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Hoher Bodycount - wichtig oder egal?

Arev87
Und dieser soziale Kahlschlag ist erst der Anfang. Wenn bestimmte völkisch-nationalistische und rückwärtsgewandte Kräfte an die politische Macht kommen, wird sich die Situation für Frauen noch einmal drastisch verschärfen. Hinter deren vermeintlich familienerhaltender Rhetorik steckt nämlich kein echtes Interesse an moderner Entlastung, sondern das handfeste Ziel, Frauen durch den gezielten Abbau von staatlicher Betreuungsinfrastruktur und die Streichung von Gleichstellungsförderung ganz bewusst wieder an den heimischen Herd zurückzudrängen.

#3121


ElGatoRojo
Zitat von Blind-Meg:
Wollte nur einen Beitrag leisten zu der Frage, ob Autofahren männlich ist.

Spare dir doch solche Nebelkerzen. Selbst wenn - hast du nicht auch inzwischen die Erfahrung gemacht, dass webliche Autofahrerinnen ebenso agressiv und rücksichtslos unterwegs sein können? Also was soll das versteckte Bashing

#3122


A


Hoher Bodycount - wichtig oder egal?

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Blind-Meg
Zitat von ElGatoRojo:
Spare dir doch solche Nebelkerzen. Selbst wenn - hast du nicht auch inzwischen die Erfahrung gemacht, dass webliche Autofahrerinnen ebenso agressiv ...

Welches "versteckte Bashing" bitte? Liest du Gespenster?
Es wurde die Hypothese aufgestellt, Autofahren sei männlich. Jemand schrieb, das so noch nie beobachtet zu haben. Und darauf schrieb ich, dass, wenn Mann + Frau gleichzeitig im Auto sitzen, öfter der Mann fährt und die Frau beifährt als umgekehrt.
Wo zur Hölle ist da Bashing? Wo?

Und selbst wenn ich jetzt schreibe, dass ich häufiger Männer aggressiv fahren sehe als Frauen, wäre das immer noch kein Bashing, sondern einfach eine subjektive Beobachtung.

#3123


FloraVita
Zitat von Arev87:
Und dieser soziale Kahlschlag ist erst der Anfang. Wenn bestimmte völkisch-nationalistische und rückwärtsgewandte Kräfte an die politische Macht kommen, wird sich die Situation für Frauen noch einmal drastisch verschärfen. Hinter deren vermeintlich familienerhaltender Rhetorik steckt nämlich kein echtes ...


Warum wollen sie das?

x 1 #3124


Arev87
Zitat von FloraVita:
Warum wollen sie das?

Warum die das wollen?
Weil es eins zu eins in deren offiziellen Programmen steht.
Das Ziel dieser rückwärtsgewandten Politik ist ein rein völkisch-nationalistisches Familienbild, das auf der vermeintlich ‚traditionellen Familie‘ als Keimzelle der Nation beharrt. Für ein solches Weltbild sind erwerbstätige, unabhängige Frauen ein Störfaktor. Deshalb fordern sie ganz offen eine "Willkommenskultur für Neugeborene" – allerdings primär durch die Re-Traditionalisierung der Geschlechterrollen.
Dahinter steckt die krude Logik: Wenn man die staatliche Kinderbetreuung zusammenstreicht und Frauen den Zugang zu gleichberechtigter Karriere erschwert, "lösen" sich zwei Fliegen mit einer Klappe – die Geburtenrate der eigenen Bevölkerung soll steigen, und die Frau übernimmt wieder kostenlos die unbezahlte Care-Arbeit, die der Staat sich dann spart.

Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern offen nachzulesende Programmatik. Es geht um die ideologische Kontrolle über Lebensentwürfe und die Rückabwicklung feministischer Errungenschaften der letzten 50 Jahre.

#3125


T
Zitat von Hansl:
Naja, was nützt Kindergeld?

Geld nützt Familien am meisten. Man kann nämlich selber entscheiden, wofür man es einsetzt.
Zitat von Hansl:
Wird oft weitreichend missbräuchlich abgezogen.

Missbrauch ist schlimm. Am meisten leiden diejenigen, die es regulär beziehen.
Zitat von Hansl:
Kinder als Einnahmequelle zudem.

