Zitat von Fenjal:Achso, ich zahle übrigens auch Steuern, wo bleibt der Ausgleich? Immer mehr Frauen treffen bewusst die Entscheidung kinderlos zu bleiben, das ist ...
Puh, bei so viel ökonomischem und gesellschaftlichem Unwissen muss man erst mal tief durchatmen. Kinder mit einem privaten ‚Projekt‘ oder einem Hobby zu vergleichen, das man gefälligst selbst finanzieren soll, zeigt ein erschreckendes Unverständnis darüber, wie ein Generationenvertrag und ein Staat überhaupt funktionieren.
Wo dein Ausgleich bleibt? Ganz einfach: Deine Rente, deine medizinische Versorgung im Alter und die gesamte Infrastruktur, die du nutzt, werden von genau den Kindern finanziert und am Laufen gehalten, die heute im Kinderwagen sitzen. Wer keine Kinder bekommt, profitiert im Alter massiv von der Care-Arbeit und den finanziellen Lasten, die Eltern heute im Alleingang tragen. Eltern als ‚Fraktion, die für lau abkassiert‘ zu bezeichnen, ist angesichts der realen Kosten für ein Kind eine absolute Verhöhnung.
Steuerrechtliche Realität: Der Kinderfreibetrag ist kein Geschenk, sondern stellt das verfassungsrechtliche Existenzminimum eines Kindes steuerfrei. Ein Staat darf das Geld, das man zum reinen Überleben eines Kindes braucht, schlicht nicht wegbesteuern. Das hat nichts mit ‚Subventionen‘ wie beim Agrardiesel zu tun.
Das falsche Verständnis von Frauenrechten: Frauenrechte und Feminismus bedeuten echte Wahlfreiheit. Dazu gehört die freie Entscheidung, kinderlos zu bleiben – was absolut legitim und gut ist –, aber eben AUCH die Entscheidung, Kinder zu bekommen, ohne danach in die Altersarmut oder finanzielle Abhängigkeit gedrängt zu werden. Frauenrechte gegen Mütter auszuspielen und Vereinbarkeit als minderwertigen ‚Brei und Job‘-Kram abzutun, ist zutiefst antifeministisch und spaltet Frauen, anstatt sie zu stärken. Frausein nicht mit Mutterschaft gleichzusetzen ist richtig; Mütter deshalb strukturell zu diskriminieren, ist es nicht.
Sich zu freuen, dass staatliche Unterstützung für Familien gekürzt wird, ist an Kurzsichtigkeit kaum zu überbieten. Wenn ein System kollabiert, weil keine Beitragszahler mehr nachkommen, trifft das am Ende jeden – auch die kinderlosen Steuerzahler.
So, diese kleine Nachhilfe in Volkswirtschaftslehre und solidarischer Gesellschaftsordnung gab es gratis zum Feierabend.