Zitat von derBaum:Ich finde dieses esoterische Modewort äußerst gefährlich, weil man dann meint, etwas höchst besonderes zu sein und sich damit verrennt. Nein, das ist man nicht. Andere Menschen sind nicht weniger sensibel,
Ich habe es ja hier ein paar Seiten vorher schon geschrieben. Bei Kindern / Babys ist hochsensibel die neue Fancy Krankheit um alles zu erklären.
Meiner Meinung nach ist das meiste wirklich anerzogen bzw. Gewöhnung oder halt Isolation oder Sichtweise.
Wenn ich mein Kind überhaupt nicht an andere Leute abgebe ( Oma, Onkel, Tanten) , dann wird mein Kind irgendwann auch weinen wenn Mama nicht da ist. Völlig logisch, das Kind kennt die anderen ja nicht.
Aber da wird dann viel reininterpretiert:
Bei Oma ist es immer zu laut, Oma hat das falsche Parfum, bei Oma ist es immer zu hell
Wenn Kinder etwas nicht kennen dann sind sie erstmal unsicher, völlig normal. Aber wenn man sie vorher isoliert, dann ist alles mögliche plötzlich spooky.
Hausgemachtes Problem.
Anderes Beispiel. Ich war mit meinem Sohn beim Public Viewing. Er lag im Wagen und schlief. Alle : " Wooaasss ? Der schläft bei der Lautstärke ? "
Ähm. . ja ? Das scheint erstmal total dickfellig und unsensibel. Aber wenn wir in den Wald spazieren gehen, dann lauscht er dem WInd und den Amseln . Er hört wenn wir über einen Stock fahren oder durchs Laub. Wenn es ihm zu dunkel und zu ruhig ist dann wacht er auf und kann nicht mehr schlafen.
Er sieht manchmal " Geister", da schaut er minutenlang irgendwo hin und scheint da irgendwas zu entdecken was wir nicht sehen können.
Ja, was ist er nun ? Dickfellig, sensibel, unsensibel, hochsensibel?
Für mich ist es im Kinderbereich wirklich ein Modewort um ein total besonderes Kind zu haben. Wie früher ADHS.
Es gab schon immer ruhige Kinder, laute Kinder, Kinder die auf der Leitung stehen, Kinder die zu anderen nett sind und schnell Freundschaften schließen, .
Vieles ist eine Charakterfrage. Aber auch ganz viel ist Erziehung.
Als ich meine junge Stute gekauft habe, da war sie definitiv hochsensibel. Hat sich oft erschrocken. Jetzt ist sie ein Prima Verlasspferd. Aber auch nur, weil ich sie an alle möglichen Dinge in Ruhe gewöhnt habe, ihr Sicherheit gegeben habe und in kleinen Schritten ihr die Unsicherheit nahm.
Bei Kindern ist es so :
Wenn Mama Angst vor Spinnen hat, dann wird das Kind auch irgendwann Angst haben. Die Mutter strahlt das aus.
Wenn Mama nicht gerne auf Partys geht, weil zu laut, zu hell, . Dann wird das Kind das wahrscheinlich auch nicht so gerne. Ist das dann vererbt ? Ich finde nicht. Erst mal offen auf alles zugehen und alles ausprobieren und da fehlt es bei vielen Eltern schon dran.
Vieles hat man selber in der Hand und bemerkt bei Kindern vielleicht zu spät welchen Anteil man hat.