Haselschnasel
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Ich bin ein männlicher Betrogener. Ich hatte seinerzeit in meiner Verzweifelung meinen Widersacher per WhatApp angeschrieben. Sehr höflich und irgendwie respektvoll. Er antwortete ebenso höflich und respektvoll und es entwickelte sich daraus eine Unterhaltung, die unter anderen Umständen als "angenehm" hätte bezeichnet werden können.
Was ich sagen will:
Wenn man das Bedürfnis hat, sich zu erklären, wenn man das Gefühl hat, dass man das tun sollte, dann sollte man es vielleicht tatsächlich tun.
Aber...
Man sollte sehr, sehr vorsichtig formulieren und auf keinen Fall rumschwafeln. Bloß keinen langen Brief! Eine Entschuldigung ist auf jeden Fall angebracht. Denn so oder so: man hat sich in eine bestehende Beziehung gedrängt, wohl wissend! Dabei ist es egal, ob diese schlecht war oder problembehaftet.
Ein solcher Brief sollte dich in "ihrem" Ansehen steigen lassen, so dass sie dich zwar immer noch verteufelt, aber wenigstens einen Hauch von Respekt in ihre Worte legt.
Mache ich übrigens auch so mit meinem ehemaligen Nebenbuhler. Ich rede nicht schlecht über ihn, ich rede gar nicht über ihn. Streng nach dem Motto: Wenn du nichts Gutes über einen Menschen sagen kannst, dann sage gar nichts über ihn! (Irgendwie fällt mir das so schwer nicht, da ich letztlich obsiegt habe. Ich habe meine Frau zurückgewonnen!)
Im vorliegenden Fall könnte es aber sein, dass du nichts erreichst. Die betreffende Frau scheint nun überhaupt keine Selbstreflektion zu betreiben und fragt sich nicht, was für einen Anteil sie selbst an der Affäre ihres Mannes hatte. Was stimmte in jener Beziehung nicht, dass er der Versuchung fremdzugehen erlag? Das ist vermutlich auch der Grund, warum er "rückfällig! wurde...
Wenn ich einen Tipp abgeben müsste, würde ich sagen, dass jene Ehe nicht halten wird. Dein Liebhaber wird in Zukunft wohl immer in einem Schuldgefälle leben und kleine Brötchen backen müssen. Das ist keine Ebene für eine Beziehung auf Augenhöhe.
Seine Frau hätte nur die Chance ihn zurückzugewinnen, wenn sie ihn dazu brächte, dass er sich erneut in sie verliebt. Durch Hasstiraden gegen dich, wird sie das kaum erreichen...
Ich spreche aufgrund meiner Vergangenheit sicher nicht FÜR den Dritten in einer Dreiecksbeziehung. Aber man muss realistisch sein: Eine Partnerschaft ist kein Selbstläufer und man muss tagtäglich dafür arbeiten. Und wenn man bequem ist und alles für selbstverständlich erachtet, da kann es passieren, dass der sicher geglaubte Partner abhanden kommt...
Aber für den Fall, dass du ihn zwar unter den gegebenen Umständen nicht mehr sehen, aber die Tür nicht gänzlich schließen möchtest, dann sieh zu, dass du dich moralisch qualifizierst.
Also kein Stutenbeißen, kein Zickenkrieg, stattdessen Respekt und Verständnis für die zugefügte Verletzung zeigen sowie das eigene Fehlverhalten anerkennen. Aber auch nicht demütig in Sack und Asche rumlaufen. Es gehören immer zwei dazu, bei einer Außenbeziehung sogar drei!
Also letztlich schreibst du diesen Brief an sie für dich selbst, damit du dich weiterhin selbst im Spiegel ansehen kannst.