Hallo liebe TE,
ich finds superstark, wie du mit der Situation umgehst. Auf den ersten Schock hast du dir Hilfe gesucht und das zeigt, wie stark du bist! Du kannst um Hife bitten, eine mutige Entscheidung fällen und dich mit schweren Themen auseinandersetzen. Gerade bist du wahrscheinlich in der Uni und bereitest dich gedanklich auf das Gespräch vor. Ich ziehe meinen Hut vor dir, wie du mit dieser Situation umgehst.
Zitat von Lena96: Er sagte mir, dass er sich ein Kind erst nach seinem Studium vorstellen kann, jetzt würde er auf keinen Fall eins wollen, sollte ich vorher schwanger werden, würde er es auf keinen Fall behalten wollen, für ihn wäre ein Kind zu dieser Zeit die schlimmste Vorstellung,
Diese Aussagen fallen bei mir (und das jetzt auch für die vielen stillen Mitleser:innen) unter die Kategorie: "Educate your son!" Wenn man S* hat, dann muss man damit rechnen. Immer. Klar kann man was machen, um die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren, aber passieren kann das immer. Sowas zu sagen, sorgt dafür, dass die Frau, die als erstes Veränderungen spürt und mit ihrem Körper letztlich auch herhalten muss, auch noch die Angst vor so einem Gespräch haben zu müssen. Das geht nicht. Er hat schließlich den gleichen Anteil und ist mit Verlaub auch in der angenehmeren Situation, weil es ihn im Zweifel außer Geld nichts kostet. Die körperlichen Einschränkungen, die Auswirkungen auf die Rente usw. trägt einfach die Frau.
Da ist es mindestens sein Job, ihr das Gefühl zu geben, ein Gespräch führen zu können ohne völlig auszurasten, bzw. seinen Anteil an der Verantwortung zu übernehmen.
Versteht mich nicht falsch. Natürlich kann man darüber sprechen und sollte man auch, wann man sich Kinder vorstellen kann...aber Formulierungen wie "auf keinen Fall behalten", "das schlimmste, was passieren kann" oder "ich würde wollen, dass dus es weg machst" stehen ihm rechtlich und moralisch nicht zu.
Als das mein damaliger Freund vor seiner Mutter zu mir gesagt hat, hat sie ihm ordentlich den Kopf gewaschen. Und ich finde das richtig.
So, abschließend möchte ich den Rat von @victoriasempre unterstreichen. Es gibt Beratungsinstitutionen, die kostenlos sind und wirklich eine gute Arbeit leisten. Ich würde dir ebenfalls Profamilia empfehlen, die eine gute Ambivalenzberatung anbieten. Dein Freund kann und sollte mit. Daneben gibt es auch die Cartias und die Johanniter. Die sind halt...sagen wir...diesbezüglich etwas positioniert. Davon abgesehen habe ich mit der Beratung der Caritas zu anderen Themen auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Die haben mehr Stunden für euch als Profamilia (insgesamt 5).
Ich drücke dir die Daumen, dass alles halbwegs ruhig läuft.