Zitat von Arev87: Paare wollen vor den Kindern oft Gleichberechtigung, fallen aber nach der Geburt wegen des Gender Pay Gaps und des Ehegattensplittings fast automatisch in das Zuverdienstmodell zurück, weil es rein ökonomisch die Miete sichert.
Paare wenden das Zuverdienstmodell an, weil sie den voll bezahlt arbeiten lassen, bei dem es sich mehr lohnt. Das ist in den meisten Fällen der Mann -- und in den meisten Fällen ist dieser Mann auch von der Frau wegen seiner Skills ausgewählt. Paaren ist dabei des Hemd näher als der Rock und das wirtschaftliche Überleben wichtiger als die Erfüllung der femministischen Erwartungen.
Zitat von Arev87: dass die gemeinsame Care-Arbeit in einer Partnerschaft über Gesetze wie den Versorgungs- und Zugewinnausgleich verbindlich und fair abgesichert ist.
Zugewinnausgleich bei Scheidung als Beispiel? Ansonsten willst du ja wohl hoffentlich nicht darauf hinaus, dass jedes Paar einen täglichen Care-Arbeits-Erledigungsnachweis zu führen hat, sondern dass es langt, wenn sich beide miteinander einigen
Zitat von Blind-Meg: Weil es kaum solcher Männer gibt. Was wiederum daran liegt, dass du und andere Ewiggestrige den Männern einreden, dass keine Frau so einen Mann attraktiv finde.
Wenn doch aber mindestens 1,80 m gewünscht wird und ein eher höheres Gehalt -- wer hat es "den Frauen" denn eingeredet?
Zitat von Arev87: Frauen verdienen im Schnitt immer noch weniger. Wenn eine erfolgreiche Frau einen Mann datet, der noch weniger verdient, löst das das strukturelle Problem bei der späteren Kinderbetreuung und Elternzeit für die breite Masse der Gesellschaft genau gar nicht.
Nö, höchstens für das betreffende Paar.. Und? Gibt vermutlich bereits ein paar solcher Einzelfälle. Im Grunde Rundungsdifferenz des gesellschaftlichen Mainstream. Kommt vor, ist aber nur wenig relevant. Anekdotisch
Zitat von Arev87: Soziologische Forschungen (u.a. von Zentner und Mitura) zeigen sogar ganz deutlich: Je gleichberechtigter eine Gesellschaft ist und je besser Frauen selbst verdienen, desto unwichtiger wird der Status des Mannes bei der Partnerwahl.
Das läßt sich denken und hat eine gewisse Logik. Der Haken ist nur = wer bekommt die Kinder? Kann man wohl nichts bei ändern? Also muss man das auch weiterhin berücksichtigen - das Kind und die emotionalwen und finanziellen Folgen
Zitat von Arev87: Das Ziel muss sein, dass Care-Arbeit und Erwerbsarbeit so flexibel und fair miteinander vereinbar sind, dass niemand – weder Vater noch Mutter – durch die Entscheidung für Kinder strukturell ruiniert wird.
Siehe auch oben. Eine Mehrzahl der Ehen wird nicht geschieden, sondern endet mit dem erst Tod. Hier ist die Frage der Benachteiligung durch Care-Arbeit zumindest bis zum Todeszeitpunkt des ersten Partners irrelevant, da sich beide einigen können. Über die Bedingungen von Witwen- und Witwerrenten kann man ja diskutieren. Problem werden die ganzen Beziehungen Unverheirateter sein mit unklaren Rechtsfolgen und Erwartungen (z.B. auch bei Alleinerziehenden). Vielleicht wäre mal sinnvoll, konkrete Rechtsfragen und gewünschte Regelungen von feministischer Seite darzulegen statt allgemeinen Worten über Benachteiligung.