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Hoher Bodycount - wichtig oder egal?

Y
Natürlich gibt es das alles, was ich schreibe, gedanklich auch in den älteren Semestern. Aber nicht so gehäuft. Ich denke generell hat sich die Gesellschaft langsam doch verändert.
Das wurde ja auch Zeit.
Oft sind das dann aber Menschen aus dem sozialen Bereich. So bisher meine eigen Bestandsaufnahme. Die ja auch immer nur ein Teil des Ganzen ist. Ich kenne natürlich nicht alle. Doch progressiv offen und kooperativ pro Gleichstellung (nicht Gleichmachung) erlebe ich Menschen aus diesem Bereichen schon eher, als die klassischen Banker und CEOs.
Das war aber von der Tendenz schon im Vorfeld der momentanen gesellschaftlichen Veränderungen so. Nicht erst bei der Generation um die Vierzig.

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Y
Zitat von ElGatoRojo:
Letztlich bedingt kinderloses Zusammenleben von Frau und Mann keine Ehe.

Hallo, ElGatoRojo, guten Tag, ich denke, heutzutage bedingen auch Kinder keine Ehe. (mehr)
Zumindest sollte es in Zukunft so sein. Für die, die es so möchten.
Ein anderes Modell, auf gemeinsamer Verantwortung kann man leben.
Kinder gemeinsam erziehen. Das machen ja auch heute Menschen, wenn das Ehemodell sich für beide Partner als Grundlage erledigt hat. Sie erziehen ihre Kinder dann ohnehin ohne Schein.
Auch, wenn die Paarbeziehung aus Nicht-Passung vergangen ist.

x 1 #2897


A


Hoher Bodycount - wichtig oder egal?

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Worrior
Vielleicht passt das bisherige Modell "Ehe" tatsächlich nicht mehr in unsere jetzige Zeit.
Von der gesellschaftlichen bis zur jiristischen Auslegung sollte man das vielleicht total neu überdenken.
So sehr man auch über @Fenjal schimpfen mag mit ihren progressiven Aussagen, sie hat in vielen Dingen nicht unrecht.
Nicht dass ich so eine Änderung möchte, aber es ist mittlerweile gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich so viel niedergebrannt worden dass ein Update angebracht wäre.

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Balu85
Zitat von Yassa:
Hallo Balu, guten Tag. Ich denke, ich drücke es anders aus. Es geht nicht um "Vorteil". Vorteil drückt irgendwie aus, dass dann auch jemand einen Nachteil hat?

Hallo Yassa, danke erst einmal für die Antwort. Ja Vorteil klingt ein wenig so. Aber ob die Männer das dann auch unbedingt als Nachteil empfinden weiß man ja auch nicht. Ich persönlich denke ja das im Rahmen einer Beziehung es immer irgendwie ein Geben/Nehmen ist und jeder mal seine eigenen Bedürfnisse zurücksteckt. Dabei sollte aber weder irgendwie aufgerechnet werden (sobald das jemand macht, gibt es ja schon eine gefühlte Schieflage). Aber wenn der Partner oder die Partnerin in erster Stelle als Mensch betrachtet wird (was er/sie ja unweigerlich ist) dann sehe ich irgendwie auch keine Notwendigkeit das ein Geschlecht dem anderen irgendwie vorrangig ermöglicht Raum für sich zu haben. Nicht weil er/sie diesen nicht braucht oder haben darf, sondern weil ich denke das dies eigentlich automatisch passiert. Oder anders gesagt passieren sollte.
Aber die Frage ist halt auch was er/sie daraus macht.
Zitat von Yassa:
Ich habe momentan eher den Kontakt zu der männlichen Seite durch eine kleine Gruppe, die sehr progressiv ist und kann daher über die einzelnen Partnerinnen nichts sagen. Aber ich hoffe, die Partnerinnen sehen das auch so. Diese erwarten kein finanzielles "Getragen-werden".

Ich bin immer wieder verwundert das es fast immer auf das Thema Finanzen hinausläuft. Möglich das es an meinem Umfeld liegt, aber "Der Mann schafft das Geld ran, die Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder" ist eine Konzept welches ich zwar kenne aber nur sehr selten erleben. Ich dachte da eigentlich eher an z.B. Freiraum für Freizeitaktivitäten...keine Paar oder Familiendinge sondern etwas was jeder nur so für sich hat. Entfaltung gibt es ja nicht nur im beruflichen Umfeld. Eigenen Intressen nachgehen kann auch wichtig sein. (vorausgesetzt man hat welche)
Und nicht selten scheint es unterschiedliche Wahrnehmungen zu geben. Wenn eine Person sagt "ich tue dies oder das für dich/unsere Zukunft" ist es für die andere manchmal Person garnicht so....diese denkt das das der Andere eigenen Interessen nachgeht.

