Zitat von NurBen:Ist ja ein selbstgemachtes Problem, wenn Frauen lediglich Männer daten die gleich oder mehr verdienen als sie selbst. Die Lösung ist doch relativ ...
Deine ‚einfache Lösung scheitert leider krachend an der Realität der soziologischen Forschung.
Du versuchst hier, ein handfestes, strukturelles Problem des Arbeitsmarktes zu einem privaten Dating-Problem von Frauen umzudichten.
Wenn wir uns nämlich mal echte Daten anschauen – zum Beispiel aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) des DIW Berlin oder vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) –, sehen wir:
Es ist kein Dating-Problem, sondern eine strukturelle Falle. Paare wollen vor den Kindern oft Gleichberechtigung, fallen aber nach der Geburt wegen des Gender Pay Gaps und des Ehegattensplittings fast automatisch in das Zuverdienstmodell zurück, weil es rein ökonomisch die Miete sichert.
Und was deinen Vorschlag angeht, dass gutverdienende Frauen einfach Männer daten sollen, die weniger verdienen:
Auch dazu gibt es eindeutige Wissenschaft.
Eine bekannte Langzeitstudie der Harvard University (von Alexandra Killewald) mit über 46.000 Paaren zeigt, dass das Scheidungsrisiko signifikant steigt, wenn der Mann nicht der Hauptverdiener ist oder nicht Vollzeit arbeitet.
Ergänzend dazu hat eine Studie der University of Bath (Dr. Joanna Syrda) herausgefunden, dass das psychische Stresslevel von Ehemännern messbar ansteigt, sobald die Frau mehr Geld nach Hause bringt als sie selbst – weil das traditionelle Rollenbild des "Ernährers" eben immer noch tief in den männlichen Köpfen verankert ist.
Es sind also ganz oft die Männer, deren Ego mit einer erfolgreicheren Frau strukturell überfordert ist.
Die Verantwortung für den systemischen Nachholbedarf bei der Lohngleichheit darauf abzuwälzen, wen Frauen daten, ist angesichts dieser Faktenlage ein ziemlich billiges Ablenkungsmanöver.