Zitat von Fenjal: Verantwortung teilen, sich umeinander sorgen, gemeinsam Lösungen finden und den anderen mit all seinen Unzulänglichkeiten gut ertragen können, das ist Liebe.
Vor allem gehört der andere mir nicht, er ist keine Kommode, die im Eßzimmer steht und die nur ich abstaube.
Das, und was Du ansonsten dazu geschrieben hast, kann ich nur unterschreiben.
So sehe ich diese Dinge auch.
Liebe - oder sonst ein Gefühl - lässt sich nicht vertraglich oder sonstwie fixieren, auch nicht "versprechen", sondern wenn, dann werden beide zusehen müssen, sie lebendig zu erhalten.
Zitat von Fenjal: Er kann seine Freizeit verbringen wie er es möchte, er muss mir keinen Rapport geben.
Denn wenn er mich liebt, wird er nichts tun, was mich verletzen könnte und deshalb lege ich niemals "Ketten" an und brauche weder Zettel mit Unterschriften noch nach außen irgendwelche Demonstrationen die ein Paarsein bekunden.
Tja, manche all dieser im wahrsten Sinne des Wortes schrecklich Liebenden scheuen ja nicht einmal vor heimlichen Handy-, PC- und sonstigen Kontrollen zurück.
Das sind dann wohl schon die obersten Schubladen gelebter Liebe ...
Zitat von Fenjal: Moralische Maßstäbe weden immer dann heruntergebrochen wenn es um persönliche Vorteile geht.
Naja, aus der Not eine Tugend gemacht und aus der Tugend eine Not.

Moral ist ja immer das, was man gegen andere ins Feld führen kann, ohne sich dabei selber zu beschmutzen.
Anders gesagt: Moral ist der Giftstachel der ansonsten Hilflosen. Und als ernsthaftes Argument natürlich immer unbrauchbar.
Zitat von Fenjal: Um dann noch geradeaus gehen zu können, besetzt man Therapiestuben, die diese abgefahrenen Fassaden-Ehen irgendwie lebbar machen sollen.
Ja, was heutzutage so alles zur "Therapie" gebracht wird, das ist schon äußerst bemerkenswert! Kein toter Hund, mit dem es nicht versucht werden würde, und dazu selten ein Therpeut, der den toten Hund auch gleich oder überhaupt als toten Hund benennen würde.
Überhaupt Therapie ... wenn ich das schon höre! Es gibt heute ja schon mehr Therapien als Krankheiten, und wo zwar eine Therapie, aber noch keine Krankheit, dort muss halt rasch eine aus dem Boden gestampft werden, die dann zur zunächst verwaisten Therapie zumindest halbwegs passt.
Ich kann mir nicht helfen: Aber seit der längsten Zeit habe ich den Eindruck, die Menschen haben das wahre, blutvolle, vitale, natürlich auch wechselhafte und da und dort riskante Leben schon vollkommen verlernt und geistern nur noch als Hochempfindlichkeitssensoren in allerlei aufgeblähten Theoriepalästen herum. (Ausnahmen natürlich vorkommend.)
Anstatt dass die Menschen ihr ja sehr kurz befristetes Leben feiern, am besten Tag für Tag, sind sie oftmals mit den absolut banalsten und nebensächlichsten Dingen beschäftig von früh bis spät, als wäre da schon längst irgendwo ein Kummer- und Bekümmernis-Goldrausch ausgebrochen.
Aber mein Kernpunkt war ja: Warum Liebe und Liebesbetrug und Liebesverschwinden und Liebesuntergang mehr oder weniger völlig wurscht, Sex-Betrug hingegen eine Katastrophe und ein halber oder auch ganzer Weltuntergang. Da stimmt für mich etwas in der Gewichtung gewaltig nicht. Am erstaunlichsten ja noch dort, wo ein Paar schon seit 25 Jahren keine Sex mehr hatte, aber wenn einer von beiden dann doch wieder mal Sex hat, mit jemand anderem, stürzt dennoch die Welt zusammen. So weit muss man ja erst einmal kommen in der Kunst der Verschrobenheit!