Also, zum Einen ist Kindergeld nur der Ausgleich für Steuern, die man für Kindernahrung, -kleidung, -bücher, etc. dem Staat zahlt. Er ist so großzügig Ausgaben für Kinder nicht extra zu besteuern. Zum anderen würde ich gerne wissen wie man von 259 Euro pro Kind überhaupt irgendetwas reißen soll? Ich rede jetzt nicht von Missbrauch in großem Stil, wie in deinem verlinkten Artikel, der natürlich unterbunden gehört.
Zitat von Hansl:
Ich finde: Kostenlose Förderung, Unterstützung anstatt Geld.
Natürlich kontrolliert und an Leistung und Fortschritt.

Finde ich nicht gut, siehe die Punkte oben. Kindergeld ist ein Ausgleich für zu viel gezahlte Steuern. Ich möchte selbst entscheiden, was ich wofür ausgebe und brauche Vater Staat nicht dafür. Wer sagt denn, welche Förderung gut ist? Welche Unterstützung braucht man? Welche Leistung ist angemessen? Wer beurteilt Fortschritt? Das wissen die Millionen von Familien individuell am besten für ihre Kinder.


Zitat von Arev87:
Dass es auch im Westen anders geht, zeigen die skandinavischen Länder. Dort wird durch exzellente, staatliche Sozialsysteme und echte Vereinbarkeit bewiesen, dass höhere Geburtenraten möglich sind, wenn die Infrastruktur stimmt.

Ich sehe nur bei Norwegen eine etwas höhere Geburtenrate als in Deutschland die auch deutlich unter der Reproduktionsrate von 2,1 liegt und auch rückläufig ist. Die anderen Länder sind doch vergleichbar mit der deutschen. Meiner Meinung kann ein Wohlfahrtsstaat dazu beitragen die Situation etwas abzufedern, das wird das Grundproblem aber nicht lösen.

Übrigens habe ich nicht von einem Gebärstreik der Mütter gesprochen. Es ist mM ein geschlechterübergreifendes Phänomen.

#3126


Arev87
Zitat von Thomi:
Geld nützt Familien am meisten. Man kann nämlich selber entscheiden, wofür man es einsetzt. Missbrauch ist schlimm. Am meisten leiden diejenigen, ...

Du hast Recht. Interessanterweise hat sich das historische Bild, in dem Skandinavien die Geburtenraten in Europa anführte, in den letzten Jahren deutlich angenähert, da auch im Norden die Raten spürbar gesunken sind. Dennoch liegen die meisten nordischen Länder im direkten Vergleich weiterhin leicht vor oder auf dem Niveau von Deutschland.
Island führt das nordische Feld traditionell an. Auch Dänemark liegt mit 1,50 Kindern pro Frau noch deutlich über dem deutschen Niveau (1.39).

Kein einziges dieser Länder erreicht das sogenannte „Ersatzniveau“ von 2,1 Kindern pro Frau, das notwendig wäre, um die Bevölkerungszahl ohne Einwanderung langfristig stabil zu halten.
Um ein stabiles Ersatzniveau von rund 2,1 Kindern pro Frau in modernen, westlichen Industrienationen zu erreichen, reicht es nicht mehr aus, an kleinen Stellschrauben wie dem Kindergeld zu drehen. Es bräuchte einen fundamentalen, strukturellen und gesellschaftlichen Wandel, der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf komplett neu definiert.

#3127


Y
Zitat von Sternenguckerin:
Ja, das tun vor allem die Raser auf den Autobahnen, die ihre zu klein geratenen primären Geschlechtsmerkmale dadurch kompensieren müssen, indem sie ihr Auto als Phallusersatz missbrauchen.

Bei den Spritpreisen trägt das Auto, momentan wohl eher zum Gefühl der Schrumpfnudel bei.🫢

#3128


FloraVita
Zitat von Arev87:
Warum die das wollen? Weil es eins zu eins in deren offiziellen Programmen steht. Das Ziel dieser rückwärtsgewandten Politik ist ein rein völkisch-nationalistisches Familienbild, das auf der vermeintlich ‚traditionellen Familie‘ als Keimzelle der Nation beharrt. Für ein solches Weltbild sind erwerbstätige, ...


Ich konnte bisher (gerade wieder etwas quergelesen im Programm bezüglich Familienpolitik) nichts finden was auf "Frau zurück an den Herd" hinweist. Würde auch dem widersprechen, dass dort nicht wenige Frauen, viele Akademikerinnen, dabei sind.
Ich habe bisher was von Familien stärken gelesen, von Unterstützung der Familien durch Steuervergünstigungen, Stärkung der Väter, damit sie sich mehr um ihre Kinder kümmern können. Erhalt von Elterngeld und Einführung von "Großelterngeld" , wenn Großeltern die nicht berufstätig sind, ihre Enkelkinder betreuen.
Dass Familien es sich leisten können zu entscheiden, wer von den beiden die Kinder betreut.
Von Frau zurück zum Hausmütterchen, irgendwie nichts Unwissender Smiley

x 2 #3129


Y
Ich glaube mich zu erinnern, dass prognostiziert, wir wohl auf unter 1 Milliarde Menschen auf der Erde zurückgehen.

