leunenschmidt
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es läuft aktuell ein anderer Thread zum Thema "Rauchen", bitte lasst das einmal komplett außen vor, das Thema Bedarf aktuell keiner Aufmerksamkeit.
Ich brauche aber mal eine generelle Einschätzung von außen, weil ich selbst das nicht einordnen kann.
Ich (M,35) treffe seit 6-7 Monaten eine Frau (W, 30). Es fing als Freunde an.
Vermutlich wichtig: Beim frühen Kennenlernen gab es ein Gespräch mit anderen über "Anmachen" und so. Sie zeigte mir in dem Zusammenhang, dass sie am Tag zuvor ne Nachricht von einem Kunden bekommen hat, in der er sie gefragt hat, ob er sie Daten kann (nach einmaligem Kontakt). Sie zeigte es mir mit der Antwort, dass sie aktuell keine Beziehung möchte, da sie er frisch (wenige Monate) aus der alten raus war.
Zu dem Zeitpunkt kannten wir uns kaum und ich hatte auch wirklich überhaupt nichts im Sinn.
Wir verstanden uns (sehr) gut und haben uns fast täglich zum Abendessen getroffen, irgendwann ein 2-tägiger gemeinsamer Trip (getrennte Betten). Kurz danach kam sie zu mir für nen Film, ging spät abends nach Haus, wenige Tage später der nächste Film und sie blieb über Nacht. Komplett ohne körperlich zu werden, also immer noch rein freundschaftlich. Das lief so für 2-3 Wochen und ich spürte, hm, da ist doch was, ich hätte gern mehr, aber ich werde nicht den ersten Schritt machen, denn ich weiß ja, dass sie nichts will.
Naja, dann fingen wir an zu kuscheln (von ihr ausgehend) und bei einem weiteren Urlaubstrip über eine Woche wurde es dann zum ersten Mal körperlich.
Körperlich und seitdem ist es im Grunde wie eine Beziehung – nur ohne offizielle Benennung.
Wir sehr viel Zeit (fast 24/7, da wir zusammen Arbeiten) miteinander verbracht, fast jede Nacht zusammen bei ihr oder mir, Trips gemacht, viel gekuschelt, intensiven Sex mit viel Nähe, Augenkontakt usw. Es fühlt sich im Alltag oft sehr vertraut und paar-mäßig an. Auch in der Öffentlichkeit treten wir so auf.
Ich habe nie vergessen, dass sie ursprünglich sagte, sie will keine Beziehung. Durch ihr Verhalten dachte ich aber nun, dass es sich vielleicht geändert hat. Also in meiner Welt passiert es oder eben nicht, ich kann meine Gefühle dahingehend nicht kontrollieren.
Jetzt zum Problem:
Am letzten Wochenende war es extrem widersprüchlich. Dies war das letzte Wochenende, bevor sie für 2,5 Wochen zu ihrer Familie geht und wir uns nicht sehen.
Tag 1:Super harmonisch, romantisch, sehr nah. Es fühlte sich von ihr ausgehend sogar intensiver an als sonst.
Tag 2:
Ich hab bisschen was verkackt.
Ich mache mir ne dauerhafte leichte Welle ins Haar, von dem sie nicht weiß. Niemand außer meiner Familie weiß das.
Sie fragt mich im Videocall, warum meine Haare so trocken aussehen und weil es mir peinlich ist, sage ich: "keine Ahnung, vielleicht falsches Shampoo", obwohl ich weiß, dass die Chemie zu aggressiv war. Ich habe also gelogen. Jedoch mit der Intention es an einem passenden Moment des Wochenendes richtigzustellen. Es war für mich keine "fatale" Lüge, weil ich niemanden manipuliert oder mir einen Vorteil verschafft habe oder so.
Erster Abend und es kommt wieder zur Sprache. Ich denke, na gut, dann decke ich es jetzt auf (das war ein großer Schritt für mich, mich mit so etwas zu öffnen, da es mir sehr peinlich ist): "ok ich sag dir warum das so aussieht, aber du musst mir versprechen es keinem zu sagen und mich nicht auszulachen, hehe." Ich erzähl es ihr, sie ist überrascht aber es juckt sie nicht wirklich.
