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Hoher Bodycount - wichtig oder egal?

alleswirdbesser
Zitat von Blindfisch:
Den Gang zum Altar habe ich bisher vermieden.

Oh sorry, hatte das falsch auf dem Schirm. Ich werde nun auch auf ewig beim Status geschieden bleiben 😁

Da ich bisher keinen Partner mit hohem BC hatte/habe, kenne ich es gar nicht anders. Wobei beim FG weiß ich es nicht, was inzwischen auch egal ist. Im Grunde interessiert mich nur der Mann, mit dem ich zusammen bin.

#1381


alleswirdbesser
Zitat von Aiyla:
warum ein höherer Bodycount

Ich würde nochmal zwischen höher und hoch unterscheiden. Dass jemand, der nicht Jahrzehnte lang in einer Beziehung war, einen höheren BC hat, als jemand, der das war, ist für mich selbst erklärend. Zwischen höher und hoch liegen jedoch Welten.

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A


Hoher Bodycount - wichtig oder egal?

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W
Zitat von So-What:
Da muss ich Dir rechtgeben. Der aushäusige Sex war nicht mein größtes Problem nach der Affäre meines Ex-Mannes. Eher die Lügen und die Täuschung währenddessen, die Nicht-Kommunikation vorher, das Weglaufen vor Konflikten und Konfrontationen im Alltag.

Ich habe zu diesem Thema früher schon mehrmals etwas geschrieben, und es wird heute natürlich nicht besser gefallen wie damals.
Aber man kann realistischerweise ja nicht erwarten, dass jemand, der weiß, dass ihm die Rübe umgedreht wird, tischt er so mir nichts, dir nichts Wahrheiten dieser Art auf, und er vielleicht auch noch hochkant aus dem Haus und dem Leben geschleudert wird, mit eben dieser Wahrheit unter den gegebenen Umständen auch rausrückt.
Gut zu heißen braucht man das natürlich nicht, aber gerade darüber am meisten in Saft zu gehen, ist mir zwar verständlich, aber auf der anderen Seite doch auch fragwürdig, weil der Mensch eben der Mensch ist, und ein solcher wird nicht gerne in Krawall und allerlei Unannehmlichkeiten verwickelt, lässt es sich irgendwie vermeiden, und daher wird eben gelogen und getäuscht und in diesem Fall ja in erster Linie verheimlicht (und das ist durchaus etwas anderes als lügen im Übrigen).
Es ist nicht gut, es ist aber nachvollziehbar, scheint mir, und nicht so abwegig. Erst recht nicht, wenn für den Betreffenden diese außertourliche Geschichte womöglich gar nicht so wichtig ist, dass er dafür großartig etwas aufs Spiel setzen möchte.


Zitat von So-What:
Auch wenn für mich Sexbetrug nicht völlig bedeutungslos ist. Hier greift "leider" mein Besitzanspruch. Da kann man jetzt drüber diskutieren, ob das gut oder schlecht ist, aber ich bin halt auch nur ein Mensch.

Eben - Du bist auch "nur" ein Mensch. Und das ist ja auch gut so! Und in diesem Sinne sind alle Deine Empfindungen wie ebenso Deine "Besitzansprüche" natürlich auch zu respektieren.

Darum ging es mir aber auch gar nicht in erster Linie. Sondern mein zentraler Punkt war, weil ich das bis heute nicht verstanden habe, weshalb zwar viele, wenn nicht die meisten oft sogar ganz gut mit einer gewaltigen Liebes- und Lebenslüge leben können, ja diese oft sogar selber immer wieder geradezu beschwören, was die Liebe betrifft offenbar sogar ein komatöser Zustand bestehen kann, und es ist egal, kein Grund jedenfalls zu akuter Aufregung, aber ausgerechnet bei diesem sogenannten Fremdgehen gleich ein gewaltiges Feuer am Dach ist und das ganze Beziehungshaus niederbrennt wie eine Strohhütte. Gerade so, als hätte man zufrieden seinen gemütlichen Liebes-Dornröschenschlaf geschlafen und sei plötzlich von einem überdimensionalen Dorn in die raushängende Ferse gestochen worden.
Mir ist das wirklich seit jeher vollkommen unbegreiflich gewesen. Und wenn ich mir vorstelle, zwei Menschen sind einander in wahrhafter tiefer Liebe verbunden (was ja ein Ausnahmeglücksfall ersten Ranges ist, sollte so etwas überhaupt vorkommen), und einer der beiden erliegt dann mal einer Verlockung, dann ist es für mich vollkommen unvorstellbar, dass an etwas vergleichsweise derart Banalem wie Sex diese Liebe, diese Beziehung zugrunde gehen sollte.
Wenn diese Beziehung hingegen ohnehin nur noch ein trüber, mehr oder weniger ausgetrockneter und ausgefischter Tümpel ist, dann bitte. In dem Fall ist es ja auch nicht schade drum, und ihr sozusagen in diesem wütenden Aufflackern den Rest zu geben, ist dann ja egal.

#1383


W
Zitat von Fenjal:
Einerseits weisen Ehefrauen auf Werte und ihren moralischen Kompass hin, werten AF ab, betiteln sie als billig, oder sie hätten wenig Anspruch, was Männer anginge usw, es wird scharf verurteilt.

