Hallo!
NIE-WIEDER, ich habe den Eindruck, Du bist auf einem wirklich guten und richtigen Weg, und kann daher auch nicht mehr viel anderes dazu sagen, als schon gesagt bzw. von Dir erkannt worden ist.
Nur zwei Dinge:
So, wie es Jordis vorschlägt, würde ich es auf keinen Fall sehen, und das wäre auch absolut nicht empfehlenswert. Denn wenn man alle Verantwortung nur auf andere abschiebt und immer die anderen die Blödmänner bzw. Blödfrauen sind, dann mag einen das zwar kurzfristig Erleicherung verschaffen, bringt einen aber kein Stück weiter und verhindert es, die Dinge realistisch (und damit lehrreich) zu sehen. Zudem wertet man durch die Abwertung anderer auch sich selber ab (denn wie blöd muß man selber sein, um auf einen solchen hinterhältigen und letztklassigen Blödmann auch noch hereinzufallen ...). Ein solches unrealistisches und einseitiges Verständnis würde Dir nur selber schaden. Nicht zuletzt müßtest Du auch Sorge habe, beim nächsten Mal womöglich wieder auf einen solchen Blödmann hereinzufallen, wenn Dir das schon einmal "gelungen" ist. Mit Blödheit hat das, von beiden Seite, wirklich nichts zu tun, sondern wohl vielmehr mit unterschiedlichen Interessen, Erwartungen und Ausgangspositionen.
Im Übrigen hätte eine solche Verschiebung der Veranwortlichkeit, worum immer es auch gehen mag, nichts anderes zur Folge, als daß man sich zwar freispricht, vielleicht sogar freifühlt, aber an die eigentlichen Hintergründe einer Situation gar nicht herankommt. Es wäre nicht anders, als würde man bei einer Medikamentenabhängigkeit sagen, die Tabletten oder der Arzt seien schuld ...
Das Zweite ist: Ein Eigentor wäre es auch, wenn Du, wie Blanca es Dir geraten hat, seine Frau kontaktieren und ihr gegenüber reinen Tisch machen würdest. Zwar könnte Blancas Rechnung aufgehen und Du würdest vielleicht nie wieder etwas von ihm hören - aber bei solchen Aktionen muß man auch die möglichen weitreichenden Folgen bedenken. Und ich bezweifle, daß man damit, ist man nicht von ganz abgebrühter Art, dann wirklich gut leben könnte. Es hilft ja wenig, wenn man zwar das Problem los ist, sich aber nicht mehr in den Spiegel schauen kann und sich selber jeder Würde und Selbstachtung beraubt.
(Wie Du geschrieben hast, hast Du das aber ohnehin nicht vor.)
Was die allgemeinen Diskussionen betrifft, ob der AM (oder die AF) hinterher ganz verkümmert oder es ihm / ihr ganz egal ist, wenn er / sie wieder im trauten Alltag landet, so muß man hier wohl zwischen zwei ganz verschiedenen Situationen unterscheiden.
Es gibt ja Affären, bei denen es sehr wohl um Liebe geht, auch um Visionen einer gemeinsamen Zukunft, um ernstere Absichten - und wenn so etwas dann scheitert, weil der Betreffende sich nicht aus der bestehenden Beziehung lösen kann, warum auch immer, dann wird er hinterher auch entsprechend verfallen und leiden und der verlorenen Möglichkeit auf ein neues Leben nachtrauern, vielleicht auch (wie jemand geschrieben hat, ich glaube Kätzchen) jahrelang oder gar lebenslang.
Bei anderen hingegen ist es so, daß diese den heimatlichen Hafen und die Affäre völlig voneinander abkoppeln können, auch gar nicht vorhaben, die bestehende Beziehung aufzugeben und in der Affäre nur das Vergnügen, die Abwechslung, das Aufregende, Abenteuerliche suchen. Und diese werden nach dem Ende der Affäre schlimmstenfalls kurzfristig einen gewissen Katzenjammer (oder Kätzchenjammer

) verspüren. Denn hier geht es ja nicht um den Menschen an sich, sondern mehr oder weniger allein um das Vergnügen - und das kann man sich ja auch sonstwo holen. Der Mensch ist in diesem Fall beliebig austauschbar, das Vergnügen ist das Wesentliche.
Liebe Grüße