#3130


Y
Man stelle sich vor, jeder der heimkehrenden Landbewohner könnte sich ein elegantes Shuttle am Bahnhof rufen, das ihn zu seinem Zuhause fährt. Um dann wieder loszuflitzen und die nächsten heimzubringen. Ganze P+ R würden frei bleiben. Das Blech nicht mehr rumstehen.

#3131


ElGatoRojo
Zitat von Arev87:
Um ein stabiles Ersatzniveau von rund 2,1 Kindern pro Frau in modernen, westlichen Industrienationen zu erreichen, reicht es nicht mehr aus, an kleinen Stellschrauben wie dem Kindergeld zu drehen. Es bräuchte einen fundamentalen, strukturellen und gesellschaftlichen Wandel, der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf komplett neu definiert.

Es braucht schlicht die Bereitschaft von Frauen, Kinder zu bekommen.

Bisher bekamen die Säugetiere hier auf diesem Planeten ihre Kinder einfach als Nebenwirkung vom Sex, ohne dass man da viel gegen tun konnte. Auch die Menschen. Das hat sich seit einiger Zeit grundlegend geändert. Nun kontrollieren Frauen die Vermehrung. Die Frage ist dann doch = Welche Anreize kann man ihnen für mehr Kinder schaffen? Der biologische Impuls für den Kinderwunsch schwächelt offenbar.

Ob Vollzeitarbeit kurz nach der Geburt und Kinderaufbewahrung im Hort dazu der Königssweg ist, ist natürlich die Frage. In meiner Kindheit gab es bei vielen auch Geschwister zur Sozialisierung.

x 1 #3132


Arev87
Zitat von FloraVita:
Ich konnte bisher (gerade wieder etwas quergelesen im Programm bezüglich Familienpolitik) nichts finden was auf "Frau zurück an den Herd" ...

Naiv zu glauben, dass im Jahr 2026 noch irgendeine Partei stumpf "Frau zurück an den Herd" in ihr offizielles Programm schreibt 😅.
Das Ganze nennt sich heute strategisches Wording, man muss die Mechanismen dahinter nur verstehen wollen.

Schauen wir uns deine Funde doch mal genauer an:

Das Argument mit den Akademikerinnen: Dass Frauen oder Akademikerinnen in einer Partei sind, ist kein Gegenbeweis. Es gibt genug historische und aktuelle Beispiele von Frauen, die antifeministische Strukturen verteidigen, solange sie selbst davon profitieren oder eine Ausnahme bilden dürfen. Siehe Alice Weidel 🤐.

Das "Großelterngeld' und die "Wahlfreiheit": Das ist nichts anderes als die reaktionäre "Herdprämie" im neuen Gewand. Wenn man gleichzeitig den Ausbau von Kitas und professioneller Ganztagsbetreuung blockiert, zusammenstreicht oder als "Frühsexualisierung‘" und "staatliche Umerziehung" delegitimiert, ist die angebliche "Wahlfreiheit" eine Farce. Wenn es keine funktionierenden Kitas gibt, muss die Familie es privat auffangen.
Der Trick dahinter: Indem man Geld dafür zahlt, dass Kinder und Großeltern im privaten Kreis bleiben, entlastet man nicht die Mütter, sondern trocknet die staatliche Infrastruktur aus. Das System drängt Frauen so ganz subtil, aber strukturell wieder in die unbezahlte Care-Arbeit zurück, weil die Vereinbarkeit von Familie und echtem Beruf unmöglich gemacht wird.

Man muss nicht "Hausmütterchen" drüberschreiben, damit am Ende "Hausmütterchen" herauskommt. Es reicht, die Bedingungen so zu gestalten, dass Frauen gar keine andere Wahl mehr haben.

x 1 #3133


Arev87
Zitat von ElGatoRojo:
Es braucht schlicht die Bereitschaft von Frauen, Kinder zu bekommen. Bisher bekamen die Säugetiere hier auf diesem Planeten ihre Kinder einfach als ..