Dann 2 minuten später kippt es komplett:
Sie wird richtig sauer und wird mir vor, warum ich lüge, warum ich nicht einfach sage, dass ich nicht bereit bin darüber zu sprechen, das wäre ok für sie gewesen.
Sie sagte Dinge wie:
Sie hasse alle Männer.
Sie glaube Männern grundsätzlich nichts mehr.
Sie lasse emotional nichts an sich ran.
Sie könnte morgen gehen, ohne groß traurig zu sein, weil sie keine Gefühle zulässt und sich nicht bindet.
Dazu ein RANT über Ex-en, die sie belogen und manipuliert haben und sie deshalb beschlossen hat, niemandem mehr zu vertrauen.
Also die Reaktion auf die Lüge konnte ich schon nachvollziehen, auch wenn es für mich eher war wie "ein wenig die Wahrheit biegen).
Jedenfalls hat mich das ziemlich getroffen, weil ich eigentlich an dem Wochenende vorhatte, sie zu fragen, ob wir offiziell ein Paar sind. Hab ich natürlich abgeblasen die Idee.
Ich habe versucht meine Intention mit der Lüge zu erklären und versprochen, dass ich sie niemals belügen würde um was zu erreichen oder so. Den gesamten Tag haben wir zwar zusammen verbracht aber sie war extrem abweisend und gar nicht "anwesend". Abends kam es dann vorm Bett nochmal zum Gespräch. Es fühlte sich echt an, als wäre es das jetzt gewesen. Breakup obwohl wir nicht mal offiziell zusammen waren. Am Ende hieß es "noch ein Ding, und ich will nicht mehr mit dir abhängen, der einzige Grund, warum ich jetzt noch hier bin ist das, wie die vorher warst /geleistet hast."
Die Nacht war sie zwar bei mir aber weggedreht und keinerlei zugewandt.
Tag 3:
Wieder komplett anders. Sehr innig, sehr körperlich, viel Nähe. Bevor sie nach Hause musste zum Packen: emotionaler, inniger Sex. Mit Augenkontakt und so, wie wir es bisher noch nicht hatten. Ich kann es nicht beschreiben, aber das war eine andere Stufe von Innigkeit, also auch von ihr ausgehend.
Ich Flug ging in der Nacht und anstatt früher zu gehen um zu schlafen, blieb sie bis zur letzten möglichen Minute zum Kuscheln, dann sehr liebevolle Verabschiedung – schon „verknallt“ im Verhalten. Sie ist dann packen und direkt zum Flughafen.
Seitdem sind wir räumlich getrennt. Wir schreiben täglich, aber ich habe das Gefühl, dass ich emotional deutlich stärker investiert bin. Sie wirkt unabhängiger, manchmal sehr warm, manchmal eher nüchtern. z.B. schreibt sie nicht unbedingt jeden Abend "gute Nacht". manchmal ja, manchmal nein.
Nun zum Kern:
Ja, ich wusste von vornherein, dass sie keine Beziehung will. Ich ja auch nicht. Das hat sich nach und nach so ergeben und ich dachte "hm, da passiert was, sie wird ja ähnlich fühlen und wohl ihre Einstellung anpassen, wenn es passt". Vermutlich naiv, ich weiß es nicht.
Für mich ist es unverständlich, ein halbes Jahr wie ein Paar zu agieren und zu sagen, da sind null Komma null Gefühle. Also ich kann doch nicht einfach sagen "nö, Gefühle lasse ich nicht zu". Entweder sie kommen, oder eben nicht.
Besonders dieses letzte Wochenende hinterlässt mich mehr als verwirrt. Also den einen Tag sagt sie im Übertragenen Sinne, sie wird für immer Single bleiben weil alle Männer Ärsche sind und eh nur lügen und manipulieren und sie rein gar nichts empfindet mir gegenüber. Und am nächsten Tag bekomme ich von ihr das Gefühl als wäre sie deep in love mit mir.
Würdet ihr in so einer Situation Klarheit einfordern – oder erstmal beobachten?
Ich will sie nicht drängen oder überzeugen. Aber ich merke, dass ich langfristig eine klare Benennung und emotionale Sicherheit brauche. Ich bin auch bereit ihr mehr Zeit einzuräumen. Aber irgendwann brauche ich ein offizielles "wir sind ein Paar"
Freue mich über ehrliche Einschätzungen.