Arev87
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Zitat von Blindfisch:Es gibt anscheinend immer noch Menschen die der Meinung sind, sich "ausleben" und wahllos durch die Betten zu hüpfen, hat keine ...
Uff... das ist aber ein verdammt düsteres und bitteres Weltbild, das du da am Ende zeichnest. Wer Liebe nur für einen Traum hält und glaubt, dass im Inneren jeder einsam und leer bleibt, der projiziert hier gerade vor allem seinen eigenen Frust auf die Allgemeinheit.
Aber schauen wir uns deine Argumente mal sachlich an, denn du vertauschst hier Ursache und Wirkung:
1. Die Vergleichs-Falle: Du behauptest, wer Erfahrung hat, vergleicht in Krisen unbewusst und haut schneller ab. Das Gegenteil ist der Fall! Wer sich ausgetobt hat, hat das Thema Sex entmystifiziert. Man weiß, was da draußen abgeht, und man weiß vor allem, dass wilder Single-Sex eine nette Erfahrung ist, aber keine feste Partnerschaft ersetzt. Gefährlich für Beziehungen ist nicht die reale Erfahrung, sondern die Fantasie im Kopf von unerfahrenen Menschen. Die ist in der Vorstellung nämlich immer perfekt.
2. Das beste Gegenbeispiel aus meinem Leben: Ich hatte mal einen Mitbewohner, der war seit seinem 16. Lebensjahr mit seiner Freundin zusammen. Keine Erfahrung, keine Vergleiche, die absolute Traum-Statistik für dich. Und was ist passiert? Mit Mitte 30 kam der große Knall: Er hat alles hingeschmissen, weil er plötzlich panische Angst hatte, etwas verpasst zu haben. Er meldete sich Jahre später bei mir, hatte mehrere Frauen parallel am Start, baggerte mich völlig creepy und distanzlos an und wollte mich sogar in einen Partnerwechsler mitschleppen. Der Typ hatte einen derart angestauten Nachholbedarf, dass jeglicher Anstand flöten gegangen ist.
Es war also eben NICHT der Bodycount, der seine Beziehung zerstört hat, sondern die ungestillte Neugier, die wie ein Pulverfass hochgegangen ist.
3. Abhängigkeit ist keine Liebe: Du schreibst selbst, dass Menschen früher ‚zur Sicherheit und Abhängigkeit‘ in Beziehungen blieben. Dass Menschen heute freiwillig zusammenbleiben und nicht, weil sie sozial oder finanziell dazu gezwungen sind, ist doch kein moralischer Verfall! Eine Beziehung auf Augenhöhe, bei der man sich bewusst für den anderen entscheidet (und nicht, weil man ohne ihn nicht überlebt), ist die einzig ehrliche Form von Partnerschaft.
Sich selbst zu lieben und zu wissen, wer man ist, bedeutet nicht, dass man unfähig für Kompromisse ist. Es bedeutet nur, dass man sich für eine gesunde Beziehung entscheidet, anstatt aus Angst vor Einsamkeit oder dem Gerede anderer in einer unglücklichen Ehe auszuharren.
bekomme.