@Queenie was ich erfahren habe, ist, dass der Geduldsfaden dann bei denen, die versuchten darauf Rücksicht zu nehmen, einfach irgendwann zu dünn wird.
Ich habe zum Beispiel über mich erfahren, dass meine Reaktionen nicht dem so zugeordnet werden konnten. Wie schon beschrieben, x mal glücklicher, x mal trauriger, x mal wütender.
Sie haben mein starkes Gefühlsleben nicht mehr verstehen können. Daraus sind sie dann ausgestiegen. Die Rücksicht wurde nicht beibehalten und kehrte sich ins Gegenteil. Sie haben sich mir gegenüber abgegrenzt. Und ja, aus der heutigen Sicht für mich sehr verständlich. Wenn ich mich JETZT sehe, wer und wie ich war, dann hätte ich es genau so tun müssen.
Mein Weg, es auch zu tun, nur eben anders. Keine Mauer in mir zu bauen, sondern eine innere Grenze, die es nicht mehr ganz so zulässt, verletzt zu werden. Ebenso aber auch gut zu überlegen, etwas zu sagen und übe mich sehr darin, etwas anders sagen zu lernen.
Ich ÜBE! Ob es so richtig ist, kann ich noch nicht sagen. Der Spiegel, also die, die mich jetzt anders erleben, gehen auf jeden Fall wieder auf mich zu. Langsam und zaghaft. Vertrauen muss erst wieder aufgebaut werden und das braucht Zeit.
Ebenso braucht es für mich Zeit, das leben zu lernen. Noch meinen Weg zu finden, damit richtig umgehen zu lernen.
Im übrigen habe ich da einen ganz tollen Sohn, der sich Zeit nimmt, mit mir darüber zu reden, mir die Fragen zu stellen, die ich nicht finde. Ich finde es überhaupt erstaunlich, dass sich mit mir jemand, der mir so nah ist, es schafft, eine Draufsicht zu erlangen und sachlich da mit mir umzugehen versucht. Ich bin ihm da sehr s ehr dankbar.
Und wieder bestätigt sich, es hat alles irgendwie einen Sinn im Leben.
Er sollte eigentlich nicht zu Welt kommen, wenn es nach meinem Mann gegangen wäre. Es war für mich die wichtigste und richtigste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Denn mein Sohn, knappe 29 Jahre, hilft mir mich in meiner Familie zu intrigieren. Ich weiß, hört sich sehr sehr seltsam an.
