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Hoher Bodycount - wichtig oder egal?

Y
Zitat von Arev87:
modernen, westlichen Industrienationen

Ich muss sagen, an der Geschichte der modernen, westlichen Industrienationen, habe ich Zweifel. Der Weg führt momentan massiv abwärts.
Es ist, als würden zwei parallele Welten nebeneinander existieren.

#3136


Arev87
Zitat von FloraVita:
Ich habe geschrieben: Und nicht dass es nicht geschrieben steht. Mann kann natürlich auch das geschriebene ignorieren und sagen "Ja eigentlich ...

Wenn wir schon über Begrifflichkeiten streiten, FloraVita, dann solltest du dringend noch mal an deinem eigenen Textverständnis arbeiten.

Genau das ist doch der Punkt: Dass du in einem solchen Programm nichts findest, was darauf hinweist, liegt nicht daran, dass die Absicht nicht existiert, sondern dass du die Hinweise schlicht nicht dekodieren kannst.
Es ist die Definition von politischer Naivität, zu glauben, reaktionäre Politik würde mit blinkenden Warnschildern daherkommen. Wenn man den Ausbau von Kitas blockiert, queere Familienmodelle rechtlich bekämpft und stattdessen finanzielle Anreize für das private Verbleiben zu Hause schafft (wie das erwähnte ‚Großelterngeld‘), dann ist das der strukturelle Hinweis darauf, wohin die Reise gehen soll.
Man muss geschriebene Realitäten und deren reale gesellschaftliche Auswirkungen nicht ignorieren, um das zu sehen. Man muss nur logisch kombinieren können.
Und wer das Argument bringt, eine solche Partei könne gar nicht frauen- oder queerfeindlich sein, weil eine gleichgeschlechtlich Frau mit Kindern an der Spitze steht (Stichwort Alice Weidel): Das ist das klassische politische Feigenblatt. Im offiziellen Programm wird Weidels eigenes Lebensmodell – die Regenbogenfamilie – explizit nicht als schützenswerte Familie anerkannt, sondern politisch bekämpft. Sie genießt ein persönliches Privileg als Spitzenfunktionärin, das ihre Partei der normalen Frau da draußen durch ihre reale Politik systematisch verweigern will. Wer auf diesen Tokenismus reinfällt, hat das Prinzip von politischer Inszenierung leider absolut gar nicht verstanden.

x 1 #3137


A


Hoher Bodycount - wichtig oder egal?

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NurBen
Zitat von Arev87:
Solange die Rahmenbedingungen so gestrickt sind, dass Frauen zwischen finanzieller Unabhängigkeit und Kindern wählen müssen, wird keine moderne Gesellschaft die 2,1 erreichen. Erst wenn ein Kind kein Risiko für die Karriere, die Psyche und die eigene Altersvorsorge mehr darstellt, werden die Geburtenraten wieder nachhaltig steigen

Sehe ich ähnlich... nur reden wir hier von Vater Staat.
Ich hatte -glaube in diesen Thread- bereits erwähnt wie der Staat wahrscheinlich handeln wird.
Die Situation für Familien insgesamt zu verbessern wäre zwar eine Lösung, aber eine Kostenintensive.
Also wird der Staat einfach die Situation für kinderlose Haushalte so verschlechtern (wahrscheinlich über irgendwelche Abgaben, die den Familien zugute kommen sollen, was natürlich nicht passiert), dass die Situation für Familie dagegen wieder attraktiv wirkt.

x 1 #3138


T
Zitat von Arev87:
Dass du in einem solchen Programm nichts findest, was darauf hinweist, liegt nicht daran, dass die Absicht nicht existiert, sondern dass du die Hinweise schlicht nicht dekodieren kannst.


Zitat von Arev87:
Das ist das klassische politische Feigenblatt.


Zitat von Arev87:
Wer auf diesen Tokenismus reinfällt, hat das Prinzip von politischer Inszenierung leider absolut gar nicht verstanden


Mit diesen Argumenten kannst du jedes Parteiprogramm anzweifeln. Witziger Weise kann man bei den etablierten Parteien den Wortbruch anhand ihrer Taten in der Regierung nachweisen. Bei der AfD weiß man es noch nicht 😉

x 3 #3139


Y
Zitat von Arev87:
Anreize für das private Verbleiben zu Hause schafft (wie das erwähnte ‚Großelterngeld‘)

Ich glaube, dass es vielen Kindern gut tut, im familiären Rahmen betreut zu werden.
Wenn es eine Familie ist, die so gut aufgestellt ist, vom Wissensstand und der Umsetzung, dass sie keine Familienhilfe brauchen, als in einer großen Gruppe Kinder, mit Erzieherinnen und Erziehern, die niemals die familiäre Verbundenheit haben können. So bemüht und professionell sie auch sein mögen.
Natürlich auch nach Alter des Kindes, denn im Vorschulalter und vorher in der Elementarstufe, beginnt das Interesse an anderen Kindern. Nötig für eine gesunde Entwicklung.
Aber zu früh, schon im Kleinstkindalter, das halte ich für nicht kindgerecht.
Zitat von Arev87:
die Regenbogenfamilie – explizit nicht als schützenswerte Familie anerkannt,