Mag sein das ich falsch liege, aber ich denke das viele Menschen bei der Partnerwahl das Gleichgewicht zwischen "Anziehung und Vernunft" nicht haben. Manche gehen nur nach Anziehung, wissen das er/sie überhaupt nicht passt und fallen damit immer wieder auf die Schnauze. Andere sagen sich "naja...ist jetzt nicht so ganz mein Typ aber er/sie will das gleiche vom Leben" (ich glaub in RP Kreisen wären das bei den Männern die Betas). Letzteres läuft dann immer so lange ganz gut bis der gemeinsame Lebensplan schwierig wird. Oder Veränderungen eintreten die zusätzliche Belastungen zur Folge haben.

#2899


Y
Zitat von Balu85:
Aber wenn der Partner oder die Partnerin in erster Stelle als Mensch betrachtet wird (was er/sie ja unweigerlich ist) dann sehe ich irgendwie auch keine Notwendigkeit das ein Geschlecht dem anderen irgendwie vorrangig ermöglicht Raum für sich zu haben.

Hallo Balu, ich nehme mir diesen Gedanken raus, um ein bisschen zu verdeutlichen. "Sie" also die "Männer" der Beziehung sehen das nicht als - ihr etwas vorrangig möglich machen- weil sie eine Frau ist. Sie wollen sich selbst entfalten dürfen, so wie sie leben mögen. Sie wollen aber genauso, eine glückliche Partnerin, die sich selbst bestimmen kann, beruflich, gesellschaftlich. So wie ich es mitbekomme - und das ist nur ein kleiner Part aus gemeinsamen Gesprächen, ist Partnerschaft nur noch EIN Zweig eine erfüllten Lebens. Dazu gehören für diese Männer genauso ihre Freunde, ihr Beruf, UND ihre Partnerin. Es sind gleichrangige Stränge. Beziehung an sich ist nicht mehr der Hauptpart. Diese Männer wollen sich auch persönlich entwickeln, ganz harte Karriere - sozusagen durchgeschunden für Geld und Haus ist nicht mehr der Antrieb.
Es ist ehr wie ein Dreigestirn. Partnerschaft ist eine Säule dieses Gestirns. Aber nicht mehr allein die Wichtigste.

#2900


ElGatoRojo
Zitat von Balu85:
Ich persönlich denke ja das im Rahmen einer Beziehung es immer irgendwie ein Geben/Nehmen ist und jeder mal seine eigenen Bedürfnisse zurücksteckt.

🎯👍

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Blind-Meg
Zitat von Yassa:
Sie mitteln es aus. Versuchen eine Lösung für beide, PRO gemeinsamer Beziehung zu finden.


Zitat von Yassa:
Sehen sich selbst und auch ihre Partnerin als erstes als Mensch, mit dem es sich lohnt gemeinsam in Beziehung zu sein.


Zitat von Yassa:
Im Grunde sind sie zwar IN Beziehung, bleiben aber trotzdem sehr eigenständige, finanziell unabhängige Menschen.

Ist das nicht irgendwie Basics? Ich könnte gar keine Beziehung führen, die anders wäre.

x 1 #2902


Balu85
Zitat von Yassa:
So wie ich es mitbekomme - und das ist nur ein kleiner Part aus gemeinsamen Gesprächen, ist Partnerschaft nur noch EIN Zweig eine erfüllten Lebens.

Jetzt muss ich mal nachfragen....von welcher Altersklasse reden wir hier? Sind das eher so Beziehung die schon sehr lange bestehen oder Partnerschaften nach z.B. einer gescheiterten Ehe? Haben sie gemeinsame Kinder?

Ich könnte mir vorstellen, je weniger unauflösbare oder zumindest schwer lösbare Verbindungen oder "Abhängigkeiten"es gibt (familär, wirtschaftlich) um so mehr hat man auch einen Blick auf den Partner oder die Partnerin die eigenen Bedrüfnisse und die des Anderen.