Um ein stabiles Ersatzniveau von rund 2,1 Kindern pro Frau in modernen, westlichen Industrienationen zu erreichen, reicht es nicht mehr aus, an kleinen Stellschrauben wie dem Kindergeld zu drehen. Es bräuchte einen fundamentalen, strukturellen und gesellschaftlichen Wandel, der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf komplett neu definiert.

Hier sind die zentralen Hebel, die laut Familien- und Arbeitsmarktforschern passieren müssten:

1. Radikale Arbeitszeit- und Kulturrevolution:
Die größte Hürde für Familien ist der chronische Zeitmangel und der Karriereknick, der meistens Frauen trifft.
Die 30-Stunden-Woche als neuer Vollzeit-Standard: Wenn Vollzeitgesellschaften auf ca. 30 bis 32 Stunden pro Woche herabgesetzt würden (bei vollem oder teilweisem Lohnausgleich), hätten beide Elternteile genug Zeit für Care-Arbeit, ohne dass einer finanziell ins Abseits gedrängt wird.
Echte partnerschaftliche Aufteilung: Staatliche Anreize müssten so gesetzt werden, dass Elternzeit zwingend zu gleichen Teilen (50/50) genommen werden muss, damit Unternehmen aufhören, junge Frauen im gebärfähigen Alter als „Risiko“ zu betrachten.

2. Eine lückenlose, kostenfreie Infrastruktur-Garantie:
Ein Kind zu bekommen, darf kein organisatorischer Albtraum sein.
Verlässliche Betreuung ab dem Wunschzeitpunkt: Es müsste einen einklagbaren, flächendeckenden Anspruch auf qualitativ hochwertige, kostenfreie Ganztagsbetreuung (Krippe, Kita, Schule) geben – und zwar mit Öffnungszeiten, die sich an der Realität moderner Arbeitsplätze orientieren, nicht an den Kernarbeitszeiten des letzten Jahrhunderts.

3. Komplette finanzielle Entlastung und Absicherung:
Kinder sind in kapitalistischen Systemen schlicht ein massives Armutsrisiko – insbesondere für Frauen (Stichwort Altersarmut).
Systematische Renten-Kompensation: Jedes Jahr der Kindererziehung müsste bei der Rente so bewertet werden, als hätte man in Vollzeit ein Durchschnittseinkommen erzielt.
Weg mit steuerlichen Fehlanreizen: Das Ehegattensplitting müsste durch ein Familiensplitting oder eine Individualbesteuerung ersetzt werden, die Kinder direkt fördert, anstatt das klassische, einseitige Zuverdiener-Modell staatlich zu subventionieren.

4. Bezahlbarer Wohnraum für Familien
In Ballungsräumen scheitert das zweite oder dritte Kind oft schlicht am Platz. Eine bezahlbare Drei-, Vier- oder Fünfzimmerwohnung ist in Großstädten fast utopisch geworden. Eine aggressive staatliche Wohnungsbaupolitik, die gezielt bezahlbaren Wohnraum für Familien sichert und vor Spekulanten schützt, ist eine direkte Maßnahme der Geburtenförderung.

5. Gesellschaftlicher Kulturwandel
Wir müssten weg von einer Gesellschaft, die Kinder oft als „privates Hobby“ oder gar als störenden Lärmfaktor im öffentlichen Raum betrachtet. Es braucht eine Kultur, die Kinder als das begreift, was sie sind: die Zukunft des gesamten Gemeinwesens.

Fazit:
Solange die Rahmenbedingungen so gestrickt sind, dass Frauen zwischen finanzieller Unabhängigkeit und Kindern wählen müssen, wird keine moderne Gesellschaft die 2,1 erreichen. Erst wenn ein Kind kein Risiko für die Karriere, die Psyche und die eigene Altersvorsorge mehr darstellt, werden die Geburtenraten wieder nachhaltig steigen

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FloraVita
Zitat von Arev87:
Naiv zu glauben, dass im Jahr 2026 noch irgendeine Partei stumpf "Frau zurück an den Herd" in ihr offizielles Programm schreibt


Ich habe geschrieben:

Zitat von FloraVita:
Ich konnte bisher (gerade wieder etwas quergelesen im Programm bezüglich Familienpolitik) nichts finden was auf "Frau zurück an den Herd" hinweist.


Und nicht dass es nicht geschrieben steht.

Mann kann natürlich auch das geschriebene ignorieren und sagen "Ja eigentlich meinen sie es gaaaaanz anders" , ohne es zu wissen.

#3135


A


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