Douru
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Ich hatte mich gerade so gut gefühlt, bestimmt eine ganze Stunde lang dachte ich, ich bin drüber weg. Ich freue mich wieder am Leben. Ich schaffe es gut alleine und bin glücklich mit mir selbst.
Also wollte ich endlich meine Lethargie überwinden und die Vorhänge umnähen, die ich in meinem Zimmer aufhängen wollte. (Muss immer noch aufpassen, nicht Schlafzimmer dazu zu sagen...)
Ich gehe also motiviert mit meinem Zollstock die Treppe rauf, um die Fensterhöhe abzumessen.
Und da ist er wieder - der Bääämmm-Moment.
Das Vermissen haut mich um. Versuche, es zu umgehen, bei den Kids kurz aufzutanken. Sitzen alle mit Kopfhörer auf den Ohren vor ihren PCs und sind in Spielen gefangen. Will keinen von ihnen stören oder gar schlechte Gefühle machen.
Also schleiche ich die Treppe wieder runter wie ein geprügelter Hund. Statt die Nähmaschine rauszuholen, sitze ich heulend am PC und schreibe hier.
Wie macht er das? Wie hält er das aus? Wie kann er uns nicht vermissen? Mich nicht vermissen?
Er war gerne hier, bis zum Schluss. Zumindest ein Teil von ihm. Sonst wären wir nicht alle aus allen Wolken gefallen. Er hat sich hier durchaus auch wohl gefühlt.
Ist das so, wenn man sich verliebt? Ist dann alles andere egal?
Wir haben auch ganz viel geredet, hatten ganz viel "Alltagsnähe". Kann man das einfach so tauschen? Neue Frau, neue Nähe, alles gut?
Er hat mich so verletzt und doch fehlt er mir so sehr. Wie doof bin ich?
Nein, ich bin nicht doof. Ich weine um die alten Zeiten. Ich bin traurig und ich vermisse. Jeden Tag. Sehr viel.
