Zitat von Martin123: Ich finde, du solltest dich jetzt nicht schuldig fühlen, die Schuldfrage hilft dir nichts mehr.
Doch - das tut sie.
Sich öffentlichkeitswirksam schuldig bekennen, Asche aufs Haupt zu sträuen, sich selbst zu geißeln und Besserung zu geloben, in dem ich z.B. in eine Klinik gehe, um in erster Linie Mitleid zu erzeugen, ist immer noch angenehmer, als mich ehrlich und aufrichtig mit meinen Anteilen an der Sache auseinanderzusetzen.
Genauso wie es angenehmer ist, eigene Unzufriedenheit und nicht ausreichend erfüllte Bedürfnisse innerhalb der Beziehung nicht anzusprechen, weil ich z.B. Konflikte, von denen ich mir einrede, dass ich sie eh nicht "gewinnen" kann, vermeide, sondern mein Heil auf Dauer in einer Außenbeziehung zu suchen.
Dazu noch die mehr oder weniger perfide narzisstische Strategie der Schuldumkehr, dass mich ja die kalte, vernachlässigende und nicht wertschätzende Partnerin quasi in die Affäre getrieben hat. Und das kann ich sogar anhand einschlägiger Literatur noch belegen.

Ergo: Sich primär auf die Schuldfrage zu konzentrieren, kreiert ein Image von mir, das weniger selbstwertschädlich ist als die aufrichtige Beschäftigung mit meinen Anteilen und die ehrliche Übernahme von Verantwortung für mein Fehlverhalten.