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Was beschäftigt dich heute?

PapaEmeritus
@Sincerite

Die Depression ist nicht angeboren, aber eine Disposition dafür kann vorhanden sein. Ich meiner Familie gibt es auch eine Historie, was Depressionen angeht. Abgesehen davon ist eine Depression ja was anderes, als zB eine PS oder bestimmte Merkmale. Aber ja, ich denke, dass vieles eine genetische Komponente hat. Ich bin aber auch überzeugt davon, dass viele Menschen kompensieren. Ängste, Phobien etc. Das sind mMn aber nicht die, die diese immensen zwischenmenschlichen Schäden anrichten, von denen wir hier oft lesen, oder die wir vielleicht selbst bis zu einem gewissen Grad erfahren haben.

Ich sag zb gern, dass viele dieser Dinge probalistisch und nicht deterministisch sind.

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S
Zitat von PapaEmeritus:
Ich sag zb gern, dass viele dieser Dinge probalistisch und nicht deterministisch sind.

Ich könnte es jetzt im Internet nachlesen, aber dazu fehlt mir die Lust. Es gibt bestimmt auch einfache deutsche Worte dafür.

#3932


A


Was beschäftigt dich heute?

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Ameise_78
@PapaEmeritus
Man kennt ja auch nicht jeden Menschen, und vielleicht ist das, was du in deiner Beziehung wahrgenommen hast und folgerst ja auch genau zu 100% so wie du es wahrgenommen hast/denkst und für einen anderen Fall gilt etwas anderes.
Wobei man für sein eigenes Leben ja auch keinen wissenschaftlichen Anspruch haben muss, und unsere Alltagsbeobachtungen deswegen ja auch eine absolute Gültigkeit haben, wenn es um unseren Selbstschutz geht, weil: am Ende ist für dich zu 1000% irrelevant, was die Beweggründe deiner Ex waren oder was die Beweggründe künftiger potenzieller Partnerinnen wären: wenn es dir schadet und daneben ist, dann ist das so. Warum, weshalb wieso - irrelevant. Das spielt ja nur für die betreffende Person eine Rolle.

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PapaEmeritus
@Sincerite

Das bedeutet „wahrscheinlich“, nicht festgelegt. 🙃

@Ameise_78

Bin ich absolut bei dir. Es ist nur meine Meinung. Das hat keinen Anspruch auf 100 % Richtigkeit. Wenn ich ehrlich bin, hab ich mich nie gefragt, warum der Mensch bestimmte Dinge macht. Ich hab gesehen, was er macht, was er wiederholt macht, dass bestimmte Dinge nicht nur eine Reaktion waren und dann hab ich eine Entscheidung getroffen. Erst danach hab ich mich damit beschäftigt und bin über bestimmte Erklärungen gestolpert und da hab ich mir gedacht „Moment, das passt nicht zu dem, was ich erlebt habe.“ Und da hab ich Erklärungen gefunden, die das mMn viel plausibler und logischer erklärt haben.
Die sind nur oft nicht so populär, wahrscheinlich weil sie unbequemer sind und nicht unserem allgemeinen Menschenbild entsprechen. Und mir ehrlich gesagt auch nicht wirklich gefallen. Aber ich kann es nach dem, was ich erlebt habe, nicht anders sehen. Bin aber absolut okay damit, wenn es jemand anders sieht.

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S
Zu wissen, dass er nicht nicht mitfühlen wollte, sondern es gar nicht konnte, hat mir geholfen. Genau so in Bezug auf meine Mutter.

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Nur-ein-Mensch
Zitat von Sincerite:
Zu wissen, dass er nicht nicht mitfühlen wollte, sondern es gar nicht konnte, hat mir geholfen. Genau so in Bezug auf meine Mutter.

Wenn man weiß,wie gewisse Muster funktionieren,woher sie kommen ,kann man besser damit umgehen,finde ich.

Meistens bleibt man mit einem Sack voll Fragen zurück und weiß garnicht,warum derjenige gehandelt hat,wie er gehandelt hat.

