Zitat von Darkenrahl: Der/die Partner/in existiert doch nur noch um die Familie gegen aussen zusammenzuhalten und als Zahlesel für ein schönes, sorgenloses und s...l erfülltes Leben mit der Affäre
Da ist natürlich viel Wahres dran. In der Zeit der Affäre, besonders wenn sie neu ist, läuft der Ehemann oder die Ehefrau unter "ferner liefen". Allerdings muss man auch sehen, dass Verliebte schlichtweg nicht zurechnungsfähig sind. Das wirst Du auch kennen. Der Geliebte wird hochstilisiert, als Erfüller aller unerfüllten Träume gesehen, die rosarote Brille regiert. Das ist auch hormongesteuert, weil der normale Hormonstoffwechsel praktisch außer Kraft gesetzt ist. Schlechtes Gewissen, was ist das? Wenn es mal aufflammt, dann kommen Verdrängungsmechanismen: ich habe auch mal ein Recht auf mein Glück! Ich kann ja auch nichts dafür, dass der/die Neue besser zu mir passt! Wir haben uns einfach zu spät getroffen! Dann wäre alles anders gekommen..
Und natürlich dient die Affäre auch als Wunscherfüller genau der Dinge, die in der Ehe nicht mehr gut laufen. Zärtlichkeiten, vertraute Gespräche, liebevolle Gesten, mangelnder S... - alles erledigt jetzt der Affärenpartner. Und da er emotionale Bedürfnisse befriedigt und der Mensch ein Wesen ist, das mehr auf Gefühle hört, rückt der Ehepartner in den Hintergrund. Denn eine "Doppelspitze" klappt auf Dauer eben nicht,
Mit der Zeit aber wird auch die Affäre alltäglich, Man gewöhnt sich dran, dass es sie gibt und sie wird zu einem Fluchtpunkt. In dieser Zeit eine Ehe retten zu wollen, ist völlig unmöglich.
Und noch später wird vielleicht sogar die Affäre problematisch. Und da setzt dann auch der Verstand wieder ein. Moment mal, was riskiere ich da jetzt? Will ich wirklich alles wegwerfen? Meinen Mann/meine Frau, die über Jahre zu mir gehalten hat, die Manches mit mir bewältigt hat, einfach so aufgeben? Will ich den Kindern das zumuten, eine Trennung, nur weil meine Hormone gerade Walzer tanzen? Was ist mit dem Haus, das uns so viel Mühe und Sparen gekostet hat? Wir haben uns doch ein gemeinsames Leben aufgebaut und wollten, dass es ewig hält.
Und jetzt? Wegen einem, den ich einmal pro Woche sehe, alles aufgeben? Ist es das wert?
Das kann dann auch die Zeit sein, wo man auf einmal wieder die Augen öffnet für die Qualitäten des Ehepartners. Der ist ja doch gar nicht so schlecht, er hat ja viele gute Eigenschaften und ja, auch er, ist durchaus noch attraktiv, denn die grauen Schläfen stehen ihm eigentlich ausgezeichnet.
Das Zweifeln setzt ein, wohin gehöre ich? Was ist meine Welt? Der, der da ist oder der, den ich heimlich treffe?
Wenn die Affäre hinterfragt wird, ist die Entscheidung eigentlich bereits gefallen, auch wenn man die Affäre noch nicht aufgeben kann und will.
Ja, es ein perfides Spiel, da gebe ich Dir Recht! Ich halte nichts (mehr) von Affären und am meisten verachte ich Menschen, die selbst Single sind, sich aber mit einem gebundenen Partner sehen Auges einlassen. Denn oft regiert hier dann der Eroberungsdrang. Wer ist denn nun besser? Seine olle Kuh daheim oder ich? Wahlweise der alte Knacker daheim oder ich?
Trotzdem hören sich Deine Wort sehr verbittert an. Das ist schade. Ein wenig mehr Nachsicht mit den Verirrten könntest Du durchaus haben. Sie tun es oft nicht, weil sie Böses wollen, auch wenn es falsch ist.
Begonie