Naja, Fenjal, aber das fällt doch unter seelische Notwehr, oder? Lachendes Gesicht
Wenn da eine Ehefrau betrogen wird, wie man es nennt, und eine betrogene Ehefrau ist immer zugleich eine moralische Frau mit moralischen Ansprüchen, und das Selbstbewusstsein einen schweren Schlag in die Magengrube oder auch mitten ins Herzchakra abbekommt, dann muss die Affärenfrau, früher ja gleich Nebenbuhlerin genannt, zwangsläufig und ganz naturgemäß eine billige Schl.... sein, damit das eigene schwer mitgenommen Selbstbewusstsein ihre Inhaberin trotz allem weit über eben diese fürchterliche Affärenschl... hinaushebt. Und womit sonst als mit Moral könnte hier auch gewütet und argumentiert und gemessen werden? Mit Bettkunststückchen oder Farben und Formen wäre in dem Fall wohl völlig fehl am Platz (obwohl es an sich ja das Naheliegendste wäre).
Und diese generelle "scharfe Verurteilung" rührt einfach von einem (latenten) Bedrohungsgefühl her, von der eigenen Angst, der Mann könne fremdgehen, oder gar von der heimlichen Sehnsucht nach eigenen, nicht geduldeten, gewagten Abenteuerlichkeiten. Kann alles sein. Es gibt ja sehr vielfältige und teilweise auch völlig verworrene Selbstschutzmechanismen, die oftmals nicht einmal untereinander klarkommen.
Die erstaunlichste Kapriole in diesem Zusammenhang scheint mir jedenfalls die zu sein, wenn der Mann dann als der ärgste Halunke und Idiot und H....sohn usw., als das Letzte und Allerletzte auf jeden Fall, verstanden und dargestellt wird, aber ihm dann letztlich Tür und Tor und Bettdecke doch wieder geöffnet werden mit guter Miene. Wie sich das ohne Imageverlust vor sich selber unter einen Hut bringen lässt, ist mir ein Rätsel.
Aber dennoch - nichts einzuwenden dagegen. Der Mensch ist ja nicht umsonst eben der Mensch.



Zitat von Blind-Meg:
Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass es vielen eben mehr darauf ankommt, einen schönen Schein darzustellen (auch vor sich selbst) statt wirkliche Substanz und Aufrichtigkeit. Hauptsache die Nachbarn merken nichts und Hauptsache man selbst kann so tun, als würde man ebenfalls nichts merken. Und Hauptsache die Illusion einer Ehe bleibt aufrecht.
Ich sagte ja vor einigen Seiten schon, dass ich der Ansicht bin, die meisten Beziehungen dümpeln so vor sich hin und man hat sich "arrangiert", hat sich eigentlich nichts mehr zu sagen, ist aber auch nicht schlimm genug und so schön bequem, dass man einfach da bleibt.

Ja, genau diesen Eindruck habe ich auch. Die Ehe samt gepflegtem Schein ist halt der Doktortitel unten den verschiedenen Arten von Beziehung, und den legt man nicht gerne ab, will zugleich aber auch nicht blöd und mehr oder weniger vernichtet dastehen.
Es mag ja in den meisten Fällen mit einer gewissen Verliebtheit beginnen. Aber wenn sich die Liebes- und Begehrensgefühle dann im Lauf der Zeit verziehen, die Echtheit sozusagen verstorben ist, bleibt halt auch nichts anderes mehr als der Schein, bleibt nichts mehr als alle möglichen Fassaden auf Liebe und Glück zu polieren und zu schmücken. Die notwendigen Präsentationspflichten will man da keineswegs vernachlässigen, auch wenn in den Innenräumen schon alles vermorscht und zerfressen und verfallen ist. Und da das ja viele, die meisten so machen, es praktisch genau so der allgemeine Brauch ist, fällt das auch gar nicht weiter auf und bleibt im Stillschweigen hingenommen.

Ich muss aber sagen, dass ich dafür durchaus Verständnis habe. Denn das Konzept Ehe ist ja kein Konzept der Liebe, sondern des Formalismus und der Lebenspraxis (die offenbar da und dort nach wie vor vorteilhaft erscheint). Durchaus vergleichbar mit den früheren Zuständen, wo romantische Gründe zum Zweck der Ehegründung ja gar nicht vorgekommen sind, die Beteiligten zumeist ja auch keinerlei Mitspracherecht hatten, sondern die Ehen gewissermaßen fremde Stifter, meist die Eltern, hatten. Zu diesen Zeiten brauchte dann natürlich auch gar nicht großartig etwas vorgegaukelt zu werden.
Heute allerdings, wo ja die Liebe Stifterin und Erhalterin der Ehe sein soll, kann und darf die banale und bisweilen sogar brutale und selbstmörderische Wahrheit nicht nach außen durchdringen. Sonst erschiene dieses desaströse Zweiergespann ja als etwas durch und durch Gescheitertes, als ein fulminanter Liebestotalschaden - und das will und muss natürlich verhindert und verborgen werden.

Das Problem, scheint mir, ist eben, dass das Konzept Ehe, wie gesagt, seiner Natur nach ja gar nichts mit Liebe zu tun hat, aber aus mir unbekannten Gründen dennoch offenbar so aufgefasst und oft ohne Rücksicht auf Verluste auch durchgezogen und durchgehalten wird.
Irgendwann wird man sich wohl entscheiden müssen: Entweder Liebe oder eben Ehe. Was davon soll als Grundlage dienen für Zweiergespanne? (Wobei das Einfachste natürlich wäre: Ehe (oder feste Partnerschaft) als Basis, alles andere beidseits frei flottieren lassen, wie es eben kommt - aber das ist für die Meisten, die ja an nichts besser gewohnt und angepasst sind als an die umfassende Unfreiheit, wohl ein Ding der Unmöglichkeit, wiewohl ich überzeugt bin, dass sich genau das irgendwann auch durchsetzen wird als das stabilste und ehrlichste und sinnvollste Lebenskonzept hinsichtlich gemeinsamer Lebensbewältigung, weil alles andere schlicht und einfach nicht mehr haltbar ist.)

#1384