Das jedoch gefällt mir nicht. Familie ist Familie, egal, in welcher Liebes-Form die Mitglieder miteinander leben.

x 1 #3140


FloraVita
Zitat von Arev87:
Wenn wir schon über Begrifflichkeiten streiten, FloraVita, dann solltest du dringend noch mal an deinem eigenen Textverständnis arbeiten. Genau das ist doch der Punkt: Dass du in einem solchen Programm nichts findest, was darauf hinweist, liegt nicht daran, dass die Absicht nicht existiert, sondern dass du die ...


Wir können ewig lang darüber diskutieren was und wie sie in Wirklichkeit meinen und das Geschriebene bis zum Umfallen entcodieren, was jeder sowieso nach seiner Fasson macht. Wäre nur um die Zeit schade Grinsendes Gesicht
Kommt Zeit, kommt Gewissheit.

#3141


Arev87
Zitat von FloraVita:
Wir können ewig lang darüber diskutieren was und wie sie in Wirklichkeit meinen und das Geschriebene bis zum Umfallen entcodieren, was jeder ...

"Kommt Zeit, kommt Gewissheit" ist natürlich die absolute intellektuelle Kapitulation, FloraVita. Wenn die Gewissheit erst da ist, ist es für demokratische Strukturen und Frauenrechte leider meistens zu spät. Geschichte wird nicht von denjenigen positiv gestaltet, die wegschauen, PR-Phrasen blind glauben und gemütlich abwarten, bis der Schaden angerichtet ist. Aber danke, dass du damit unfreiwillig bestätigst, dass dir die Argumente ausgegangen sind.

Und genau deswegen unterscheidet uns beide eben so viel: Während du darauf wartest, was die Zeit bringt und wie sich politische Programme entfalten, gestalte ich meine Gewissheit lieber selbst.

#3142


Fenjal
Zitat von Thomi:
Kindergeld ist ein Ausgleich für zu viel gezahlte Steuern.

Achso, ich zahle übrigens auch Steuern, wo bleibt der Ausgleich?

Immer mehr Frauen treffen bewusst die Entscheidung kinderlos zu bleiben, das ist gut so.
Der Bund stellt jährlich über 1 Milliarde Euro für Kinderbetreuung zur Verfügung
259 Euro Kindergeld,.. 9756Euro Kinderfreibetrag....
Wer sich für Kinder entscheidet, sollte das Ganze finanzieren können, wie andere Leute ihre Projekte auch.
Das sind persönliche Wünsche, deren Kosten man nicht anderen auferlegen kann.

Aber endlich Licht am Horizont Elterngeld und Unterhaltvorschuß soll gekürzt werden.
Warum sollen in den Familienleistungen keine Einschnitte erfolgen, während z B Agrardiesel nicht mehr bezuschusst wird.

Irgendwo sollte Schluss mit Lustig sein.
Die Familienfraktion kassiert für lau ab und das nicht wenig.

Frauenrechte heisst nicht Vereinbarkeit von Brei und Job, sondern Gleichberechtigung, Chancengleichheit, freie Berufswahl, gleichberechtigter Zugang zu Eigentum...
Brei und Windeln sind Wünsche, die ich z.B. nicht finanzieren möchte.
Frausein mit Mutterschaft gleichzusetzen ist Diskreminierung und nichts anderes.

x 1 #3143


T
Zitat von Fenjal:
Achso, ich zahle übrigens auch Steuern, wo bleibt der Ausgleich?

Es geht um die Mehrwertsteuer, die der Staat den Kindern über das Kindergeld zurückgibt. Kinder verdienen nichts, warum sollte der Staat von dem was sie konsumieren eine Mehrwertsteuer verlangen?
Zitat von Fenjal:
Wer sich für Kinder entscheidet, sollte das Ganze finanzieren können, wie andere Leute ihre Projekte auch.
Das sind persönliche Wünsche, deren Kosten man nicht anderen auferlegen kann.

Gerne, dann bitte sollte sich aber jeder selbst um seine Rente kümmern und das privat regeln und wir schaffen die Rentenbeiträge ab, Deal?

#3144


Fenjal
Zitat von Thomi:
Gerne, dann bitte sollte sich aber jeder selbst um seine Rente kümmern und das privat regeln und wir schaffen die Rentenbeiträge ab, Deal?

Allen Ernstes glaubst du, dass dieses grottige Unlageverfahren dir eine Rente generieren wird?
Wach auf!

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T
Zitat von Fenjal:
Allen Ernstes glaubst du, dass dieses grottige Unlageverfahren dir eine Rente generieren wird?

