auch die Möglichkeit haben, sich frei zu äußern und dem anderen zu sagen, was man gerade braucht. Wer sechs Jahre lang erwartet, sein Partner müßte Gedanken lesen können, jeden Wunsch von den Augen ablesen können etc., der arbeitet bereits am Scheitern der Beziehung. Das ist meine Ansicht. Vielleicht ist es ja "das Unverdauliche" an unseren Geschichten: Wir hatten stets den Eindruck, der Partner sei offen in allen Belangen und dann gehen sie einfach, ohne Gründe zu nennen. Das ist wirklich sehr hart, mit Spekulationen zurück gelassen zu werden.
Mangoon, findest Du das wirklich richtig so? Und würdest Du eine Trennung nach mehreren Jahren Beziehung so durchziehen? Das kann ich nicht glauben. Natürlich sind immer beide Partner daran beteiligt, wenn eine Beziehung scheitert. Ich würde auch nie sagen, ich habe alles richtig gemacht usw. Aber diesen Abgang habe ich nicht verdient, nein das habe ich nicht! Dein Argument, es müsse ja nicht am Partner liegen, wenn man eine Beziehung beendet, weil man eine Veränderung wünscht, die mit dem anderen nicht möglich ist. Kann sein. Aber auch darüber müsste man in einer Partnerschaft reden. Wer weiß, vielleicht wäre ja der andere so kompromissbereit, um diese Veränderungen mitzutragen oder man findet einen gemeinsamen Weg. Diesen Änderungswunsch gar nicht auszusprechen und einfach zu gehen, ist doch schwach! Es ist ja ein legitimer Gurnd, zu gehen, wenn man andere Vorstellungen vom Leben hat, wie der Partner. Aber es spricht kein Grund dafür, es dem anderen nicht mitzuteilen. Sorry, sich einfach zu verpissen ist respektlos und feige. Das kann man nicht schön reden! Sicher, Trennungen tun weh, unabhängig davon, wie diese vollzogen werden. Aber es ist doch wirklich schade, wenn eine "feige Art" sich zu trennen, die ganze Beziehung rückblickend überschattet.
Ich traue mir auch zu, meinen langjährigen Partner so gut zu kennen und zu durchschauen, dass er selbst eines Tages darunter leiden wird, wie er sich getrennt hat. Vermutlich mehr als ich selbst! Wir arbeiten in einer Firma, in verschiedenen Filialen. Mein Ex hat sich inzwischen auch von Kollegen zurück gezogen, die mit mir zusammen arbeiten, zu denen er aber - unabhängig von mir - ehemals einen guten Kontakt hatte. Obwohl es mein ausdrücklicher Wunsch war, dass unsere Trennung keine geschäftlichen Auswirkungen haben düften. Diese Kollegen, die er inzwischen meidet, obwohl er sie "braucht", gehen auf ihn zu, weil sie ja mit unserer Privatbeziehung nichts zu tun haben, und er läßt sie nicht an sich ran. Als er sich mit meinem Chef verabredete, um gemeinsam zu einem Seminar zu fahren (an dem ich nicht teilnahm, was er wusste), hat er ihn, ohne abzusagen, einfach an dem verabredeten Treffpunkt stehen lassen und ist nicht erschienen. Also ganz normal reagiert er im Moment auch nicht! Das hätte er unter "normalen Umständen" nie getan. Und die Angst davor, unsere Kollegen würden ihn auf unsere Trennung ansprechen, muss er definitiv nicht haben, das weiss er. Ich kenne meinen Ex wirklich gut. Und weiß daher an all seinen Reaktionen, dass er leidet. Wahrscheinlich nicht unter der Trennung an sich, aber an der Art sich zu trennen. Er wird es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren können. Und ich habe ihm bis heute nicht einen Vorwurf gemacht deswegen. "Du Schuft", "Du Schwein", "Wie kannst Du mir so etwas antun" usw. Das gab es nicht von mir. Nicht ein einziges Mal! Dafür kotze ich hier im Forum ab!
Ich kann Lolas Gefühle gerade total nachvollziehen. Sie kann jetzt nicht trauern und sich auch mit den Gründen der Trennung auseinandersetzen. Sie kann nicht sagen: "Ach, mein Ex hat dies und das vermisst, ich habe diese Fehler gemacht, er jene etc.". Sie denkt nur:"Warum, warum?" und muss sich die Gründe selbst zusammen reimen. Das raubt Kraft und Energie. Wenn der Ex einem klipp und klar die Gründe nennt, warum er nicht mehr will oder nicht mehr kann, ist dies immer noch schmerzhaft, aber es erlaubt Dir eine Auseinandersetzung mit seinen Motiven, die so immer spekulativ im Raum bleiben werden. Außerdem finde ich es äußerst schwach von Lolas Ex, ihr die alleinige Schuld an der Trennung zu geben.Das zeigt doch, dass dieser Herr sich selbst noch gar nicht mit der Trennung auseinander gesetzt hat. Sonst müsste er seinen Part an dem Scheitern der Beziehung auch erkannt haben. Nur einer ist nie schuld! Dazu gehören immer beide!
Lola2! In Deiner Überschrift fragst Du Dich: "Habe ich noch eine Chance?" Würdest Du diese wirklich wollen? Ich frage mich, ob diese Art des Abgangs nicht doch viel Vertrauen zu diesem Menschen zerstört hat und Du fortan in einer Angst vor Wiederholungen in dieser Beziehung leben würdest. Wie denkst Du darüber? ???
Viele Grüße
Ariane