Zitat von Vapiano2013: Ich kenne es persönlich von beiden Seiten. Ich habe bei meinem Expartner viele ehemalige Liebschaften mit der Zeit herausgefunden und natürlich hat das was mit mir gemacht. Ich hatte Gedanken wie „bin ich gut genug?“, „wird er so weitermachen wollen?“, „bin ich nur ein Intermezzo?“, „ist er verlässlich, treu?“ letztlich ist es zwar doch gescheitert, aber nicht an diesen Fragen. Ihn hat meine Vergangenheit hingegen nie groß interessiert. Nun ist das anders - in meiner aktuellen Situation lehnt der Mann ONS und Sex ohne Liebe für sich z.B. ab oder findet es generell verwerflich, bei beiden Geschlechtern. Es gibt hohe Moralvorstellungen, die sind z.T. religiös geprägt. Ich ticke ein bisschen anders und ich habe ihm das auch erklärt. Er versteht mich und gibt meiner Vergangenheit dennoch kein übermäßiges Gewicht in dem Sinne, dass er ein weiteres Kennenlernen ablehnt.
Meine persönliche Sicht ist, dass das Thema natürlich schon irgendwie eine Rolle spielt, für Männlein und Weiblein, aber natürlich keine oder nur eine ungenügende Aussage treffen kann über wie bindungsfähig/treu/sexuell erfahren und offen ein Mensch ist.
Am Ende ist alles eine Frage der eigenen Erfahrung die von Neuprägungen begleitet werden, eines jeden Charakters formt. Die wohl wichtigste Komponente ist die der Kompromissbreitschaft, die zum Schluss über das Ergebniss entscheidet. Ich finde es traurig aber auch falsch, einen Menschen, egal welchen Geschlechts anhand seiner Vergangenheit zu be oder gar zu verurteilen. Ich tendiere da auch eher zu Menschen die einen sexuell erfahrenen Background vorweisen, und ich weiß, das klingt jetzt etwas blöd, aber denen muss man nichts beibringen, die fließen mit dem Flow. Ich habe es auch schon anders erlebt, und es war alles andere als befriedigend.
Ich sagte bereits, ich geh unbefangen an jeden neuen Charakter heran der mir begegnet, und beurteile diesen anhand der Erlebnisse die wir gemeinsam gestalten. Passt es? Passt es! Wenn nicht, ists für mich auch ok. In all den Jahren habe ich eine augeprägte Toleranz entwickelt, da ich selbst schon verurteilt wurde für meinen (Gott wie ich das Wort nicht ausstehen kann!) Bodycount. Es ist mein Leben, meine Erfahrung und kein Mensch hat ein Recht dazu, mich zu verurteilen. Ebenso verurteile ich auch keinen anderen, für sein Leben, wie komm ich denn dazu!? Leben und leben lassen ist mein Motto, und ich bin ein freier Mensch, lebe in einer freien Welt und habe die freie Wahl mich für oder gegen jemanden zu entscheiden.
Wir leben in der Moderne, in der Zukunft, und nichtmehr in einer hirarchischen oder patriachialen Gesellschaft, wie noch vor einigen Jahrzehnten. Wir alle haben eine eigen und auch gesellschaftliche Fremdverantwortung. Sollten wir Unrecht und Ungerechtigkeit sehen, sollten wir mit Civilcourage uns schützend vor die Betroffenen stellen, und uns für sie einsetzen. Und das alles beginnt für mich hier, in diesem Forum, in diesem Thread. ich habe schon viele kennegelernt die gerne von ihren eigenen "Missetaten" abzulenken versuchen, indem sie den Lebensstil anderer verurteilen. Und da kann ich nicht wegsehen. Alles andere ist für mich gesellschaftlicher Rückschritt.
Ich gehe jetzt hier einen Schritt weiter, und oute mich. Ich bin BDSM´ler in der Rolle eines DOM, und wenn einige wüssten was ich so alles getrieben habe und treibe, und das mit allen möglichen Geschlechtern, dann würde ich wohl auf den Scheiterhaufen kommen. Und nun stelle man sich vor, ich mit meinem Background würde den Moralapostel mimen. Gärtner und Bock lassen grüßen.