Nö, glaube ich eher nicht, wenn ich mir die Entwicklung in dem Land anschaue. Aber mit guten Familienverhältnissen wird man im Zweifel schon irgendwie durchkommen.

#3146


Arev87
Zitat von Fenjal:
Achso, ich zahle übrigens auch Steuern, wo bleibt der Ausgleich? Immer mehr Frauen treffen bewusst die Entscheidung kinderlos zu bleiben, das ist ...

Puh, bei so viel ökonomischem und gesellschaftlichem Unwissen muss man erst mal tief durchatmen. Kinder mit einem privaten ‚Projekt‘ oder einem Hobby zu vergleichen, das man gefälligst selbst finanzieren soll, zeigt ein erschreckendes Unverständnis darüber, wie ein Generationenvertrag und ein Staat überhaupt funktionieren.
Wo dein Ausgleich bleibt? Ganz einfach: Deine Rente, deine medizinische Versorgung im Alter und die gesamte Infrastruktur, die du nutzt, werden von genau den Kindern finanziert und am Laufen gehalten, die heute im Kinderwagen sitzen. Wer keine Kinder bekommt, profitiert im Alter massiv von der Care-Arbeit und den finanziellen Lasten, die Eltern heute im Alleingang tragen. Eltern als ‚Fraktion, die für lau abkassiert‘ zu bezeichnen, ist angesichts der realen Kosten für ein Kind eine absolute Verhöhnung.

Steuerrechtliche Realität: Der Kinderfreibetrag ist kein Geschenk, sondern stellt das verfassungsrechtliche Existenzminimum eines Kindes steuerfrei. Ein Staat darf das Geld, das man zum reinen Überleben eines Kindes braucht, schlicht nicht wegbesteuern. Das hat nichts mit ‚Subventionen‘ wie beim Agrardiesel zu tun.

Das falsche Verständnis von Frauenrechten: Frauenrechte und Feminismus bedeuten echte Wahlfreiheit. Dazu gehört die freie Entscheidung, kinderlos zu bleiben – was absolut legitim und gut ist –, aber eben AUCH die Entscheidung, Kinder zu bekommen, ohne danach in die Altersarmut oder finanzielle Abhängigkeit gedrängt zu werden. Frauenrechte gegen Mütter auszuspielen und Vereinbarkeit als minderwertigen ‚Brei und Job‘-Kram abzutun, ist zutiefst antifeministisch und spaltet Frauen, anstatt sie zu stärken. Frausein nicht mit Mutterschaft gleichzusetzen ist richtig; Mütter deshalb strukturell zu diskriminieren, ist es nicht.

Sich zu freuen, dass staatliche Unterstützung für Familien gekürzt wird, ist an Kurzsichtigkeit kaum zu überbieten. Wenn ein System kollabiert, weil keine Beitragszahler mehr nachkommen, trifft das am Ende jeden – auch die kinderlosen Steuerzahler.

So, diese kleine Nachhilfe in Volkswirtschaftslehre und solidarischer Gesellschaftsordnung gab es gratis zum Feierabend.

x 1 #3147


Fenjal

T
Zitat von Fenjal:
eher mit gewinnbringenden Investitionen

Ja, dann investier mal in etwas, was du den arbeitsfähigen Menschen in deiner Umgebung anbieten kannst, wenn du mal 70, 80 bist. (Was sie sich nicht auch so nehmen könnten.)

x 1 #3149


Hansl
Zitat von Thomi:
Geld nützt Familien am meisten. Man kann nämlich selber entscheiden, wofür man es einsetzt.


Zitat von Thomi:
Also, zum Einen ist Kindergeld nur der Ausgleich für Steuern, die man für Kindernahrung, -kleidung, -bücher, etc. dem Staat zahlt. Er ist so großzügig Ausgaben für Kinder nicht extra zu besteuern. Zum anderen würde ich gerne wissen wie man von 259 Euro pro Kind überhaupt irgendetwas reißen soll? Ich rede jetzt nicht von Missbrauch in großem Stil, wie in deinem verlinkten Artikel, der natürlich unterbunden gehört.


Zitat von Thomi:
Finde ich nicht gut, siehe die Punkte oben. Kindergeld ist ein Ausgleich für zu viel gezahlte Steuern. Ich möchte selbst entscheiden, was ich wofür ausgebe und brauche Vater Staat nicht dafür. Wer sagt denn, welche Förderung gut ist? Welche Unterstützung braucht man? Welche Leistung ist angemessen? Wer beurteilt Fortschritt? Das wissen die Millionen von Familien individuell am besten für ihre Kinder.


Ja, ist ja schon gut.
Ich bin eben anderer Meinung.
"Weiter so" ist eben für mich nicht der richtige Weg.
Mit ist es auch zunehmend egal.
Deutschland wird zur Müllhalde, damit muß man leben.
Ich denke, gerade Menschen die die Welt bereist haben, kennen wissen darum.
Mit was wir es zu tun haben.

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A


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