Kaktusbluete
Gast
Ich habe über das Thema auch schon lange nachgedacht. Und es fällt auf, dass Emanzipation vor allem ein Thema von Frauen ist. Das macht es natürliche schwierig. Denn das heißt in der Praxis, dass es viele Kämpfe gibt und das Leben sehr anstrengend wird.
Was Gesetze angeht und Rahmenbedingungen haben "wir" doch schon viel erreicht. Das ist gut so! Jetzt muss es sich in der Praxis bewähren und dafür braucht es Zeit.
Ich glaube, wir sind zu ungeduldig und haben einen zu kleinen Zeitabschnitt im Kopf.
Wenn es Jahrhunderte lang ein bestimmtes Rollenbild gibt, lässt es sich nicht schnell verändern. Das muss langsam wachsen. Und ich glaube, da braucht jeder sein eigenes Tempo.
Die einen müssen erst bei den anderen sehen, dass es geht. Und zwar über einen langen Zeitraum.
Also, als Beispiel: Leben als Alleinerziehende/r.
Es hat ganz sicher viel Mut und Kraft gekostet, vor 30 Jahren die Kinder alleinerziehend aufzuziehen. Einiges hat sich über die Zeit schon vereinfacht. So hat die Stigmatisierung abgenommen. Es ist aber noch nicht perfekt. Finanzielle Benachteiligung und eingeschränkte Hilfsangebote machen es immer noch schwierig. (Ich habe keine Kinder, hoffe aber, es einigermaßen getroffen zu haben).
Und das ist in allen Punkten so. Schadet es den Kindern sehr früh in die Kita zu gehen? Halten sich andere Lebensformen mit dem Partner? Kann man glücklich und gesellschaftlich anerkannt sein, wenn man wie auch immer lebt?
Es wird immer Vorreiter_innen geben. Und das ist gut so! Und es wird viele geben, die in bestimmten Bereichen nachziehen.
Und ich hoffe, dass auch irgendwann die Männer mitziehen. Denn dann hört das Kämpfen auf. Das wäre doch der Traum!
Also, mal sehen, wie es weitergeht. Liebe Grüße Kaktusblüte