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Y
Zitat von PapaEmeritus:
Das hat sich alles mal verselbstständigt und wird heute als Erklärung angenommen. Grundsätzlich kann dahingehend aber jeder glauben, was er möchte. Deswegen no offense

@PapaEmeritus,
Ich habe mit meinem Expartner, auch das erlebt, was@Ayla schrieb.
Es war immer alles gut, solange ich nur Selbst keine Meinung oder keinen Willen hatte… Dann war alles gut.
Ich bin manchmal auch nach meiner Meinung gefragt worden, aber nur in dem ich im gleichen Moment dann gehört habe, dass er seine sowieso durchgesetzt hat. Und meistens hat er dann auch gar nicht mehr gemerkt, dass er mich eigentlich nach meiner Meinung gefragt hat.
Das waren manchmal so Selbstgespräche sogar, indem er mich nach meiner Meinung gefragt hat, dann mit sich selber weiter geredet hat und dann genau das durchgezogen hat, was er der Meinung ist, was richtig war.
Irgendwann hab ich es eingestellt, überhaupt noch zu antworten.
Das ist ihm gar nicht aufgefallen.
Aber wie dem auch sei, im Grunde braucht man nicht darüber nachdenken, was beim anderen die Ursache ist.
Irgendwann muss man damit aufhören.
Irgendwann muss man entscheiden, dass das Verhalten, mit dem man übergossen wird, einfach nicht nett ist, nicht wertschätzend, und nicht wohlwollend, auf jeden Fall nicht, sobald man versucht, eine eigenständige Person mit eigenen Ansichten zu sein.
Und dann sollte man versuchen, seine eigene Haut zu retten.

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PapaEmeritus
@Yassa

Absolut, bin ich vollkommen bei dir. Ich denke sogar, dass viele dieser Verhaltensweisen keine Ursache in dem Sinne haben, dass man das tiefenpsychologisch erklären kann. Wir stellen ja eben oft diese Diskrepanz fest. Auf der einen Seite so, dann komplett das Gegenteil. Und das wollen wir uns erklären. Aber, und das ist wieder nur meine Meinung, in dem Menschen selbst mag diese Diskrepanz vielleicht gar nicht bestehen, für denjenigen kann das Verhalten vollkommen kohärent und normal sein. Ich hab lange aufgehört nach Antworten zu suchen, die man erstens wahrscheinlich nie bekommt, und die es vielleicht auch gar nicht gibt.

x 1 #3938


ruhe
Zitat von Yassa:
Aber wie dem auch sei, im Grunde braucht man nicht darüber nachdenken, was beim anderen die Ursache ist.

Sehe ich auch so. Die Frage nach dem Warum habe ich irgendwann sein lassen. Die Frage nach dem Wie (hat er mich behandelt?) habe ich jedoch für mich beharrlich vertieft, auch weil es mir geholfen hat, meine Wahrnehmung wieder zurecht zu rücken. Warum er mir die Wunden zugefügt hat, ist also egal, aber es ist nicht egal, wie - schon allein deswegen, weil ich mich mit dem Wissen zukünftig besser davor schützen kann, so etwas noch einmal zu erleben.

x 5 #3939


Ameise_78
Da ich schon mein Leben lang Detektiv spiele, ist meine persönliche Erfahrung (die nicht für einen anderen gelten muss), dass alles eine Ursache hat. Die meisten sind nur auf den ersten, zweiten und dritten Blick nicht so offensichtlich.

Wovon ich aber genauso überzeugt bin ist, dass diese Ursachen nicht immer und für jeden eine Rolle spielen müssen. Diese Erkenntnis musste ich mir allerdings im Laufe meines Lebens mühsam aneignen - auch das damit verbundenen Loslassen: begründet in der Erkenntnis; das Finden einer Ursache ist interessant - löst aber meist keine Probleme. Es erklärt sie meist nur, im besten Fall.

Und da stellt sich natürlich die Frage nach Verhältnismäßigkeit und Nutzen. Und die ist, gerade speziell bei Beziehungen (auch freundschaftlichen, die scheitern) meist eher negativ zu beantworten. Man kann natürlich immer hinterfragen ob es nicht vielleicht auch an einem selbst gelegen haben könnte - da kann Ursachenfindung natürlich extrem hilfreich und nützlich sein, weil man an sich selbst im Gegensatz zu anderen arbeiten kann.