#2903


NurBen
Zitat von Arev87:
Du wirfst Feministinnen ‚Cherry-Picking‘ vor, begehst dabei aber einen massiven Denkfehler nach dem anderen:
Dating ist keine Politik:

Habe ich auch nie behauptet. Bei deiner Aussage ging es auch nicht um Politik, sondern Zitat von dir "patriarchalische Rollenbilder".
Mein Argument war lediglich, dass gerne auf "patriachalische Rollenbilder" festgehalten wird, sofern es denn der Frau genehm ist. Sprich "Mann als Versorger".
Zitat von Arev87:
Die Wehrpflicht-Mücke: Dass die Wehrpflicht historisch nur Männer betraf, ist kein Produkt des Feminismus, sondern das Paradebeispiel des alten Patriarchats

Auch das habe ich nicht behauptet, sondern lediglich dass es sich um eine strukturelle Benachteiligung von Männern handelt.
Zitat von Arev87:
Verharmlosung von Gewalt: Das Herbeireden von #MeToo als Debatte über ‚unerwünschte Komplimente‘ verharmlost den Kern der Sache.

Vollkommen richtig und stimme dir sogar zu. Die Debatte wurde aber aus "eigenen Kreisen" ins Lächerliche gezogen.
Wenn sich Leute hinstellen und bspw. missglückte Flirtversuche von Männer gleichstellen mit sexuelle Belästigung oder gar sexuelle Gewalt... sorry, aber wer soll das denn ernst nehmen.

#2904


Fenjal
Zitat von Yassa:
Diese erwarten kein finanzielles "Getragen-werden". Sie bleiben vermutlich sehr eigenständige Personen. Finanziell aufgestellt, als einzelne rechtliche Personen. So nehme ich das wahr. Also wenn überhaupt noch Ehe, dann eigene Namen beibehalten, eigene Konten, eigene Verträge. Aber Ehe auch nicht mehr unbedingt. Das Modell ist in diesem progressiven Kreisen nach meinem Eindruck eher obsolet und aus einer alten Zeit.

👆 völlig, richtig, meine Rede.
Männer werden nicht zu Versorgern gemacht und Frauen nicht zu Kümmerern.

Weg von der Ehe, hin zur Verantwortungsgemeinschaft.
Eigene Konten, Individualität, Freiräume, dennoch übernimmt man Verantwortung für den anderen, Unterstützung und Verlässlichkeit stehen im Mittelpunkt.

Ehe verliert an Exklusivität, die Scheidungsraten steigen, wirtschaftliche Abhängigkeit der Frau geht zurück.
Weg mit eingeschränkter Entscheidungsfreiheit, traditionelle Rollenbilder konservieren alte Abhängigkeiten.
Gewohnheit hat mit Vernunft nichts gemeinsam.
Talente nach Geschlecht,.. der Uterus....ist entscheidend für gute Sorgearbeit..., anstatt nach Fähigkeiten zu verteilen ist falsch.
Ein Mann kann ein besserer Kümmerer sein als eine Frau und eine Frau die bessere Versorgerin, weil der Job ihr mehr gibt als Brei zu kochen.
Zukunft wird so verteidigt, anstatt Vergangenheit.

#2905


NurBen
Zitat von Arev87:
Solange Frauen in Deutschland im Schnitt spürbar weniger verdienen als Männer, ist die Entscheidung, dass der Hauptverdiener nach der Geburt Vollzeit weiterarbeitet, für viele Paare schlichte ökonomische Notwendigkeit, um die Miete zu zahlen.

Ist ja ein selbstgemachtes Problem, wenn Frauen lediglich Männer daten die gleich oder mehr verdienen als sie selbst.
Die Lösung ist doch relativ einfach: Warum daten gutverdienende Frauen die ihre Karriere vorantreiben wollen, keine Männer die deutlich weniger verdienen und gerne Hausmann oder in Teilzeit gehen?

#2906


FloraVita
Zitat von Worrior:
Vielleicht passt das bisherige Modell "Ehe" tatsächlich nicht mehr in unsere jetzige Zeit. Von der gesellschaftlichen bis zur jiristischen Auslegung sollte man das vielleicht total neu überdenken. So sehr man auch über @Fenjal schimpfen mag mit ihren progressiven Aussagen, sie hat in vielen Dingen nicht ...


