Zitat von Blindfisch: Man kann nicht switchen. Zumindest als Mann nicht. Entweder führt man oder man ist unterwürfig. Wenn beide die beiden Seiten der Medaille wahrnehmen wollen, kommt es unweigerlich zu Konflikten. Was langfristig nicht gut ausgeht.
Wenn man Partnerschaft nur als Hierarchie begreifen kann – als ein reines Machtspiel, bei dem einer „führen“ und der andere „unterwürfig“ sein muss –, dann wird eine selbstbestimmte, unabhängige Partnerin natürlich zur permanenten Bedrohung. Eine starke Frau, die finanziell, emotional und sozial auf eigenen Beinen steht, braucht keinen Anführer zum Überleben. Sie entscheidet sich aus freiem Willen für eine Beziehung. Das erfordert von einem Mann aber echte innere Sicherheit. Wer die nicht hat, versucht die Partnerin über moralische Maßstäbe (wie den Bodycount) abzuwerten, um sich selbst wieder „überlegen“ zu fühlen.
Und genau da bricht auch deine ganze „Risikoanalyse“ zusammen:
Du tust so, als wäre Unerfahrenheit die Garantie für eine sichere, treue Zukunft. Die Realität sieht oft komplett anders aus. Ich hatte bei gesagt ja einen Mitbewohner, der war seit seinem 16. Lebensjahr mit seiner Freundin zusammen.Mit Mitte 30 kam der große Knall: Er trennte sich, weil er plötzlich panische Torschlusspanik bekam, alles Verpasste nachholen zu müssen. Er meldete sich Jahre später bei mir, hatte mehrere Frauen parallel am Start, baggerte mich völlig creepy und distanzlos an und wollte mich sogar in einen Partnerwechsler mitschleppen.
Es war also eben NICHT die sexuelle Erfahrung, die seine Beziehung zerstört hat, sondern die jahrelang ungestillte, unterdrückte Neugier, die irgendwann wie ein Pulverfass hochgegangen ist.
Da ist mir persönlich eine Partnerin dreimal lieber, die sich in ihrer Single-Zeit ausgetobt hat, genau weiß, wer sie ist, und sich heute ganz bewusst und gefestigt für mich entscheidet – statt jemand, der mit Mitte 30 eine Identitätskrise bekommt.
Am Ende wird deine Signatur leider zur selbsterfüllenden Prophezeiung: Wer Beziehungen nur als Machtkampf führt und sich hinter vermeintlich rationalen „Risikoanalysen“ versteckt, um sich bloß nicht verletzlich machen zu müssen, bleibt am Ende tatsächlich einsam und leer. Aber das liegt dann nicht am Bodycount der Frauen da draußen, sondern an der eigenen Unfähigkeit, echte Nähe auf Augenhöhe zuzulassen.