Aber was die Motive eines anderen waren... wenn es einem um das Verstehen/reines Interesse geht, dann kann es Sinn machen, das lange zu hinterfragen, im Sinne von Erlösung/Loslassen wird es meist nicht viel bringen.
Es sei denn es fällt einem leichter jemanden loszulassen wenn man weiß, dass er zB eine sch Kindheit hatte. (Nur als ein mögliches Beispiel) - Aber das ist meist nicht so.

Interessanter wird die Ursachensuche, wenn die andere Person selbst sucht und wirklich absolut gewillt ist (von sich aus) etwas zu verändern. Wirklich aus eigener Motivation heraus - und nicht aus einer Art Opferhaltung. Da kann es schon sehr spannend sein, so etwas auch mitzubekommen.

x 4 #3940


PapaEmeritus
@Ameise_78

Ich wollte zB nie verstehen, warum der Mensch das gemacht hat. Ich hab mir die Frage nie wirklich gestellt. Und selbst wenn es Ursachen gibt, ich wurde im Hier und Jetzt auf eine bestimmte Art behandelt, und ich bin nicht Schuld an der Ursache. Aber da ist eben jeder anders. Manche interessieren sich für die Ursache, manche nicht. Ich sag immer, es soll jeder den für ihn besten Weg finden.

x 4 #3941


Ameise_78
Zitat von PapaEmeritus:
Ich wollte zB nie verstehen, warum der Mensch das gemacht hat. Ich hab mir die Frage nie wirklich gestellt.

Ich wurde quasi in diese Art zu denken genötigt, durch einen (diagnostiziert) narzisstischen Elternteil. Da war das Suchen nach Ursachen und nach Wegen damit umzugehen, ein substanzieller Teil meiner Überlebensstrategie, seit ich denken konnte. Hat mich letztlich auch zu den entsprechenden Studienfächern geführt.
Wenn ich die Wahl gehabt hätte, wäre es mir anders lieber gewesen. Deine Sichtweise ist in jedem Fall die gesündere - ist man so aufgewachsen wie ich, muss man sich erst mühsam erarbeiten, dass einem Ursachen egal sein dürfen, weil man durch Kenntnis derselben (und selbst wenn sie zu 100% zutreffen mögen) dennoch nichts an den Tatsachen verändern kann.

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Liv225
Wenn ich denke wie schlimm das Leben mit einem N war, und das für kurze Zeit…
Unvorstellbar, jemanden in der Familie zu haben. ://

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PapaEmeritus
@Ameise_78

Diese Sichtweise kam allerdings nicht sofort, ich hab natürlich versucht zu verstehen, oder mich anzupassen, auf den Menschen einzugehen usw. Aber egal, was ich gemacht habe, der Mensch hat sich immer so verhalten, dass keine gemeinsame Ebene entsteht. Egal was man gemacht. Und noch absurder, wenn ich gar nichts mehr gemacht habe, hat der Mensch sogar selbst Situationen erschaffen, in denen ich um eine gemeinsame Ebene kämpfen musste, der Mensch sich aber wieder so verhielt, dass die nicht entsteht. Egal ob das Kommunikation, Regeln, Gleichwertigkeit oder Problemlösung angeht. Und da bin ich irgendwann davon ausgegangen, dass ist kein Zufall mehr. Und selbst wenn ich weiß, warum, ändert das nichts, ich kann eh nix ändern, hab ja alles versucht. Selbst die erste „Trennung“ hat der Mensch aktiv unterlaufen, um die gleiche Dynamik wiederherzustellen. Und spätestens da, war es mir vollkommen egal.

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Ameise_78
Zitat von Liv225:
Wenn ich denke wie schlimm das Leben mit einem N war, und das für kurze Zeit… Unvorstellbar, jemanden in der Familie zu haben. ://

Es ist nicht schön, ja.😔 Eine der härtesten Schulen durch die man gehen kann. Plus, man hat den Nachteil, dass man solche Leute magisch anzieht. Man ist eben ein gutes Opfer dafür, wenn man es nie anders kannte. (Und hat gut damit zu tun, sich von dieser schweren Hypothek zu befreien...)

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A


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