Die Zeit machen wir, Menschen. Du, ich und jeder einzelne da draußen. Sie fällt uns nicht einfach gottgegeben auf den Kopf.
Wenn Menschen die (familiäre) Werte haben sich den lauteren "progressiven" anpassen, dann haben wir den "Salat"
Meine Vorbilder sind meine Eltern, die seit über 50 Jahren verheiratet sind und mindestens so lange zusammen durch dick und dünn gehen, so wie viele andere in meinem Umfeld auch. Und nicht irgendwelche Fenjals dieser Welt, mit ihrem gestörten bzw nicht vorhandenen Bindungsvermögen.

x 1 #2907


Fenjal
@FloraVita die Fenjals dieser Welt konservieren alte Rollenbilder nicht, in denen die wirtschaftliche Abhängigkeit der Frau weiter zementiert wird.
Du verwechselst Nostalgie mit Fortschritt.
Eine Gesellschaft entwickelt sich nicht weiter wenn sie starre Rollenbilder für alternativlos hält.
Du verteidigst Vergangenheit statt Zukunft.

Meine Oma hat mir mit auf den weg gegeben,... Mädel, lass dich nie von einem Mann zu einer armen Frau machen....
Sie war ein älterer Jahrgang und hatte unbewusst mehr Feminismus in ihrem Handeln und Denken als so manche Userin hier.

#2908


Balu85
Zitat von Fenjal:
Weg von der Ehe, hin zur Verantwortungsgemeinschaft.
Eigene Konten, Individualität, Freiräume, dennoch übernimmt man Verantwortung für den anderen, Unterstützung und Verlässlichkeit stehen im Mittelpunkt.

Aber all das hat doch mit der Ehe nichts zu tun....man kann verheiratet sein und dennoch getrennte Konten, jeder seine Freiräume usw. Die Ehe ist ja im Grunde nur eine Möglichkeit der einen rechtlichen Rahmen bildet.
Zitat von FloraVita:
Meine Vorbilder sind meine Eltern, die seit über 50 Jahren verheiratet sind und mindestens so lange zusammen durch dick und dünn gehen, so wie viele andere in meinem Umfeld auch.

Ja, hört man auch oft. Aber es wird ja auch nicht selten gesagt das dass nur der Fall ist (oder oft) weil die Frauen ja gar keine andere Möglichkeit hatten als bei ihrem Mann zu bleiben.

#2909


Arev87
Zitat von NurBen:
Ist ja ein selbstgemachtes Problem, wenn Frauen lediglich Männer daten die gleich oder mehr verdienen als sie selbst. Die Lösung ist doch relativ ...

Deine ‚einfache Lösung scheitert leider krachend an der Realität der soziologischen Forschung.
Du versuchst hier, ein handfestes, strukturelles Problem des Arbeitsmarktes zu einem privaten Dating-Problem von Frauen umzudichten.
Wenn wir uns nämlich mal echte Daten anschauen – zum Beispiel aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) des DIW Berlin oder vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) –, sehen wir:

Es ist kein Dating-Problem, sondern eine strukturelle Falle. Paare wollen vor den Kindern oft Gleichberechtigung, fallen aber nach der Geburt wegen des Gender Pay Gaps und des Ehegattensplittings fast automatisch in das Zuverdienstmodell zurück, weil es rein ökonomisch die Miete sichert.

Und was deinen Vorschlag angeht, dass gutverdienende Frauen einfach Männer daten sollen, die weniger verdienen:
Auch dazu gibt es eindeutige Wissenschaft.
Eine bekannte Langzeitstudie der Harvard University (von Alexandra Killewald) mit über 46.000 Paaren zeigt, dass das Scheidungsrisiko signifikant steigt, wenn der Mann nicht der Hauptverdiener ist oder nicht Vollzeit arbeitet.
Ergänzend dazu hat eine Studie der University of Bath (Dr. Joanna Syrda) herausgefunden, dass das psychische Stresslevel von Ehemännern messbar ansteigt, sobald die Frau mehr Geld nach Hause bringt als sie selbst – weil das traditionelle Rollenbild des "Ernährers" eben immer noch tief in den männlichen Köpfen verankert ist.
Es sind also ganz oft die Männer, deren Ego mit einer erfolgreicheren Frau strukturell überfordert ist.

Die Verantwortung für den systemischen Nachholbedarf bei der Lohngleichheit darauf abzuwälzen, wen Frauen daten, ist angesichts dieser Faktenlage ein ziemlich billiges Ablenkungsmanöver.

#2910


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